Mittwoch, 12. August 2020
Dienstag, 21. Juli 2020

TORGAU

Stillstand war gestern - Kulturbastion setzt auf Open Airs

Die letzten Monate waren in der Kulturbastion eher ruhig, nun soll es aber wieder losgehen. Foto: TZ/ Archiv

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Die TZ im Gespräch mit Vertretern des KAP über die aktuelle Situation, die vergangenen Monate und die geplanten Veranstaltungen, die dank der Lockerungen bald wieder möglich sind.

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Dass die Kulturbranche unter der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Hygiene- und Schutz-Maßnahmen  stark gelitten hat, ist kein neues Thema. Wochenlang wurde hier auf der TZ-Kulturseite eine Absage nach der nächsten abgedruckt, die Lage schien fast aussichtslos. Nun sieht man jedoch Licht am Ende des Tunnels. Nach und nach wird auch im Freistaat gelockert und die Kultur fährt, wenn auch langsam, wieder hoch. Dies gilt auch für die beiden größten kulturellen Akteure in Torgau. Zwar hatten weder das Kulturhaus noch die Kulturbastion seit März Veranstaltungen durchgeführt, im kommenden Monat soll es jedoch wieder losgehen. Wie es um die Kulturbetriebe aktuell bestellt ist, wie diese zu Kommunikation und Hilfen der Landesregierung stehen und wie es ab sofort weitergehen soll, verrieten sowohl Vertreter des KAP als auch des Kulturhauses.

 

Hendrik Herder und Mandy Jäckel

 

Eigentlich kümmert sich Hendrik Herder für die Kulturbastion um die Konzerte. Er ist der Booker des KAP, sorgt dafür, dass Künstler nach Torgau kommen, die Menschen hier von den Konzerten erfahren und es den Musikern vor, während und nach den Auftritten gut geht. All das musste in den vergangenen drei Monaten ausfallen. Stattdessen war er damit beschäftigt, Ersatztermine auszuhandeln und sich Gedanken darüber zu machen, wie es nach dem Shutdown weitergeht. Dies ist nun der Fall und so hat er zusammen mit seiner Kollegin Mandy Jäckel einen Plan für die verbleibenden Sommer-Wochen ausgearbeitet. Über ebendiesen und auch über die aktuelle Situation der Kulturbastion sprachen die beiden mit der TZ:

Bevor wir uns auf die Zukunft konzentrieren, erst einmal ein kurzer Blick in die Vergangenheit. Wie sahen die letzten Monate aus?
H. Herder:
Meine Hauptarbeit lag darin, die geplanten Veranstaltungen zu verlegen und neu zu koordinieren. Außerdem die Erstellung von Hygienekonzepten. Momentan erarbeiten wir die Umsetzung der Open-Air-Veranstaltungen und die Umsetzung der nötigen Maßnahmen.

M. Jäckel: Unsere Kollegen haben voller Tatendrang renoviert, um die Bastion zur Wiedereröffnung richtig strahlen zu lassen. Es wurde einiges erneuert und Arbeiten erledigt, für die wir sonst nie die Zeit gehabt hätten. Auch haben wir uns mit dem ein oder anderen Förderprogramm beschäftigt, haben Kostenvoranschläge eingeholt und Ideen entwickelt, die auch nachhaltig umgesetzt werden können. – Warum Trennwände aus Plastik, wenn es schöne aus Glas gibt, die auch noch in der Region gefertigt wurden? – Ideen davon gibt es einige, nun geht es an die Realisierung.

In den letzten Wochen und Monaten standen vor allem die unzureichenden finanziellen Hilfen von Bund und Ländern in der Kritik. Wo habt Ihr Euch nach Hilfe umgesehen?
H. Herder:
Der Bund hat das Programm „Neustart“aufgelegt, womit Kultureinrichtungen ihre Maßnahmen und Anschaffungen, die durch Corona notwendig sind, finanzieren können. Das ist ein guter Anfang, um die Infrastruktur, die jetzt dringend nötig ist, zu schaffen. Neben dem Corona-bedingten „Neustart“-Programm werden wir generell aus den Mitteln des Kulturraum Leipziger Raum, der Stadt Torgau und dem Landratsamt Nordsachsen gefördert.

Wie steht Ihr zum allgemeinen Umgang mit der Pandemie von offizieller Seite?
H. Herder:
Generell sind die Lockerungen in Sachsen natürlich zu begrüßen, denn das Infektionsgeschehen hier ist gering und überschaubar. Gerade jetzt, wo es noch möglich ist, Veranstaltungen als Open Air zu machen, sind wir froh, die Zeit nutzen zu können und den Gästen auch wieder etwas bieten zu können. Ich denke, das kulturelle Leben und Angebot sollte in einer Gesellschaft nicht unterschätzt werden. Für viele Menschen ist das Lebensinhalt, Rückzugsort und Ausgleich.
Die finanziellen Hilfen sind unsererseits entsprechend und angemessen. Perspektivisch muss auf Bundes- und Länderebene aber über Hilfe für alle kulturellen Bereiche gesprochen werden. Sie alle sind seit März extrem betroffen, viele stehen vor dem Aus. Wenn diese kulturelle Diversität erhalten bleiben soll, und ich denke, dass muss sie um eine vielfältige, demokratische Gesellschaft zu sichern, dann wird es nicht ohne direkte Finanzhilfen gehen. Die Veranstaltungs- und Kulturbranche mit all ihren Dienstleistern steht seit März quasi still und es ist sehr ungewiss, ab wann ein normaler Arbeitsmodus wieder erreicht werden kann.

M. Jäckel: Am Anfang herrschte eine große Ungewissheit und Unsicherheit. Auf jede neue Verordnung wurde mit Spannung gewartet, wie und wann kann es endlich weitergehen. Es gab leider keine einheitliche Richtlinie, die gleich von Anfang an Großveranstaltungen definiert hat und was ist mit denen ist, die nicht darunter fallen. Dieses Hangeln von Verordnung zu Verordnung im 2-Wochen-Rhythmus war anstrengend. Wir möchten einfach wieder öffnen, unsere Gäste begrüßen dürfen und ein Stück Normalität in ihren Alltag bringen. Konzerte, Kino und Kleinkunst gehören für uns da einfach dazu.

Wie geht es für das KAP jetzt weiter?
M. Jäckel:
Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen und, so oft es geht, noch Open-Air-Veranstaltungen zu realisieren. Zwei Veranstaltungen, die in der „Tonne“ stattfinden sollten, haben wir nach draußen verlegt und hoffen nun, dass das Wetter passt.

H. Herder: Für diese und weitere Open Airs befinden wir uns aktuell in der Planung. Dazu gehören sowohl Konzerte wie auch das als erste richtige Veranstaltung seit März stattfindende Sommernachtskino. Dieses wird die nächsten Wochen bestimmen. Ab 7. August starten wir ebenfalls unseren normalen Kinobetrieb. Hierfür haben wir ein bestätigtes Hygienkonzept.

Warum startet Ihr gerade mit dem Sommernachtskino?
H. Herder: Das Sommernachtskino hat eine lange Tradition, die wir natürlich auch dieses Jahr fortführen wollen. Da unser Kino ebenfalls seit März geschlossen war, freuen wir uns natürlich, endlich wieder Filme zeigen zu können. Danach folgen dann verschiedene Konzert- und Kabarett-Open-Air-Veranstaltungen bis einschließlich 19. September.

 

Ende August lädt die Kulturbastion wieder zum Sommernachtskino. Zu sehen gibt es diese drei Filme.

 

Diese Open-Air-Veranstaltungen stehen in der Kulturbastion als nächstes auf dem Programm:

Donnerstag, 20. August    
Sommernachtskino
Lindenberg!

Freitag 21. August    
Sommernachtskino
Die Känguru-Chroniken

Sonnabend, 22. August    
Sommernachtskino    
Nightlife

Freitag, 28. August
ReCartney    
Tribute to The Beatles & PaulMcCartney

Sonnabend, 29. August    
Monokel Kraftblues & Engerling

Donnerstag, 10. September    
Zärtlichkeiten mit Freunden     
Musik-Kasperett

Freitag, 11. September    
The Harvest Community &
Siegelband
Neil Young Tribute Night

Sonnabend, 12. September    
Horst Evers    Lesung/Kabarett
„Früher war ich älter“

Sonnabend, 19. September    
Stoppok & Band    Jubel-Tour

Weitere Infos unter www.kulturbastion.de. VVK über Reservix, Eventim und im Büro der Kulturbastion.

 

Eines der Open-Air-Highlights ist der Auftritt der Band Stoppok.

 


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