Mittwoch, 21. Oktober 2020
Montag, 13. Juli 2020

DOMMITZSCH

"Manche Senioren waren im März und im April doch sehr einsam"

Mundschutz ist Pflicht: Heidi Steiner (links) und Doris Stahn, ehrenamtliche Mitarbeiterinnen im Mehrgenerationenhaus Dommitzsch. Foto: privat

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch. Seit rund vier Wochen hat das Mehrgenerationenhaus Dommitzsch wieder für die Allgemeinheit geöffnet. Doch von Normalität ist man in der Einrichtung noch weit entfernt. Strenge Hygiene-Vorschriften bestimmen den Alltag und Besucher müssen darauf achten

 

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 „Es ist ein eigenartiges Jahr. Wir sind froh, wenn alles wieder normal läuft!“ Sybille Zugowski, Leiterin des Mehrgenerationenhauses Dommitzsch, blickt auf schwierige und bange Wochen zurück. Zwei Monate hatte der Anlaufpunkt in der Leipziger Straße für die Öffentlichkeit komplett geschlossen. Schuld war die Corona-Krise. 

 

 Abstandsregeln 

Inzwischen bemühen sich die Mitarbeiterinnen im MGH seit etwa vier Wochen wieder um ein Stück Normalität im alltäglichen Leben. Davon ist man allerdings noch weit entfernt. Ein strenges Hygienekonzept muss beachtet werden. Viele Programmpunkte und Tagestermine sind aufgrund der Abstandsregeln und Sicherheitsvorkehrungen vorerst gar nicht möglich. 

„Wir haben in der Zeit, als die Einrichtung geschlossen war, unser Café renoviert und neu gestaltet“, erinnert sich Sybille Zugowski. Ihr zur Seite stehen im Dommitzscher MGH übrigens vier ehrenamtliche Kräfte. Als die Corona-Krise ihren Höhepunkt erreichte, kam auch dem Mitarbeiter-Team in der Gänsebrunnenstadt die nützliche Idee: Wir nähen Masken! 300 Stück wurden anschließend von den Damen in Handarbeit hergestellt. Inzwischen ist die Aktion beendet. „Die großen Gruppen können wir leider immer noch nicht empfangen“, geht die Leiterin auf die Wiedereröffnung ein. Mit großen Gruppen meint sie hierbei die Mitglieder der Volkssolidarität, die sonst gerne ins Mehrgenerationenhaus zu den unterschiedlichsten Terminen kommen. Doch 30 bis 40 Personen wären zu viel. Das lässt das Hygienekonzept nicht zu. Die Ansteckungsgefahr ist zu groß. Maximal zehn bis zwölf Personen dürfen sich derzeit gleichzeitig in den Räumen befinden.

 Besonders froh ist die MGH-Chefin, dass die Musikschule mittwochs und donnerstags wieder ihre Kurse geben kann. „Man merkt, dass das Leben langsam wieder hochfährt. Und man sieht richtig, wie sich unsere Leute darüber freuen. Manche Senioren waren in der Corona-Zeit doch sehr einsam“, weiß Sybille Zugowski. Manche seien aber noch sehr vorsichtig, einige haben auch Angst. „Die trauen sich nicht her“, fügt sie hinzu. 

 

Männerstammtisch

Jeder Tag startet mit zwei Frühstücks-Tischen, die die Mitarbeiterinnen liebevoll zubereiten. Die Uhr zeigt dann meist etwa 8.45. Gegen 10 trifft dann der Männerstammtisch zur traditionellen Runde ein, bevor etwas später die Unterrichtsstunden der Musikschule beginnen. „Wir müssen darauf achten, dass die Abstandsregeln von 1.50 Meter eingehalten werden. Entsprechend sind die Stühle zu besetzen. Dann haben wir extra   ein Mischgerät für Desinfektionsmittel aufgestellt. Aller drei Stunden müssen wir alles selber reinigen und desinfizieren. Das ist aufgrund der Größe des Hauses doch ein erheblicher Mehraufwand“, so Sybille Zugowski. Sobald ein Stuhl frei wird, muss dieser desinfiziert werden, ehe ein anderer Platz nehmen kann. Jeder Besucher müsse das Mehrgenerationenhaus mit Maske betreten und sich die Hände desinfizieren. Erst am Tisch darf der Mundschutz abgelegt werden. Doch beim nächsten Toilettengang beispielsweise ist der Schutz wieder aufzusetzen. „Wir achten darauf und weisen die Besucher freundlich und manchmal mit einem witzigen Spruch darauf hin, wenn es jemand vergisst“, erklärt die Leiterin. „Das Schlimmste wäre ja, wenn tatsächlich mal ein Corona-Fall auftritt und womöglich noch durch das Mehrgenerationenhaus verbreitet würde. Das darf nicht passieren. Da müssen wir streng sein“, beteuert sie. 

Selber halte auch das MGH-Team alle Hygiene-Vorschriften ein, was nicht immer einfach sei. „Wir laufen den ganzen Tag mit Maske herum und tragen Handschuhe.“

 

Hoffen auf weitere 

 Sybille Zugowski wartet auf weitere Lockerungen, die in den kommenden Monaten hoffentlich eintreten. „Vorträge, Veranstaltungen... ich brauche derzeit nichts zusätzlich zu organisieren, weil ich nicht weiß, wer kommen kann“, sagt sie. Zum Beispiel dürfen Kindergruppen das Mehrgenerationenhaus derzeit nicht betreten. Als Ausnahme gilt der Musikschulunterricht. Aber dann müssen die Kinder anschließend sofort nach Hause gehen und dürfen nicht wieder in den Hort, um Ansteckungsketten nachvollziehen zu können bzw. sie zu unterbrechen. Auch die Skatbrüder dürfen nicht spielen. „Wir müssten dann ständig die Karten tauschen. Was man gemeinsam anfässt, ist tabu. Deshalb stellen wir auch keine Kaffeekannen auf den Tisch. Nachmittags sind wir jeden Tag voll damit beschäftigt, das ganze Haus zu wischen“, erklärt Sybille Zugowski. Dass sportliche Aktivitäten ebenfalls noch ausgesetzt sind, bedauert die Leiterin besonders. 


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