Mittwoch, 12. August 2020
Mittwoch, 1. Juli 2020

TORGAU

Jugendherberge Torgau: Vier Jahre Bauzeit, nun wurde sie endlich eröffnet

Besonders gemütlich waren die bunten Sitzgelegenheiten auf dem Außengelände der Herberge zwar nicht, der freudigen Stimmung tat dies keinen Abbruch. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Es hat lange gedauert und deutlich mehr gekostet, als ursprünglich geplant, doch nun wurde Torgaus frisch sanierte Jugendherberge offizell eröffnet.

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Die Sonne war am Mittwochvormittag nicht die einzige, die in Torgau herzlich zu lachen begann. Auch auf dem Gelände der ehemaligen „Puddingschule“ waren reihenweise nach oben gezogene Mundwinkel zu sehen. Denn der Anlass, zu dem man sich an diesem, für Torgau wohl fast schon historischen, 1. Juli traf, war mehr als freudig: Nach über vier Jahren Bauzeit wurde hier endlich die Torgauer Jugendherberge eingeweiht. Und so hatten sich allerhand Würdenträger und regionale Politik-Größen auf dem Gelände versammelt, um jede Menge lobende Worte zu verlieren, sich das frisch sanierte Gebäude anzuschauen und mit dem Herbergsleiter Thomas Grosch-Pfütze und seinem Team ins Gespräch zu kommen. 

Große Freude bei Thomas Grosch-Pfütze, Thomas Schmidt, Dr. Günther Schneider und Romina Barth bei der symbolischen Schlüsselübergabe.

 

Die offiziellen Grußworte:

Bei der allseits herrschenden Freude über die Neueröffnung der Jugendherberge wollten es sich einige der Anwesenden nicht nehmen lassen, eine Rede zu halten. So unterstrich Torgaus Oberbürgermeisterin Romina Barth, welch langer Weg voller Diskussionen und Beschlüsse in zahlreichen Sitzungen bis zur Eröffnung hinter den Beteiligten lag. Umso glücklicher schätzte sie sich, nach vier Jahren Wartezeit endlich den Schlüssel an den Herbergsleiter Thomas Grosch-Pfütze übergeben zu können. „Ich erhoffe mir natürlich, dass zahlreiche Gäste jetzt nach Torgau kommen, dass vor allen Dingen Familien mit ihren Kindern Torgau in ihrer Historie, aber natürlich auch in ihrem Freizeitcharakter erleben wollen.“

Weiter hob sie die besondere Lage der Jugendherberge als ein mögliches Alleinstellungsmerkmal hervor: „Ich finde diesen Standort einfach einmalig. Ich weiß nicht, ob es vielleicht eine ähnliche Jugendherberge gibt, die sich auch Schloss-Jugendherberge nennen kann. Der eine oder andere wird in den Genuss kommen, dass er […] vom Zimmer in den Bärengraben schauen kann.“ Mit einem kurzen Abriss aus der Historie des Gebäudes schlug sie anschließend eine Brücke zur Gegenwart: „Ich kenne es noch als sogenannte ‚Puddingschule‘ […] und es ist natürlich auch schön, wenn man heute als erwachsene Frau hier steht und sagt: Das haben wir daraus gemacht.“Der Staatsminster für  Regionalentwicklung, Thomas Schmidt, bezeichnete die neue Unterkunft als „gut angelegtes Geld“, betonte allerdings, dass es bei allen Investionen nur funktionieren wird, „wenn man sich willkommen fühlt“.

Und laut Prof. Dr. Günther Schneider, Vorsitzender des Sächsischen Landesverbandes der Deutschen Jugendherbergen, ist der „Standort Torgau […] für eine Jugendherberge wie gemacht“. Hierin sieht er eine Chance für kulturinteressierte Besucher: „Die Historie ist für junge Menschen erlebenswert, […] sie werden an das Bild der Stadt herangeführt.“ In diesem Zusammenhang äußerte er die Hoffnung, dass Schulklassen, neben Familien mit Kindern die zweite Hauptzielgruppe, bald wieder ihre Klassenfahrten aufnehmen und die Herberge für Übernachtungen nutzen können.

 

Allerhand Grußwort sprachen Oberbürgermeisterin Romina Barth, Staatsminister Thomas Schmidt und der Geschäftsführer des Sächsischen Herbergsverbands Dr. Günther Schneider.

 

Dr. Helmut Graul:

„Die letzten 20 Jahre reden wir hier in Torgau schon über das Thema Jugendherberge, nun ist sie endlich da.“ Helmut Graul kann es immer noch nicht richtig fassen, dass aus der ehemaligen „Puddingschule“ nun solch ein Schmuckstück geworden ist. Der Vorsitzende des Fördervereins der Jugendherberge begleitete deren Entstehung mit all ihren Höhen und Tiefen und konnte seine Gefühle am gestrigen Tag deshalb nur schwer in Worte fassen.

Eines fiel ihm dann aber doch noch ein: „Sensationell“. Allein die Geschichte des Gebäudes nach dem Krieg sei für sich schon ein echtes Wunder, von der gesamten historischen Bedeutung gar nicht zu reden. Doch ein solch geschichtsträchtiges Gebäude ist natürlich nur die halbe Miete, nun müsse man sich daran machen und es mit Leben füllen. Und dafür möchte sich der Förderverein auch nach der gestrigen Eröffnung einsetzen. 4000 Exemplare der Broschüre „Tage in Torgau“ wurden gedruckt und warten darauf, nicht nur an Schulen im Freistaat Sachsen, sondern in ganz Mitteldeutschland verteilt zu werden. „Und dann wollen wir uns natürlich mit Herrn Grosch-Pfütze zusammensetzen und über Projekte reden, die man gemeinsam realisieren kann. Die Arbeit für uns als Förderverein hört also noch lange nicht auf.“

Der Vorsitzende des Fördervereins der Torgauer Jugendherberge, Helmut Graul, im Gespräch mit Günther Schneider.

 

Anja Bauermeister:

Immer eher in der zweiten Reihe fand man bei der großen Eröffnungsfeier auch Anja Bauermeister, die Chefin des Torgauer Informations Centers. Für das TIC als touristische Anlaufstelle Nummer Eins in der Elbestadt ist solch eine Jugendherberge Gold wert, entsprechend groß war auch ihre Freude über die jetzige Eröffnung nach einer solch langen Bauzeit. „Eine Jugendherberge passt  wunderbar in unser Konzept eines familienfreundlichen Urlaubsziels“, sagte die TIC-Chefin freudestrahlend. Man wolle nun auch die städtische Werbung entsprechend darauf anpassen und in Zukunft in regem Austausch mit dem Herbergsvater und seinem Team stehen.

So wird nächste Woche die ganze Mannschaft des TIC eine ausführliche Führung durch das Gebäude bekommen, um sich mit dem Angebot vertraut  zu machen. „Unser Ziel soll es ja dann auch sein, Touristen, die bei uns vorstellig werden, direkt zu vermitteln.“

Thomas Grosch-Pfütze (l.) und sein Team.

 

Thomas Grosch-Pfütze:

Als Mann des gestrigen Tages kann man getrost Thomas Grosch-Pfütze bezeichnen. Den gesamten Vormittag strahlte der frischgebackene Herbergsvater über beide Ohren, die Freude über die Eröffnung konnte man ihm schon von Weitem ansehen. Und auch im Gespräch machte er daraus keinen Hehl: „Ich kann es nicht in Worte fassen. Wir haben  solange gewartet, nun ist es endlich soweit.“ Und damit hat der 49-jährige Wurzener nicht untertrieben. Denn bereits im Oktober 2016 stand fest, dass er die Torgauer Jugendherberge leiten wird. „Die ursprüngliche Eröffnung war dann für September 2018 geplant, die sich ja dann mehrmals verschoben hat.“ Hatte er in den Vorjahren noch die Pirnaer Herberge geleitet und sich nur nebenbei auf seine neue Aufgabe in Torgau vorbereitet, ist er seit Januar 2020 vollständig in der Elbestadt tätig.
Fleißig überlegte er sich nicht nur allerhand Konzepte für die Nutzung der Einrichtung, sondern packte auch praktisch bei allerhand Arbeiten mit an. „Bis kurz vor Schluss haben wir hier noch gearbeitet“, berichtet er. „Den letzten Handgriff, den wir gestern noch vorgenommen haben, war etwas Farbe am Torbogen. Außerdem haben wir gestern noch an der Rezeption gewerkelt und den Konferenzraum fertig eingerichtet.“

Auch wenn bereits am morgigen Freitag die ersten Gäste in die Torgauer Jugendherberge einziehen, sind die Arbeiten in voller Gänze noch nicht abgeschlossen. So steht unter anderem die Grundreinigung des Südflügels, die für dessen Nutzung unabdinglich ist, noch aus. „Das schaffen wir aber locker bis Freitag.“ Denn wenn wohl in der ersten offiziellen Nacht „nur“ 17 Gäste anwesend sein werden, kommen stetig Buchungen herein. „Fast täglich“, weiß Herbergsleiter Grosch-Pfütze. Er freut sich schon darauf, wenn es dann so richtig losgeht und auch genügend Leute für seine extra entwickelte Party-Akademie anwesend sind. Damit diese nämlich ihren vollen Reiz entfalten kann, braucht es  mindestens 15 Personen im jugendlichen oder erwachsenen Alter.

Selbst wenn sich Thomas Grosch-Pfütze in der Herberge  als das „Mädchen für alles“ bezeichnet, ist er in dem großen Gebäude mit seinen 122 Betten in 32 Zimmern natürlich nicht allein tätig. „Wenn nicht  gerade wie jetzt Corona-Zeiten sind, dann arbeiten hier insgesamt 12 Leute in den Bereichen Küche, Reinigung, Rezeption und Technik. Im Moment sind wir aber mindestens zu sechst.“ Und genauso wie Grosch-Pfütze freut sich auch sein Team auf die kommende Zeit, die selbstverständlich für alle Beteiligten spannend und herausfordernd werden wird. „Wir müssen uns jetzt erstmal alle einspielen und unsere Arbeitsabläufe etabliere.“

Und damit wurde auch direkt nach der offiziellen Feierstunde begonnen. Denn als die offiziellen Gäste gegangen waren, stand für das Herbergs-Team noch lange kein Feierabend auf dem Plan. Dann wurde wieder fleißig weiter geputzt, aufgebaut und eingerichtet.

 

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