Samstag, 28. November 2020
Freitag, 31. Juli 2020

TORGAU

Getreide-Ernte im Raum Torgau vor dem Abschluss

Mähdrescher beim Aufnehmen des Schneidwerkes. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Torgau. Im Altkreis Torgau hat der Endspurt bei der Getreideernte begonnen. Wenn es warm und trocken bleibt – und danach sieht es derzeit aus – wird ein Großteil der Betriebe das Korn am Samstag und Sonntag oder spätestens zu Beginn der nächsten Woche vollständig eingebracht haben.

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Torgau. Im Altkreis Torgau hat der Endspurt bei der Getreideernte begonnen. Wenn es warm und trocken bleibt – und danach sieht es derzeit aus – wird ein Großteil der Betriebe das Korn am Samstag und Sonntag oder spätestens zu Beginn der nächsten Woche vollständig eingebracht haben. „Das wäre dann der normale und übliche Zeitpunkt in unserer Region. Denn Torgau gilt als Frühdruschgebiet“, erklärt Christine Richter, Geschäftsführerin des Regionalbauernverbandes Torgau. 

 

Korn ist reif 

Große Staubwolken überall künden davon, dass die Landwirte derzeit alle verfügbare Technik im Einsatz haben. Das Getreide ist reif und muss vom Halm. Gut 20 bis 30 Hektar schafft ein moderner Mähdrescher vom Typ CX 80/90   New Holland am Tag im Durchschnitt. Dazu arbeitet sich die 20 Tonnen schwere und 455 PS-starke Maschine mit rund 4 km/h vorwärts. Die Fahrer müssen extrem aufpassen. Bei der aktuellen Trockenheit reicht ein Stein im Schneidwerk, um einen schlimmen Feldbrand zu verursachen. Die Erträge fallen von Region zu Region sehr unterschiedlich aus. Es hat sich gezeigt, dass der südliche Teil im Altkreis Torgau bei den Niederschlägen im Juni und im Juli schlechter davongekommen ist. Somit sind die Ernteergebnisse in diesen Regionen entsprechend niedriger. 

 

Frostschäden 

„Wir hatten bei der Gerste doch stärkere Ausfälle durch den späten Frost. Die Erträge liegen hier unter dem Durchschnitt und betragen so etwa 30 Dezitonnen je Hektar“, gibt Christine Richter eine grobe Einschätzung. Normal wären 60 bis 70 Dezitonnen je nach Standort und Bodenwertzahl. Beim Raps und beim Weizen, die als nächstes an die Reihe kamen, waren die Erwartungen sehr niedrig. „Zum Glück wurden die Ergebnisse aber nicht so schlecht wie befürchtet. Die Erträge liegen ein bisschen unter dem Durchschnitt der normalen Jahre, sind aber auf jeden Fall besser als 2019“, so die Geschäftsführerin. Zwischenzeitlich hatten ja viele Bauern Angst vor einem dritten Dürre-Jahr in Folge. Dies bestätigte sich nicht. 

 

Schlechte Preise 

Beim Weizen sind  im Durchschnitt 70 Dezitonnen je Hektar je nach Standort eingebracht worden. Das sei angesichts der schlechten Ausgangsbedingungen okay. „Mit den Abnahmepreisen können wir aber nicht zufrieden sein. Sie liegen beim Weizen etwa bei 16 Euro je Dezitonne, bei der Gerste um 14 Euro je Dezitonne, Braugerste um 16 Euro je Dezitonne und beim Raps im Schnitt bei 36.50 Euro je Dezitonne“, zählte Christine Richter auf. Eine Rolle spielen dabei noch die Qualitäten. Trotzdem seien die Erlöse nicht kostendeckend. Bei zugleich niedrigen Milch- und Schweinefleisch-Preisen falle es immer schwerer, die Defizite quer zu finanzieren. „Die Situation spitzt sich zu“, so die Geschäftsführerin. Der Gewitterguss vom vergangenen Wochenende habe leider keine längere Wirkung erzielt. Inzwischen könne man zuschauen, wie die Maisbestände beginnen zu vertrocknen. „Die Niederschläge haben uns nicht gerettet. Außerdem waren die Regenmengen wieder sehr unterschiedlich verteilt“, schildert sie das Problem. Normalerweise werde der Silo-Mais erst im September gehäckselt. Bei fortschreitender Trockenheit könnten einige Betriebe gezwungen sein, die Kulturen eher vom Feld zu holen.


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