Montag, 10. August 2020
Mittwoch, 8. Juli 2020

TORGAU

"Das Theater um die Straße ist so alt wie die Straße selbst"

Ortstermin in Zinna: Oberbürgermeisterin Romina Barth im Gespräch mit dem Zinnaer Ortschaftsrat. Foto: Thomas Keil

von unserem Volontär Thomas Keil

Zinna. Gestern trafen sich Ortsvorsteher Horst Raue (ganz rechts) und seine Ortschaftsräte mit Oberbürgermeisterin Romina Bart (4. v. re.) und Ordnungsamtsleiterin Anke Eckert (5. v. re.) zu einem Vor-Ort-Gespräch, wie das Lärmproblem der Zinnaer Dorfstraße in den Griff bekommen werden könnte.

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Ganz langsam rollt ein weißer Pkw auf der Dorfstraße an der Kirche vorbei in Richtung Musikcafé. Aufmerksam beobachten die versammelten Ortschaftsräte das Fahrzeug. „Vorbildlich“, lobt einer die niedrige Geschwindigkeit. „Die Fahrerin telefoniert“, stellt ein zweiter fest. „Stimmt, wenn sie schneller führe, könnte sie nichts mehr hören“, pflichtet Ersterer bei.

Streitthema
Der Dauerstreit um die Lärmbelastung durch die Zinnaer Dorfstraße nahm gestern eine neue Richtung. Im Beisein von Torgaus Oberbürgermeisterin Romina Barth und von Mitgliedern der Stadtverwaltung erläuterten die Zinna-Welsauer Ortschaftsräte unter Vorsitz von Ortsvorsteher Horst Raue vor Ort die Probleme mit der Straße. „Das Theater um die Straße ist so alt wie die Straße selbst“, fasste Sebastian Möllmer vom Ortschaftsrat den Kampf der letzten Jahrzehnte zusammen. Obwohl die komplette Straße von nur einer Firma gebaut wurde, ist der östliche Teil zwischen Kirche und Schmiedeweg der deutlich schlechtere. „Das war ein anderer Bauabschnitt, der von anderen Arbeitern ausgeführt wurde“, erläuterte Ortsvorsteher Horst Raue. Es habe wohl Reklamationen gegeben, aber im Laufe der Zeit und mit Umfirmierungen des Bauunternehmens seien die Reklamationen im Sande verlaufen.

Der Stein des Anstoßes: Denkmalgeschütztes Pflaster.

Lösungsansätze
„Wir haben am Montag in einer außerordentlichen Ortschaftsratssitzung besprochen, welche Lösungen infrage kämen“, leitete Ortsvorsteher Horst Raue das Treffen ein. So bevorzugten die Zinnaer eine Hindernisvariante auf der Fahrbahn, die die Fahrzeuge abbremse. Zusätzlich sollte noch eine Geschwindigkeitsanzeige installiert werden. „Außerdem müssen wir die Lkw vom unteren Straßenabschnitt verbannen“, machte Horst Raue klar. Als langfristige Lösung bleibe wohl nur eine erneute Sanierung der Pflasterung. „Aber das wird sicherlich eine Million kosten“, sagte Stadtrat Henry Goldammer.
Vorerst soll die aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde dauerhaft bestehen bleiben, so die Oberbürgermeisterin. „Da muss dann auch mal ein Polizist stehen und kontrollieren“, forderte CDU-Stadtrat Sven Kaminski. Unternehmer und Ortschaftsratsmitglied Jürgen Kouwert sagte, er habe seine Fahrer angewiesen, nur noch über die Schmiedegasse zum Milchhof zu fahren. Somit sollte das Geklapper der Milchtankfahrzeuge in Zukunft minimiert werden.

Die Vorschläge der OBM
Torgaus Oberbürgermeisterin äußerte zuerst einmal Verständnis für die Situation. Außerdem beglückwünschte sie die Dorfbewohner zur damaligen Entscheidung, die Straße pflastern zu lassen. Doch pauschalen Aussagen über angeblich zu viele Lkw und zu schnelle Autos erteilte sie eine Absage. Romina Barth will Messergebnisse als belastbare Fakten. „Vorschlag: Wir messen ein halbes Jahr lang und entscheiden dann, wie es weitergeht“, sagte sie im Zinnaer Nieselregen.
Im zweiten Schritt könne ein Gutachten zum Zustand der Straße erstellt werden. „Das Geld dafür ist zwar nicht vorgesehen, aber wir prüfen den Haushalt dahingehend“, dämpfte die Oberbürgermeisterin zu große Erwartungen. Wenn es dieses Jahr nicht mehr ginge, müsse das Gutachten in den Haushalt des nächsten Jahres rutschen. „Das Gutachten brauchen wir, denn ich kann den Zustand der Straße nicht beurteilen“, begründete die aus Zinna stammende Romina Barth.

Baufehler?
Bereits am Montag wurde im Ortschaftsrat der bauliche Zustand der Straße thematisiert. „Das Pflaster ist nicht DIN-gerecht“, führte Thomas Mieth aus. Es sei aber historisches Material, das der Denkmalschutz einforderte. „Das ist auch gar kein Problem, mit den unterschiedlich großen Steinen zu arbeiten“, sagte Mieth. Es bedürfe aber einer angepassten Bettung, damit die Steine stabil liegen. Und eben jener Untergrund sei damals, vor gut 20 Jahren, fehlerhaft ausgeführt worden.
Darauf wiesen gestern Stadtrat Henry Goldammer und Ortschaftsrat Thomas Mieth auch noch einmal hin. „Das wird ehedem schon in Ordnung gewesen sein. Schließlich muss es eine Bauabnahme gegeben haben“, entgegnete Andreas Lobert, Leiter des Hoch- und Tiefbauamtes der Stadt Torgau. Er müsse dies allerdings nochmals genauer nachschauen.

Die schadhafte Dorfstraße: In Zukunft könnte es wieder „Achtung Baustelle“ heißen.

Abschließend bedankte sich Romina Barth bei allen Anwesenden für das konstruktive Gespräch. „Es war mir eine Freude, wieder in der alten Heimat gewesen zu sein“, schloss sie die Versammlung.


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