Samstag, 4. Juli 2020
Montag, 22. Juni 2020

OSTELBIEN

"Plötzlich gab es eine Durchzündung und das ganze Haus stand in Vollbrand"

Eine Einwohnerin legte gestern Vormittag eine weiße Rose vor der Brandruine ab. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Last. Einen Tag nach dem Flammen-Inferno stand der Beilroder Ortsteil Last gestern noch unter Schock. Beim Brand eines Wohnhauses hatte ein 47 jähriger Bewohner sein Leben verloren, zwei Personen wurden verletzt. 

 

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Einen Tag nach dem schlimmen Wohnhausbrand stand der Beilroder Ortsteil Last gestern noch unter Schock. Viele Nachbarn können es nicht fassen, was passiert ist. Vor allem, dass ein Mensch in der Flammenhölle sein Leben lassen musste. 

Furchtbar 

Es ist kurz nach 10 Uhr gestern Vormittag, als eine Einwohnerin mit dem Fahrrad vorbei kommt, um eine weiße Rose vor dem Grundstück abzulegen. Ihren Namen möchte sie lieber nicht sagen. „Ich finde es furchtbar traurig, was geschehen ist“, zeigt sie sich sehr betroffen. Das Brandopfer habe sie nur vom Sehen gekannt. „Wir wohnen ein paar hundert Meter weiter weg. Mein Mann hatte es nur knallen gehört und gleich vermutet, dass da was nicht stimmt.“ Dann habe man die Rauchwolke aufsteigen sehen, lässt die Frau die dramatischen Sekunden Revue passieren. 

Dietrich Kleinert hingegen hat das Geschehen am Sonntag gegen 11.45 Uhr hautnah erlebt. Er wohnt mit seiner Frau nur zwei Grundstücke weiter auf der selben Straßenseite. „Meine Schwiegertochter verständigte die Feuerwehr. Wir sind alle sehr geschockt.“ Die unmittelbaren Nachbarn seien zu jenem Zeitpunkt gar nicht zuhause gewesen. Nachdenklich blickt der Rentner hinüber auf das schmucke Haus mit den weißen Holzbalken unterm Dach. „Wir können alle sehr froh sein, dass der Wind günstig stand  und nicht von der anderen Seite kam. Sonst hätten die Flammen leicht übergreifen können. So aber erwischte es eher ein paar Strohballen auf der dahinter angrenzenden Freifläche. „Die Hitze war so groß, man kam gar nicht mehr heran. Wir standen alle etwa 30 Meter entfernt und haben zugeschaut, wie der Rauch immer stärker wurde. Mein Sohn ist hingerannt, weil die Frau und deren Lebensgefährte noch im Haus waren. Sie wollten gar nicht gleich mitkommen; sagten, sie suchen noch etwas. Dann haben wir sie hier auf der Straße auf zwei Stühle gesetzt, bis der Rettungsdienst eintraf. Der Mann hatte sich an der Hand verbrannt. Aber an den Sohn, der in seinem Zimmer im Dachgeschoss schlief, war kein rankommen mehr“, schildert Dietrich Kleinert den Ablauf. Er und seine Frau seien durch laute Knallgeräusche auf den Brand aufmerksam geworden. „Wir wollten eigentlich gerade Mittagsschlaf machen.“ Die Minuten bis zum Anrücken der Feuerwehren hätten sich wie eine Ewigkeit hingezogen. „Wenn man sieht, wie schnell sich so ein Brand ausbreiten kann, ist das erschreckend. Man steht machtlos davor. In kurzer Zeit war das ganze Haus unter Qualm.“ 

Aus allen Ecken 

Diese Situation schildert auch Falko Wittich, Wehrleiter der zuerst eintreffenden Feuerwehr Dautzschen- Großtreben. „Als wir ankamen, drang aus der kompletten Dachhaut und aus allen Ecken und Ritzen schwarzer Qualm. Und dann gab es plötzlich eine Art Durchzündung und das ganze Haus stand in Vollbrand. Die Verletzten waren draußen, der Verstorbene noch drin. Wegen der Durchzündung hatten wir aber keine Möglichkeit mehr, in das Gebäude hineinzugelangen. Wir haben noch versucht, oben an das Fenster eine Leiter anzustellen. Aber durch die Hitze zersprangen bereits die Glasscheiben.“ 

Nachalarmierung 

Nachdem erst nur die Wehr Dautzschen-Großtreben allein verständigt wurde, gab es dann für die übrigen Wehren schnell eine Nachalarmierung. Diese Kameraden seien auch zeitnah vor Ort gewesen. „Auch Löschwasser war in ausreichender Menge vorhanden“, schätzt Falko Wittig ein, der die Einsatzleitung schließlich an den stellvertretenden Gemeindewehrleiter Remo Springer übergab. 

Der erste Angriff wurde mit den Tanklöschfahrzeugen realisiert. Dann habe man zweimal über eine lange Wegestrecke Wasser aus Hydranten zugeführt. „Solche Einsätze sind für uns nicht alltäglich. Entsprechend gedrückt ist momentan die Stimmung bei den Kameraden. Das geht an keinem spurlos vorbei“, schätzt der Wehrleiter rückblickend ein. In den späten Abendstunden am Sonntag sei man nochmal zu Nachlöscharbeiten ausgerückt. Es gab eine Rauchentwicklung im Bereich des Schuppens. 

Intensive Ermittlungen 

Die Brandursachenermittler der Kripo nahmen gestern gegen 10.30 ihre Arbeit auf. Man wollte die Untersuchungen wie in solchen Fällen üblich sehr akribisch vornehmen. Dazu gehören Befragungen der Anwohner genauso wie das schichtweise Abtragen des Brandschuttes an prägnanten Stellen. Mit schnellen Ergebnissen sei deshalb eher weniger zu rechnen. 

Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen. Insbesondere könne ein technischer Defekt derzeit nicht ausgeschlossen werden, hieß es in der offiziellen Pressemitteilung der Polizei. Auch werde untersucht, wie das Opfer genau zu Tode kam. Bei dem Brand waren am Sonntag ein 47-jähriger Mann ums Leben gekommen, ein weiterer Mann (69) und eine 69-jährige Frau wurden leicht verletzt. Das Feuer hatte ein Wohnhaus samt Anbau sowie einen Carport und das darin stehende Auto erfasst. Außerdem griffen die Flammen auf Strohballen über, die auf einem Nachbargrundstück lagerten. 60 Kräfte aus Dautzschen-Großtreben, Beilrode, Döbrichau, Zwethau und Torgau (Drehleiter) waren bis gegen 16 Uhr am Sonntag im Einsatz.


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