Sonntag, 20. September 2020
Montag, 17. August 2020

TORGAU

Prävention in allen Bereichen

Tobias Kühn (r.) ist der neue Präventionsbeauftragte der Diakonie Torgau-Oschatz. Unterstützt wird er vor allem bei Projekten von seinem Kollegen Pascal Iberl. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Tobias Kühn ist der neue Präventionsbeauftragte der Diakonie Torgau-Oschatz und will nicht nur an Schulen die Leute vor der Sucht bewahren.

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Sein erstes großes Projekt hat Tobias Kühn schon vor einem guten Monat hinter sich gebracht, und trotzdem steht seine Arbeit im Landkreis noch ganz am Anfang. Seit Januar 2020 ist der gebürtige Vogtländer als Präventionsbeauftragter für die Suchtberatung der Diakonie Torgau Oschatz unterwegs und versucht im Moment vor allem, seine Bekanntheit zu steigern. „Klinken putzen, das steht gerade an“, bringt es der 35-Jährige auf den Punkt. Mit der Einladung von zahlreichen Fachkräften zu einer Führung durch den „Glück sucht dich Bus“ wurde damit schon ein guter Schritt gemacht, der Weg ist allerdings noch lang.

Prävention in Vollzeit

„Prävention war schon immer ein Teil der Beratungsstelle“, erklärt Tobias Kühn. „Aber bislang nicht in Form einer ganzen Stelle, sondern eben nur punktuell. Das hat sich nun mit mir geändert.“ Der Bedarf für Suchtprävention sei in Nordsachsen auf jeden Fall gegeben, sagt er und fügt hinzu, dass der Landkreis deshalb diese Stelle geschaffen habe. „Allerdings ist sie noch nicht besonders bekannt, weswegen ich jetzt meine Fühler ausstrecke.“

Doch auch wenn aktuell in erster Linie das „Klinken putzen“ auf Tobias Kühns Plan steht, bleiben natürlich kleinere Projekte nicht aus. Dabei versucht er, sein Vorgehen möglichst modern zu halten und die Prävention nicht so zu gestalten, wie man es vielleicht noch aus dem früheren Schulunterricht oder dergleichen kennt. „Früher lief Prävention vor allem über Abschreckung, aber das ist nicht der richtige Weg. Besser ist ein akzeptierender Ansatz. Man muss auf die Leute und deren Interessen eingehen und damit arbeiten. Schließlich kann man niemanden wegsperren.“

Kühn spricht in diesem Zusammenhang von einer Immunisierung der jeweiligen Personen und so genannter Lebenskompetenzförderung. Ein kompliziertes Wort, das vor allem beschreiben soll, dass Menschen lernen sollen, dass sie eigentlich gar keine Suchtmittel brauchen. „Wenn man weiß, wie man auf anderem Wege glücklich wird, dann benötigt man keine Drogen mehr.“ Dabei stoße man immer wieder auf die gleichen Problematiken und Gründe für eine Sucht, die man dann gezielt angehen kann. Stress im Job, in der Schule oder in der Familie seien hier die absoluten Paradebeispiele.

Nicht nur an Schulen

Tobias Kühn ist für die Diakonie Torgau-Oschatz in Vollzeit für die Prävention zuständig. Gemeinsam mit Pascal Iberl, ehemaliger Streetworker und mittlerweile Suchtberater bei der Diakonie. haben die beiden Anfang Juni den Glücksbus nach Torgau geholt, weitere Projekte haben sie schon in der Planung. Dabei wollen sie nicht, wie man sich das beim ersten Gedanken an Suchtprävention vorstellt, nur an Schulen gehen, sondern das Thema einer möglichst breiten Masse an Leuten zugänglich machen. „Auch in Betrieben, Senioreneinrichtungen oder Kitas ist Präventionsarbeit wichtig. Es muss ja dann nicht immer um illegalisierte Drogen, Tabak und Alkohol gehen. Von überhöhtem Zucker- oder Medienkonsum kann auch eine Sucht ausgehen, die sehr oft unterschätzt wird.“

Hilfe zur Selbsthilfe

Doch auch wenn Tobias Kühn sein Blick stark erweitern will, bleibt die Arbeit an Schulen mit der wichtigste Part. Sein Ziel dabei: Die Präventionsarbeit langfristig in den Unterricht zu integrieren. „Es bringt nichts, wenn wir einmal im Jahr vorbeikommen und ein bisschen Präventionsarbeit leisten und dann ist es wieder gut. Wir müssen Lehrer und Schulsozialarbeiter sensibilisieren.“ Hilfe zur Selbsthilfe nennt er das Prinzip. „Das Thema Sucht spielt in so vielen Bereichen eine Rolle und kann damit auch in vielen Fächern in den Unterricht eingebracht werden. Biologie, Chemie, Gemeinschaftskunde und so weiter.“ Dieses Prinzip hat auch einen ganz praktischen Hintergrund. Schließlich ist Kühn für den gesamten Landkreis Nordsachsen zuständig, was es fast unmöglich macht, ein regelmäßiges Präventionsangebot für alle Schulen zu realisieren.

Ideen gibt es genug

Damit steht man, wie auch beim Ausbau eines großen Präventions-Netzwerks, bei der Diakonie aktuell noch ganz am Anfang, ist jedoch hochmotiviert, in den kommenden Monaten und Jahren einiges auf die Beine stellen zu können. Ideen gibt es genug und auch in die Umsetzung steigt Tobias Kühn mit Unterstützung seiner Kollegen der Suchtberatungsstelle langsam ein. „Wir freuen uns auch jetzt schon über jede Anfrage für ein Projekt und arbeiten gerne mit allen Akteuren hier im Landkreis zusammen. Ich bin guter Dinge, dass wir uns hier gut vernetzen und die Prävention im Landkreis damit entscheidend voranbringen können.“


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