Mittwoch, 12. August 2020
Mittwoch, 15. Juli 2020

TORGAU

Zahlreiche Regenstopps für die Mähdrescher

Mike Keitel und Tobias Höhne, Mitarbeiter der Elbeland AG Neiden, bereiten die Technik für den nächsten Einsatz vor.

von unserem Redakteur Nico Wendt

Torgau. Die Landwirte der Torgauer Region haben sich über den Regen der letzten Wochen sehr gefreut. Die Niederschläge nahmen die Angst vor der dritten Dürre in Folge, sorgten aber auch dafür, dass die Getreideernte immer wieder unterbrochen werden musste

 

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Torgau. Wechselhaftes Wetter hat im Juli immer wieder für Unterbrechungen bei der Getreideernte im Altkreis Torgau gesorgt. Nach dem trockenen Frühjahr sind die Bauern aber recht froh über jeden Tropfen Regen, der vom Himmel fällt. Vor allem nachfolgende Kulturen wie Mais und Rüben können von den Niederschlägen profitieren. 

 

Wasserdefizit 

Außerdem ist das Wasserdefizit in den Böden nach zwei Dürre-Jahren noch längst nicht ausgeglichen. 

Die Erträge bei der Gerste fallen je nach Standort in der Region recht unterschiedlich aus. Monique Tittelbach, Landwirtschaftliche Eigentümergemeinschaft Dommitzsch, sprach diese Woche von einer durchschnittlichen Ernte. Am Anfang habe es ganz gut ausgesehen, gegen Ende der Druscharbeiten waren dann jedoch mehr und mehr Frost- und Trockenschäden erkennbar – die die Ergebnisse gedrückt hätten.  Die 460 Hektar Gerste sind mittlerweile komplett vom Halm. Ebenso sei auch der Raps schon fast vollständig eingebracht. Auch hier werden durchschnittliche Erträge erzielt, hieß es. Rund 150 Hektar hatte die Landwirtschaftliche Eigentümergemeinschaft Dommitzsch angebaut. Die Qualität des Korns wurde insgesamt mit gut angegeben. Sobald es das Wetter zulässt, sollten auch die Erntearbeiten beim Weizen beginnen. 350 Hektar sind auf den Flächen herangereift. 

Marcus Schwarzer, Chef der Agrargenossenschaft Arzberg, geht von rund 60 Dezitonnen je Hektar aus, die man bei der Gerste geerntet hat. Das sei für die hiesigen Flächen eigentlich zu wenig. Doch natürlich sind die Arzberger ebenfalls froh, dass das dritte Dürre-Jahr in Folge zum Glück ausgeblieben ist. Durch den Regenschauer letzte Woche mussten die Mähdrescher am vergangenen Freitag erst einmal stoppen, bevor es am Montag weitergehen konnte. Die rund 400 Hektar Gerste seien mittlerweile  abgedroschen. 

Die Mitarbeiter konzentrieren sich nun auf den Raps und nutzen dabei jede trockene Stunde, um voranzukommen. Rund 400 Hektar sind einzubringen. In etwa die gleiche Menge steht auch an Weizen bereit. Zudem haben die Arzberger natürlich auch Roggen angebaut. 

 

Frostschäden 

Im Landwirtschaftsbetrieb Tonkens in Welsau waren im April starke Frostschäden zu beklagen, so dass man sich entschied, einige Flächen – die mit Wintergetreide bestellt waren – umzubrechen und dort Mais anzupflanzen. Die Welsauer haben rund 470 Hektar Weizen und rund 215 Hektar Raps auf den Flächen stehen. Die Druscharbeiten begannen am Montag dieser Woche beim Weizen. Die Erträge wurden mit „durchschnittlich“ bezeichnet. 

Bei der Elbeland AG Neiden ist man erst am Dienstag mit der Ernte der Gerste fertig geworden. „Andere Betriebe waren zeitiger fertig. Aber es dauerte, ehe bei uns das Stroh abgereift war“, liefert Torsten Kinne die Erklärung. Probleme gab es durch Frostschäden – die in den Ähren sichtbar wurden – und durch Zwiewuchs (verspätete Neubildung von Halmen an Getreidepflanzen d. Red).   Ein Schlag mit Gerste sei vom Frost im Frühjahr besonders stark betroffen gewesen. Es handelte sich um eine frühe Sorte und man verbuchte einen Totalausfall. „Wir haben noch ein Teil als Silage verkauft. Bei anderen Schlägen hatten wir mit höheren Schäden gerechnet, konnten aber am Ende trotzdem noch etwas ernten“, beschreibt Torsten Kinne. 

Alles in allem seien die Ergebnisse trotzdem unterdurchschnittlich. Rund 170 Hektar Gerste hatte die Elbeland AG angebaut. Im Schnitt knapp 65 Dezitonnen je Hektar werden eingefahren. Mit Raps und den frühen Weizensorten gehen die Erntearbeiten unverzüglich weiter. 

 

Handelsbetriebe 

Die Vermarktung läuft bei den landwirtschaftlichen Unternehmen im Altkreis höchst unterschiedlich. Ein Großteil hat Verträge mit Handelsbetrieben beispielsweise in Pretzsch, Riesa, Beilrode oder Eilenburg. Mancher Landwirt verkauft zum Beispiel die Gerste auch direkt an Tierproduktionsbetriebe oder verfüttert das Getreide selbst. 

 

Schlechte Preise 

Ehrhard Neubauer, Vorsitzender des Regionalbauernverbandes Torgau, hatte bereits darauf hingewiesen, dass die Abnahmepreise dieses Jahr wenig zufriedenstellend sind. Er schätzte ein, dass die Erträge bei der Gerste zwar 10 bis 15 Prozent über dem Wert von 2019 liegen. Aber insgesamt erreichen die meisten Betriebe im Raum Torgau nur rund 60 Prozent einer normalen üblichen Ernte. Auf den leichten Standorten (laut Bodenwertzahl d. Red.) könnten es etwa 30 Dezitonnen je Hektar sein, in normalen Jahren sind es 50 Dezitonnen. Auf den besseren Böden bringen die Bauern im Schnitt 60 Dezitonnen Gerste ein (sonst etwa 80), so Neubauer.


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