Freitag, 15. Januar 2021
Freitag, 31. Juli 2020

NORDSACHSEN

Horstseefischen fällt ins Wasser

Das Horstseefischen – hier eine Archivaufnahme aus dem Jahr 2019 ist abgesagt.Foto: TZ/Archiv

Von Jana Brechlin, Sebastian Stöber

Wermsdorf. Das Horstseefischen muss in diesem Jahr ausfallen. Schuld sind die Auflagen zum Schutz vor Corona-Infektionen. Ob das Torgauer Abfischen stattfinden kann, ist noch offen.

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Es ist ein schwerer Schlag für die Region und Fischliebhaber im ganzen Freistaat: Das Wermsdorfer Horstseefischen fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Ein Volksfest, das in Spitzenzeiten von bis zu 100 000 Menschen besucht wird, könne nicht mit den aufwendigen Sicherheitsbestimmungen durchgeführt werden, so die Begründung. Georg Stähler, Geschäftsführer der Teichwirtschaft Wermsdorf, erklärte, man müsse von einem Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag ausgehen. Ursprünglich sollte die Veranstaltung vom 9. bis 11. Oktober im Süden des Landkreises Nordsachsen stattfinden. Die Teichwirtschaft hat vor Ort eine lange Tradition, denn schon vor mehr als 500 Jahren wurden hier Gewässer zur Fischzucht angelegt.
Nun bleibt die Abfischstelle am Horstseedamm erstmals im Herbst verwaist – nachdem 2019 das 50-jährige Jubiläum des Festes gefeiert wurde. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, heißt es aus dem Unternehmen. „Fischerfeste sind für Teichwirte eine erhebliche Quelle, um Ausfälle zu kompensieren“, sagte Stähler. Doch jetzt sei die Unsicherheit zu groß gewesen, um die Planungen mit allen Partnern, Händlern und Gastronomen weiter voranzutreiben. Letztlich könne man auch nicht abschätzen, ob tatsächlich wieder so viele Besucher wie in den vergangenen Jahren nach Wermsdorf kommen würden oder Gäste aus Sorge um ihre Gesundheit lieber fernbleiben.
„Wir wissen einfach nicht, was auf uns zukommt“, machte Angela Stähler-Neumeister von der Teichwirtschaft Wermsdorf deutlich. Der ganze Mehraufwand zum Schutz vor Ansteckung müsse vom Unternehmen vorfinanziert werden – mit dem Risiko, dass kurz zuvor weitere Auflagen hinzukommen oder das Fest ganz abgesagt wird. Und ein schlüssiges Sicherheitskonzept mit vielen tausend Gästen auf dem Freigelände verlange einen Wahnsinnsaufwand. „Allein schon die Frage, wie der Zugang reguliert werden soll, ist nur schwer zu klären“, nannte sie einen Punkt.
Zu den Partnern des Volksfestes gehört die Gemeinde Wermsdorf. Bürgermeister Matthias Müller (CDU) bedauert, dass eine über 50 Jahre währende Tradition jetzt unterbrochen wird, sieht aber auch keine Alternative dazu. „Wir halten das mit den bisher bekannten Auflagen schlichtweg für nicht durchführbar. Dazu kommt, dass keiner weiß, was im Herbst gilt und dann umgesetzt werden muss“, sagte er. Und die Besucherzahl der beliebten Veranstaltung zu begrenzen, sei für ihn befremdlich. „Die Vorstellung, dass wir Gäste, die zum Teil weite Wege auf sich nehmen, um nach Wermsdorf zu kommen, abweisen müssen, schmerzt mich“, so Müller.
Ganz sang- und klanglos soll die Saison 2020 bei der Teichwirtschaft trotz Corona nicht vorübergehen. Man plane, ebenfalls am Wochenende vom 9. bis 11. Oktober, ein Hoffest für treue Kunden und interessierte Besucher an der Hälteranlage im nahegelegenen Göttwitz, kündigte Angela Stähler-Neumeister an. Dort könnten sich Interessenten ab Herbst wieder ständig mit frischem Fisch aus den Wermsdorfer Teichen, Räucherware und weiteren Delikatessen versorgen. Anschließend werde man im Unternehmen den Fokus auf 2021 richten: „Dann wollen wir natürlich wieder ein großes Fest zum Horstseefischen veranstalten“, wünscht sie sich.
Ob es am Großen Teich in Torgau dieses Jahr öffentlich abgefischt wird, ist derweil noch offen. Die Entscheidung für die deutlich kleinere Veranstaltung werde mit Blick auf die Situation im Herbst und die dann geltenden Auflagen später gefällt, so Thomas Plate, Leiter der Betriebsstelle Torgau der Wermsdorfer Teichwirtschaft, auf TZ-Nachfrage.

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