Mittwoch, 12. August 2020
Donnerstag, 30. Juli 2020

TORGAU

Hinter den Kulissen der LAGA-Vorbereitungen

Der aktuelle LAGA-Flyer.Foto: TZ/Stöber

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

In einer dreiteiligen Mini-Serie gibt die Heimatzeitung einen Überblick zur LAGA – Stand Juli und jeweils mit den geplanten Gesamtkosten und dem Kostenanteil, den die Stadt selbst finanziert. 1. Folge: Bahnhof, Glacis, Junger Garten.

 

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Einen kompletten Überblick zum Stand der Arbeiten und der Investitonskosten für die Landesgartenschau 2022 haben die Torgauer Stadträte in ihrer letzten Sitzung vor den Ferien bekommen. LAGA-Geschäftsführerin Bettina Klein und Franziska Weidner aus der städtischen Kämmerei schlüsselten das Gebiet dabei in zehn Teilbereiche auf, zu denen auch der Schlossgarten gehörte, über den die TZ bereits am Montag berichtet hat.

In einer dreiteiligen Mini-Serie gibt die Heimatzeitung diesen Überblick – Stand Juli und jeweils mit den geplanten Gesamtkosten und dem Kostenanteil, den die Stadt selbst finanziert.

Teilbereich 1
Der Abriss des alten und Bau des neuen Bahnhofs gehört nicht zum Maßnahmenpaket der LAGA. Abstimmungsbedarf gibt es dennoch, weil das Bahnhofsumfeld, also die Grünanlage, sehr wohl Teil der Gartenschau ist. Damit der Übergang passt, stehen die jeweiligen Planer in Kontakt.

Das Bahnhofsumfeld selbst soll mit möglichst wenigen Eingriffen auskommen, um die gewachsene Struktur zu bewahren, sagt LAGA-Geschäftsführerin Bettina Klein. Wie sie weiter erklärt, wird im Bahnhofsumfeld auch ein Teil der Infrastruktur für die Gartenschaugäste untergebracht. So sei ein Verleih für Rollstühle und Rollatoren dort geplant.

Dieser erste Teilbereich ist in Planung und mit rund 250 000 Euro eingepreist. Abzüglich der Fördermittel bleiben für die Stadt rund 82 000 Euro. Apropos Bahnhof: Wie die Torgauer OBM auf TZ-Nachfrage versicherte, ist das Neubau-Projekt auf Kurs und definitiv 2022 nutzbar.

Teilbereiche 2 und 3
Hier geht es um die Bahnhofsbrücke und vor allem ums Glacis zwischen Bahnhof und Mückencafé. Noch ist nicht klar, ob die Brücke neu gebaut oder saniert werden soll. Ein Gutachten muss hier klären, welcher Weg wirtschaftlicher ist.
Auf jeden Fall muss es eine Abstimmung zwischen den Brückenbauern und denen geben, die den Ornissteg realisieren.

Der Steg soll in die Eisbahnwiese hereinragen und Einblicke in die Vogelwelt gewähren. Wichtig sei, dass die Gestaltung von Steg und Bahnhofsbrücke eine Einheit bilden, sagt Bettina Klein, die an dieser Stelle auch den Denkmalschutz ins Boot holt.

Ökologie und Hochwasserschutz sind die Prämissen, unter denen an das sogenannte Querbauwerk im Schwarzen Graben Hand angelegt werden soll. Das ist in die Jahre gekommen, entspricht keinen aktuellen Vorgaben mehr, ist aber für die Versorgung der Eisbahnwiese mit Wasser unerlässlich und gleichzeitig Bestandteil des Torgauer Hochwasserschutz-Konzepts. Hier wurden zuletzt die Vermessungsarbeiten vergeben.

Zurück auf dem Trockenen: Bei der Planung des Kranich-Spielplatzes komme man immer mehr ins Details, sagt Bettina Klein, inzwischen sei der Bauantrag abgegeben worden.

Im zeitlichen Verzug ist dagegen der Wegebau durchs Glacis, weil nach Auftragsvergabe ein Bieter in Widerspruch gegangen war.
Die Realisierung dieser Teilbereiche der LAGA 2022 wird rund 6,7 Millionen Euro kosten, rund 1,2 Millionen Euro davon fließen aus dem Stadtsäckel.

Teilbereich 4
Noch firmiert das gerade eingeebnete Areal am Stadtpark als ehemaliges ABT-Gelände. Spätestens 2022 wird sich der Name Junger Garten einprägen. Hier läuft aktuell die Vorplanung für kommende Tiefbauarbeiten.

Besonderes Augenmerk wird auf die Ableitung des Regenwassers gelegt, das dort nicht versickern soll. Auf dem rund 12 000 Quadratmeter durchmessenden Gelände sind sowohl Angebote für junge LAGA-Besucher als auch die Unterbringung der Hauptgastronomie vorgesehen.

Derzeit sei noch offen, ob die Gastro ein festes Gebäude bekommt, das später als Indoor-Spielplatz genutzt werden soll oder eine mobile Variante zum Einsatz kommt, so Bettina Klein. Entscheidend wird sein, ob die Fördermittel für die spätere Spielscheune rechtzeitig fließen. Aber auch der Gedanke an eine mobile Lösung bereitet der LAGA-Geschäftsführerin keine schlaflosen Nächte. Es gebe zahlreiche Beispiele für entsprechende Umsetzungen auf hohem Niveau, berichtet sie.

Etwas ganz Besonderes für Torgau zu schaffen, ist auch der Anspruch des LAGA-Teams an die Kletterlandschaft. „Wir stecken an einem entscheidenden Punkt in der Ideenfindung“, sagt Bettina Klein. Unter anderem wolle man es Menschen mit Handicap  ermöglichen, Teile der Landschaft zu nutzen. Das ist auch erklärtes Ziel für die Auswahl der Fitnessgeräte, die im Jungen Garten nutzbar sein werden.
Unter dem Strich soll der Teilabschnitt 4 rund 5,6 Millionen Euro kosten – bestenfalls mit einer Eigenbeteiligung aus städtischen Mitteln von rund 530 000 Euro – viel hängt hier von der Lösung für die Spielscheune ab, für die rund 1,7 Millionen Förder-Euro akquiriert werden sollen.

Kommentar: Knapp wird es immer

Die Zeit läuft. Noch gut 21 Monate bleiben, bis im April 2022 die         
9. Sächsische Landesgartenschau in Torgau ihre Pforten öffnen soll. Die Liste der Projekte, die in Angriff genommen werden sollen, ist beeindruckend. Beeindruckend ist auch der Optimismus und das Engagement der LAGA-Macher in Gartenschau GmbH und Stadtverwaltung. Auf ihren Schultern ruht die ganze Verantwortung, die Erwartungen der Gäste an die Schau, vor allem aber die der Torgauer an die Stadtentwicklung zu erfüllen.

Innerhalb von weniger als zwei Jahren.

Es ist niemandem zu verübeln, diese Zeitschiene kritisch zu beäugen und zu hinterfragen. Die Antwort kann nur Transparenz heißen; sicher aber nicht Denkverbot.

Andreas Kretschmar, Oschatzer Oberbürgermeister mit LAGA-Erfahrung, hat mir in einem Interview mal davon berichtet, wie die letzte Schubkarre durch den Hinterausgang das Gelände verließ, während vorne die Eröffnung gefeiert wurde. Und das, obwohl Oschatz seine Schau wegen des Hochwassers 2002 um ein Jahr verschoben hatte. Knapp wird es offenbar immer, das gehört wohl dazu.


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