Montag, 13. Juli 2020
Freitag, 26. Juni 2020

NORDSACHSEN

Donnerschlag am Donnerstag

von unserem Redakteur Christian Wendt

Torgau.Langweilig war den Lehrern am Torgauer Johann-Walter-Gymnasium am Donnerstag nicht. Erst recht nicht den Mathe-Lehrern. Ein Ministeriumsbeschluss, die Mathe-Noten anzuheben, hatte ungeahnte Folgen.

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Diese Meldung aus dem Kultusministerium sorgte am Mittwochnachmittag für einen Donnerschlag an sächsischen Gymnasien. „Bei den Abiturprüfungen im Fach Mathematik werden die Noten angehoben“, hatte Minister Christian Piwarz nach Auswertung einer repräsentativen Erhebung entschieden. So wird im Grund- und Leistungskursfach Mathematik einschließlich eventueller zusätzlicher mündlicher Prüfungen die erteilte Punktzahl in einfacher Wertung um einen Notenpunkt erhöht. Diese neue Punktzahl der Prüfung fließe dann entsprechend den Regelungen der Schulordnung für allgemeinbildende Gymnasien in vierfacher Wertung in die Gesamtqualifikation ein. Klingt im Grunde genommen gut...

Auch Peter Nowack, Leiter des Torgauer Johann-Walter-Gymnasiums, hatte damit nicht gerechnet, zumal am Dienstag bereits der Prüfungsausschuss im Hause über die Anträge auf zusätzliche mündliche Prüfungen entschieden habe, woraufhin diese am Mittwoch bereits anliefen. Freilich alles unter den bisher bekannten Rahmenbedingungen. Nun also wieder alles auf Anfang?

In einer Dienstberatung am Donnerstagnachmittag diskutierte Nowack mit seinen Kollegen über die neue Ausgangslage, die sich von Stunde zu Stunde änderte. Noch am Vormittag sprach er auf Grund der Mittwoch-Meldung aus dem Kultus von einer sehr abenteuerlichen Situation. „Ich hatte immer gehofft, dass wir aus genau diesem Grund um ein Corona-Abitur herumkommen“, sagte er. Jetzt habe man aber Hektik erzeugt. Am Mittag meldete sich erneut das Kultus. Wohl aufgeschreckt, durch den Rattenschwanz an Folgen, der drohte:

Für viele hiesige Abiturienten, die bereits mit der Schule abgeschlossen hatten, hätte sich demnach eine neue Entscheidungsgrundlage geboten. Einerseits wären manch mündliche Zusatzprüfungen nicht mehr notwendig gewesen, um den Notenschnitt zu heben. Andererseits hätten sich nun auch jene Schüler mit dem Gedanken einer Zusatzprüfung beschäftigen können, bei denen es im Vorfeld nur wenig realistisch erschien, eine bessere Endnote zu erreichen.

Um dieses Durcheinander zu vermeiden, hatte also das ministeriale Fachreferat für Gymnasien durchgestellt, dass die Anmeldungen für zusätzliche Prüfungen von Schülern, die sich nun einen besseren Abiturschnitt hätten erhoffen können, nicht mehr möglich seien. Wenig später dann das Zurückrudern: In Ausnahmefällen können nun doch Anträge auf zusätzliche Prüfungen vom Prüfungsausschuss genehmigt werden. Damit wurde nach Ansicht Nowacks wieder eine schülerfreundlichere Lösung getroffen.

Nach Angabe des Kultusministeriums hatte eine repräsentative Stichprobe unter den sächsischen Gymnasien ergeben, dass der erreichte Notendurchschnitt im Mathe-Abi schlechter als noch vor einem Jahr ausgefallen war. So lag der dieser im Leistungskurs mit 3,1 sogar deutlich schlechter als im Vorjahr (2,5). Es sei zudem das schlechteste Ergebnis seit 2013. Im Grundkurs war es mit 3,3 das zweitschlechteste Ergebnis. Neben einer Reihe von Schülern, die auch in dieser Prüfung gute und sehr gute Ergebnisse erzielten, gab es auch solche, die erheblich unter ihren Vorleistungen geblieben seien. „Ich hatte bei der Begründung meiner Entscheidung im April, dass die Prüfungen in Sachsen wie geplant stattfinden werden, betont, dass unseren Schülern kein Nachteil erwachsen soll. Zu diesem Wort stehe ich. In Abwägung aller Vor- und Nachteile und insbesondere angesichts der nicht von den Schülerinnen und Schülern zu verantwortenden Problemlage in einigen Aufgabenstellungen, werden die Noten etwas angehoben“, sagte Kultusminister Piwarz.

„In Summe betrachtet ist die Entscheidung für unsere Schüler hilfreich“, blickte Peter Nowack auf die am Johann-Walter-Gymnasium erreichten Ergebnisse. Auffällig dabei sei aber, dass hier in den Mathe-Grundkursen recht gute Ergebnisse erzielt worden seien, die Leistungskurse jedoch eine spürbare Verschlechterung des Durchschnitts aufzeigten. Jene Schwankungsbreite wollte Nowack jedoch nicht nur auf Corona schieben. So habe Sachsen in diesem Jahr verstärkt auf einen bundesweiten Aufgabenpool zurückgegriffen, in dem einige Aufgabenstellungen in für seine Schüler bislang ungewohnten Zusammenhängen  standen. Soll heißen: Die Voraussetzungen, den Abiturweg in Deutschland wenigstens ein Stück weit gemeinsam zu beschreiten, sind noch längst nicht dort, wo sie in den Ministerien schon längst gesehen werden.


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