Mittwoch, 12. August 2020
Montag, 13. Juli 2020

MOCKREHNA

Neue Einsatzbekleidung und lebensrettendes Pilotprojekt

Die Minis sind stolz auf ihre neue Einsatzbekleidung.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Langenreichenbach. Während sich die Jungen und Mädchen der Mini-Feuerwehr über schicke Jacken und Hosen freuen können, bereiten sich die Maxis auf ein in NOrdsachsen einmaliges Hilfsprojekt vor.

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Die Zeit der T-Shirts ist für die Steppkes der Langenreichenbacher Mini-Feuerwehr vorbei: In der vergangenen Woche Woche durften sich die Drei- bis Siebenjährigen in eine schicke, neue Einsatzbekleidung zwängen. Während bei den großen Vorbildern die Sache im Nullkommanix über die Bühne geht, mussten beim Trainingstag im örtlichen Ausbildungszentrum allerdings noch die Muttis und Vatis behilflich sein. Mit finanzieller Hilfe des Torgauer Unternehmens HIT-Holz war es möglich, dass mit den Hosen und Jacken in den Kindergrößen 98/104 bis 128 die Langenreichenbacher Minis gar nicht mehr so mini aussehen.

 

Stolz wie Bolle

 

Klar, dass da auch die beiden Ausbilder Fred und Ilona Leuschner stolz wie Bolle waren. Seit Jahren kümmern sich die beiden um den Feuerwehrnachwuchs im Ort, der aktuell 17 Jungen und Mädchen aus den Ortschaften Langenreichenbach, Kobershain und Audenhain zählt.

Stolz wie Bolle war an jenem Nachmittag auch die 4-jährige Fiene. Deren Papa Dino Bölke ist Wehrleiter im Dorf. Bei den Minis nimmt er sich jedoch mächtig zurück. „Der Fred und die Ilona haben einfach ein Händchen für die Kinder. Da mische ich mich nicht ein“, lobt der 36-Jährige im Gespräch mit der Torgauer Zeitung.

Langenreichenbach ist natürlich immer wieder für eine Überraschung gut – und das bezieht sich nicht nur auf die zahlreichen Aktivitäten rund um die Dorfwettbewerbe. Auch an jenem Nachmittag sollte es eine Überraschung geben – nach der Einsatzbekleidung für die Minis diesmal eine für die Heimatzeitung. Bölke begann nämlich von einem Pilotprojekt zu sprechen, einem Projekt, das in Nordsachsen seinesgleichen sucht. Worum geht es dabei? Um nichts Geringeres als das Retten von Menschenleben.

 

Vorbild USA

 

Läuft in Absprache mit dem nordsächsischen Landratsamt alles nach Plan, beginnt das System der First-Responder (aus dem engl. „Zuerst Eintreffende“) am 1. September dieses Jahres. Vorbild ist das amerikanische Rettungssystem. „Die First-Responder sind dort Vorauseinheiten der Feuerwehren, die bei lebensbedrohlichen Notfällen parallel zum Rettungsdienst alarmiert werden und auf Grund ihrer medizinischen Ausbildung lebensrettende Sofortmaßnahmen am Patienten durchführen können“, erläutert Berufsfeuerwehrmann Dino Bölke. Wegen der in den Vereinigten Staaten gemachten guten Erfahrungen, die sich in erster Linie aus dem zeitlichen Vorteil ergeben, solle das System der First-Responder nun auch in Deutschland verstärkt umgesetzt werden.

 

Verbesserung

 

Dadurch werde der in Sachsen  leistungsfähige und gut ausgebauten boden- und luftgebundenen Rettungsdienst noch mehr verbessert, um so die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von 12 Minuten im Regelfall einzuhalten.

Vor allem nachts und an Wochenenden stehen Rettungsmittel – insbesonders Krankentransportwagen nicht im selben Umfang zur Verfügung wie an Werktagen, an denen sie überwiegend für geplante Einsätze wie Verlegungen und Dialysefahrten vorgehalten werden. Das erhöht das Risiko der Nichtverfügbarkeit, was natürlich alles andere als im Sinne des Notfallpatienten ist.

 

Jede Minute zählt

 

Bei akut lebensbedrohlichen Verletzungen oder Erkrankungen zählt  jede Minute. Ein Beispiel: Ausgehend von aktuellen Untersuchungen wird beispielsweise angenommen, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit nach einem Herzstillstand 10 Prozentpunkte pro Minute, die ohne die Aufnahme von Wiederbelebungsmaßnahmen vergeht, sinkt.

Genau hier kommen die Vorteile der First-Responder zum Tragen. Deren Aufgabe ist die Überbrückung des sogenannten „therapiefreien Intervalls“ bis zum Eintreffen des Rettungskräfte. Darüber hinaus können durch die First-Responder aufgrund deren guter Ortskenntnisse nachrückende Kräfte besser eingewiesen und Zubringerdienste (z.B. Transport des Hubschraubernotarztes vom Landeplatz zum Patienten) übernommen werden.

 

Große Bedeutung

 

Dies wäre nach Angabe Dino Bölkes insbesondere dann von großer Bedeutung, wenn bei der für Langenreichenbach zuständigen Rettungswache in Mockrehna (diese befindet sich derzeit wegen Umbaumaßnahmen im Ausweichquartier Bauhof) aufgrund anderer Einsätze, Krankentransporte oder dergleichen kein Rettungswagen zur Verfügung steht. „Die in diesen Fällen erforderliche Anfahrt eines auswärtigen Rettungswagens – beispielsweise aus Torgau oder Schmannewitz – kann, wie in der Vergangenheit schon mehrere Fälle gezeigt haben, bis zu 20 Minuten dauern. Geschlossene Schranken oder fehlende Ortskenntnisse können zu weiteren Problemen führen.“

Die in Langenreichenbach als First-Responder eingesetzten Helfer setzen sich aus 6 angehörigen der Berufsfeuerwehr Leipzig und 2 Krankenschwestern zusammen.

Neben Dino Bölke, dessen Bruder Jérôme Bölke, Danilo Bürger, Denny und Marcel Süptitz, André Born agieren auch Lisa Marie Vogel und Claudia Haferkorn in der Truppe. Alle Teilnehmer am First-Responder-System nehmen an einer jährlichen Fortbildungsmaßnahme im Bereich Reanimationsschulung teil. Desweiteren führt die Feuerwehr Langenreichenbach eine jährliche Reanimationsschulung durch.

Die gleichzeitige Alarmierung von First-Respondern und dem herkömmlichen Rettungsdienst könnte vor allem bei Herz-Kreislauf-Stillständen zum Tragen kommen. Angedacht ist das Pilotprojekt zunächst in den Mockrehnaer Ortsteilen Langenreichenbach, Wildschütz und Klitzschen.

 

 

 

 


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