Sonntag, 20. September 2020
Sonntag, 23. August 2020

TORGAU

Hilfe für Torgaus Schausteller

Bereits am frühen Abend hatten sich zahlreiche Gäste auf dem Festplatz der Geharnischten eingefunden. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Am Samstag wurde auf dem Festplatz der Geharnischten fröhlich Walpurgisnacht 2.0 gefeiert. Das Fest hatte dabei jedoch einen ernsten Hintergrund.

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Keine Einnahmen seit Dezember 2019. Alle Mitarbeiter entlassen, bis auf die eigene Familie. Keine Arbeit gehabt in den letzten Monaten, lediglich mit Reparatur- und Aufräum-Arbeiten die Zeit verbracht. So sieht die aktuelle Situation von Thomas Bachmann und seinem Familien-Schaustellerbetrieb aus. Ihn hat, genau wie die gesamte Schausteller-Branche, die Corona-Krise hart erwischt. Volksfeste, das eigentliche Metier der Familie Bachmann und Sauerwald, sind bis auf unbestimmte Zeit verboten, die finanziellen Einkünfte damit komplett auf null gefahren.

Am Wochenende hatte der Torgauer Schaustellerbetrieb nun seinen ersten Einsatz seit dem Torgauer Wintermarkt und die Freude war groß. Denn der Torgauer Wirteverein hatte auf den Festplatz der Geharnischten eingeladen, um dort eine etwas andere Version der traditionellen Walpurgisnacht zu feiern. Anders zum einen, weil weder das Datum (sonst ist die Walpurgisnacht Ende April; Anm. d. Red.) stimmte, noch ein zur Tradition gehörendes Feuer gemacht werden durfte, zum anderen aber auch, weil diesmal nicht die Wirte selbst, sondern die zahlreichen Schausteller der Region für die Bewirtung sorgten.

Thomas Bachmann und seine Familie freuten sich über den ersten Einsatz 2020.

„Wir wollen den hiesigen Schaustellern einfach ein wenig unter die Arme greifen. Die sind aktuell schließlich komplett auf Null gesetzt“, erklärt Karl-Friedrich Potzelt, seines Zeichens Entenfang-Chef und Wirteverein Vorstandsmitglied, die Intension hinter der „Walpurgisnacht 2.0“, wie sie offiziell betitelt wurde. Die Idee entstand vor knapp vier Wochen im Verein und wurde von diesem dann ganz spontan und kurzfristig umgesetzt. Musik wurde organisiert, die verschiedenen Schaustellerbetriebe wie eben die Familien Bachmann und Sauerwald oder Gierolt mit ins Boot geholt und dann die große Feier bei den Geharnischten auf die Beine gestellt. Anders gehe es aktuell gar nicht, sagt Bäckermeister und Mit-Organisator Frieder Francke. Schließlich könne man in Zeiten von Corona nichts Langfristiges planen, es funktioniere nur spontan.

Und trotzdem denkt man beim Wirteverein schon jetzt an die Weihnachtszeit und den ebenfalls traditionellen Torgauer Weihnachtsmarkt. Denn für diesen war die Walpurgisnacht am Samstag laut Frieder Francke eine Art „Testballon“. „Wir möchten ausloten, wie eine solche Feier unter Corona-Bedingungen funktionieren kann und worauf es bei der Organisation ankommt.“ Eintrittskarten, Abstandsmarker, verstärkte Security, all das soll auch beim Weihnachtsmarkt zum Einsatz kommen. Ein erstes Fazit von Potzelt und Francke fiel noch am Samstag-Abend recht positiv aus. Die Leute hielten sich größtenteils diszipliniert an die Bestimmungen und hatten so auch trotz Corona eine Menge Spaß bei der Walpurgisnacht. Die soll dann im nächsten Jahr wieder an ihrem eigentlichen Termin, dem 30. April stattfinden. 

Für Thomas Bachmann und seine Familie geht es nach dem kleinen Einsatz am Samstag erst wieder im kommenden Monat weiter. In Dittersbach bei Dresden bauen sie Anfang September einen kleinen Vergnügungspark auf, bei dem dann auch endlich wieder die Fahrgeschäfte der Schausteller nach Monaten des Stillstands zum Einsatz kommen. Und ihr nächstes Event in Torgau startet dann am 3. Oktober. Mit dem Beginn der etwas kleineren Corona-Version von Torgau leuchtet wollen die Bachmanns und Sauerwalds auch Torgau mit einem eigenen kleinen Freizeitpark beglücken. Dieser wird auf dem Parkplatz an der Kulturbastion aufgebaut und eine Woche lang mit Fahrgeschäften, Losbuden und leckeren Imbissständen locken. „Wir sind froh, endlich wieder ein bisschen in Schwung zu kommen“, freut sich Thomas Bachmann und hofft, dass es vielleicht ab jetzt wieder bergauf gehen könnte. 

Auch auf Süßigkeiten mussten die Gäste nicht verzichten.

 


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