Samstag, 28. November 2020
Freitag, 24. Juli 2020

GESPRÄCH AM SONNTAG

Andree Schittko: "Elbgalerie ist Treffpunkt"

Andree Schittko: „Wir hoffen, dass bald wieder Normalität einsetzt und unsere Besucher ihr Frühstück und den Kaffee mit Freunden in der Elbgalerie genießen können, denn wir verstehen uns als Treffpunkt, um soziale Kontakte zu pflegen.“Foto: SWB/PN

Von unserem Redakteur Peter Noack

Riesa. Andree Schittko ist von Beginn an Centerleiter in der Riesaer Elbgalerie. Wie sich die Einschränkungen während der vergangenen Monate auf das Einkaufszentrum in der Riesaer Innenstadt auswirkten und nachwirken, darüber berichtet er heute.

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Riesa. Andree Schittko ist von Beginn an Centerleiter in der Riesaer Elbgalerie. Wie sich die Einschränkungen während der vergangenen Monate auf das Einkaufszentrum in der Riesaer Innenstadt auswirkten und nachwirken, darüber berichtet er heute.

 

SWB: Herr Schittko, wie hat die Riesaer Elbgalerie die coronabedingten Einschränkungen überstanden?
Andree Schittko:
„Unsere wirtschaftliche Situation ist stabil trotz der vorübergehenden besonderen Umstände. Den Alltag in der Elbgalerie  haben die Maßnahmen natürlich auch beeinträchtigt. Es war eine Herausforderung, die geforderten Hygieneauflagen zu erfüllen. Wir haben ein Hygienekon-
zept erarbeitet und auch von der Stadt Riesa genehmigt bekommen. Die Maßnahmen wie Mund- und Nasenschutz tragen, Mindestabstand einhalten, Händewaschen, Anzahl der Parkplätze einschränken und nur zwei Personen pro Fahrstuhl zulassen, wurden umgesetzt und eingehalten. Das Verkaufspersonal war und ist immer bereit, der Kundschaft die Hygieneregeln zu erklären. Wir hatten wenig Konfrontationspotenzial. In Riesa lief das alles recht moderat ab.“


Das waren doch erhebliche Maßnahmen, die in kürzester Zeit umgesetzt werden mussten?
„Das stimmt. Das war eine angespannte Situation. Am Freitag eine Hygienekonzeption erarbeiten. Am Samstag bei der Stadtverwaltung einreichen und mit dem Oberbürgermeister absprechen. Am Wochenende alle Maßnahmen vorbereiten, den Einbahnverkehr für die Warteschlange einrichten und die Markierungen anbringen, damit Montagmorgen wieder 7 Uhr geöffnet werden konnte. Das haben wir hier gemeinsam gut gemeistert. Alle Mieter haben konstruktiv mitgearbeitet. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle bedanken.“


Wie ist die aktuelle Situation?
„Es haben alle Geschäfte wieder geöffnet. Das Sortiment war immer durchgehend vollständig. Es gab keine Engpässe. Wir hatten zu jeder Zeit einen relativ guten Kundenzuspruch. Klar, die Leute gehen jetzt weniger bummeln. Zum einen schrecken die einzuhaltenden Hygienemaßnahmen noch viele davon ab, zum anderen wird allgemein das Geld zusammengehalten. Bei Kurzarbeit müssen auch private Haushalte sparen. Wir hoffen, dass bald wieder Normalität einsetzt und unsere Besucher ihr Frühstück und den Kaffee mit Freunden in der Elbgalerie genießen können, denn wir verstehen uns auch als Treffpunkt der Region, um soziale Kontakte zu pflegen. Wir wollen auch wie üblich jeden Monat Kundenaktionen anbieten, die wegen den Hygienebestimmungen eingeschränkt oder ganz aufgehoben sind. Ab September wird es hoffentlich wieder möglich sein, am besten im Freien, Highlights anbieten zu können.“


Trotz Einschränkungen können Sie aber von Erfolgen anderer Art berichten?
„Richtig. Anfang des Monats wurde unser Kaufland zum Aktionsmarkt ernannt. Am Standort in Riesa darf diese Einrichtung als einziger Markt in der Region besondere Angebote machen. Das gibt es nicht in Großenhain und auch nicht in Meißen. Das macht uns stolz. Zudem investiert Kaufland seit Anfang des Jahres, in erheblichen Umfang, in die Modernisierung des Marktes und neuer Kältetechnik. Das macht uns sehr zuversichtlich, dass unser Ankermieter seinen Mietvertrag mindestens bis 2028 erfüllt. Wir waren auch besonders erfreut, in der Corona-Zeit einen neuen Mieter in der Elbgalerie begrüßen zu können. Anstelle der leer stehenden Fläche im Erdgeschoss (ehemals Indigo) ist dort neu Jeans Fritz eingezogen. Wir sind fast komplett vermietet.“


Die Senkung der Mehrwertsteuer soll nun die Kaufkraft stärken und Einbußen während der Zeit der Beschränkungen im Einzelhandel ausgleichen. Wie wirkt sich das in der Riesaer Elbgalerie aus?
„Bei uns reichen alle Mieter die Mehrwertsteuersenkung an die Kundschaft weiter. Es gibt sogar besondere großzügige Angebote bei den Textil- und anderen Nonfoodanbietern. Die Umsetzung war nicht einfach. Nonfoodläden konnten alle Artikel um 3 Prozent reduzieren. Geschäfte mit gemischten Angeboten mussten die verschiedenen Steuersätze berücksichtigen. Jedenfalls war das ein zusätzlicher Aufwand bei der Auspreisung der Ware.“


Wie ist der Stand mit dem defekten Parkautomaten in der Einfahrt?
„Dass wir unfallbedingt nur eine Einfahrt nutzten, war belastend. Da staute sich manchmal der Verkehr auf der Elbstraße und sogar auf der Breiten Straße. Wir haben endlich das neue Terminal erhalten und können nun wieder zwei Einfahrten zur Verfügung stellen. Aber ich sehe perspektivisch ein größeres Problem auf unser Einkaufscenter zukommen".


Und welches ist das?
„Der Stadtrat hat beschlossen, die Bebauung des ehemaligen Geländes Autohaus Widmann mit einem weiteren Verbrauchermarkt zu beplanen. Ich halte das für eine große Fehlentscheidung. Es geht mir nicht um die Handelskette. Es geht grundlegend um die Prinzipien der Stadtentwicklung. Ein einfacher Grundsatz ist hier, dass zur Nahversorgung ein Lebensmittelmarkt im Umkreis von 500 m ausreichend ist. Da sind wir in der Innenstadt mehr als überversorgt. Betrachten wir dann noch die Prognosen für Riesa bis 2025 im Bereich Einwohnerzahl, Seniorenanteile und Kaufkraft sind die Auswirkungen für unseren innerstädtischen Einzelhandel mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr negativ. Das betrifft auch die Wirtschaftlichkeit der Mieter in der Elbgalerie und ich wage zu bezweifeln, dass Leerstände in der Elbgalerie erwünscht sind. Außerdem erachte ich den Zeitpunkt der Diskussion als äußerst unzweckmäßig, da wir alle die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie noch nicht einschätzen können. Es ist aus meiner Sicht schade, dass diese Fakten nicht berücksichtigt wurden und unsere Stadträte so entschieden haben.“ 


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