Sonntag, 20. September 2020
Sonntag, 23. August 2020

MOCKREHNA

"So kann es nicht weitergehen"

Ohne Worte.Foto: privat

von unserem Redakteur Christian Wendt

Mockrehna. Hilferuf aus Mockrehnas Wohnblockviertel: Mit einem offenen Brief wandten sich Wohnungseigentümer und Mieter aus der Reichsstraße nun an die Torgauer Zeitung. Darin beklagen sie eine „schlimme Wohnsituation“.

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Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Im Jahre 1995 hat die Gemeinde Mockrehna als damaliger Besitzer die Wohnungen zum Erwerb als Eigentum angeboten. Über 50 Wohnungen wurden verkauft. Wir dachten damals, Wohneigentum zu haben und bis zum Alter hier wohnen zu können, ist gut. Doch weit gefehlt. Zweimal  gab es einen Hauseigentümerwechsel und die Wohnsituation wurde immer schlimmer. Mit unseren Problemen stehen wir alleine da. Wir haben zwei Wohnungsverwalter, einen für Mieter und einen für Wohneigentümer. Eine echte Zusammenarbeit gibt es nicht. Schildert man die Probleme, so heißt es, ,entweder ihr findet Euch damit ab oder zieht aus‘. Geht man zur Gemeindeverwaltung, ist es nicht anders. Dort sagt man uns, dass dies Privateigentum sei, und die Verwaltung nichts angehe. Wir aber sind Bürger von Mockrehna und haben unlängst unseren Bürgermeister gewählt. Wir wünschen uns – ähnlich wie in Torgau –, dass Wohneigentümer, Mieter und Hausverwaltungen sowie der Bürgermeister zusammenkommen, wir die Probleme schildern dürfen und die Beteiligten ihren Einfluss geltend machen. So, wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen.“

 

22 Unterzeichner

 

Unterzeichnet wurde jener offene Brief von 22 Personen, die mit großem Interesse das Geschehen in Torgau-Nordwest verfolgen. Von vielen als sozialer Brennpunkt angesehen, agieren hier seit Mai des vergangenen Jahres zumindest Stadtverwaltung und Polizeidirektion in geschlossener Formation. Hintergrund ist eine im Vergleich zu anderen Mittelzentren im Freistaat hohe Kriminalitätsbelastung, die in den vergangenen Jahren nur eine Richtung kannte: nach oben. Besondere Schwerpunktfelder sind die Rauschgiftkriminalität und eine oftmals damit verknüpfte Eigentumskriminalität, die im Falle Torgaus beide schon längst nicht mehr nur auf Nordwest begrenzt sind.

Mockrehnas Ortsvorsteher Bernhard Wagner gibt den Unterzeichnern des offenen Briefs Recht. Das Wohnniveau sei über die Jahre gesunken. Doch aus Sicht der Gemeinde sei ein Eingreifen auf Grund der Eigentumsverhältnisse sicherlich nur schwer möglich. „Verwahrlosung ist in Deutschland leider nicht verboten“, sagte er. Allein schon auf Grund der schwierigen Ausgangslage befürwortet Wagner jenen von den Unterzeichnern gewünschten Runden Tisch. Vielleicht könne sich dadurch einiges zum Besseren ändern.

 

Gesprächsbedarf

 

Claus Heinrichsen, auf Grund des Urlaubs von Bürgermeister Peter Klepel derzeit in Vertretung Chef der Gemeinde Mockrehna, schloss sich gestern den Worten Wagners an. Auf jeden Fall werde er mit Peter Klepel über die Problematik noch einmal reden. Heinrichsen sieht dahingehend auch für die kommende Gemeinderatssitzung Gesprächsbedarf.

Bei der TREUREAL Property Management GmbH weiß man um die Schwierigkeiten, auch wenn bis gestern der offene Brief dort noch nicht vorlag. TREUREAL ist Verwalter der Wohnungseigentümergemeinschaft in der Anlage. Sie ist daher für das Gemeinschaftseigentum in der Wohnanlage zuständig. „Wir sind nicht verantwortlich für die Mietverhältnisse, die einzelne Wohnungseigentümer mit ihren Mietern eingehen“, machte Unternehmenssprecher Heinz Colligs deutlich. „Uns ist bekannt, dass sich Mieter in einige Wohnungen dieser Anlage nicht an allgemeine Regeln und an Bestimmungen der Hausordnung halten. Daher kennen wir auch die Klagen von Eigentümern oder Mietern anderer Wohnungen. Im Rahmen unserer Rolle als Verwalter haben wir den Eigentümer der Wohnungen mit störenden Mietern bereits mehrfach aufgefordert, bei seinen Mietern die Hausordnung durchzusetzen“, sagte er.


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