Sonntag, 20. September 2020
Montag, 31. August 2020

TORGAU

Heimische Pflanzen für die Torgauer Bürger

Ulrike Barth vom LPV und Anne Reyer von Fernwasser im Kentmann-Garten, in dem auch einige Pflanzen wachsen, die Teil des NaturSchatzElbaue sind. So unter der Dost, in der linken unteren Ecke zu sehen. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Unter dem Titel NaturSchatzElbaue möchten der Landschaftspflegeverband und Fernwasser bis zur Landesgartenschau viele historische Gewächse kostenlos an die Leute verteilen.

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Zwei Jahre sind es noch hin, bis zur Torgauer Landesgartenschau. 2022 öffnet das große Event seine Pforten und schon jetzt fiebern der Laga zahlreiche Bürger entgegen. Um noch mehr Menschen auf das Großereignis vorzubereiten, sie ordentlich in Laga-Stimmung zu bringen und dem Projekt bereits im Vorfeld einen Mehrwert zu bieten, hat sich der Landschaftspflegeverband Torgau-Oschatz (LPV) zusammen mit der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz etwas ganz besonderes ausgedacht. Unter dem Titel NaturSchatzElbaue sollen kostenlos heimische Pflanzen an die Bevölkerung verteilt werden, um diesen nicht nur einen kleinen Einblick die reichhaltige Naturlandschaft der Region, sondern auch in einen wichtigen Teil von Torgaus Geschichte, zu geben.

Lange Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit von LPV und Fernwasser bei diesem Projekt kommt nicht von ungefähr. Schon seit vielen Jahren arbeiten beide regelmäßig zusammen und realisieren verschiedenste Projekte (TZ berichtete). Doch während diese meist nur einen oder mehrere Tage andauern, ist der NaturSchatzElbaue nun auf mehrere Jahre angelegt. Zwei, um genau zu sein. Bis zum Beginn der Landesgartenschau im April 2022 soll es laufen und die Blumenschau  am Ende auch mit einer kleinen Ausstellung bereichern.

Die Idee für das Laga-Projekt hatten der LPV und Fernwasser gemeinsam, als sie sich vor rund einem Jahr mit Dr. Harald Alex, seines Zeichens Schneeglöckchen-Experte und Laga-Fördervereins-Vorstandsmitglied, unterhielten und von ihm auf das 1563 entstandene so genannte „Kreutterbuch“ des weltbekannten Naturforscher Johann Kentmann aufmerksam gemacht wurden. In diesem sind über 600 heimische und fremdländische Pflanzen aufgemalt und genau beschrieben, was es zu einem echten Schatz mit großer historische Bedeutung macht. Bei diesem Treffen kam Ulrike Barth vom Landschaftspflegeverband die zündenden Idee: „Wir sitzen ja schließlich in Johann Kentmanns Wohnhaus mit dem Kentmann-Garten dahinter und da konnten wir dann gar nicht anders, als dazu ein Projekt auf die Beine zu stellen.“ Zusammen mit Fernwasser wurde ein Konzept erarbeitet, welches noch in dieser Woche zum ersten Mal der breiten Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Acht Pflanzen im Mittelpunkt

In dessen Mittelpunkt stehen insgesamt acht der 600 von Kentmann aufgemalten Pflanzen. Diese haben die Mitglieder des LPV und die Vertreter von Fernwasser nach zahlreichen Kriterien ausgewählt und sich umfassend mit ihnen beschäftigt. So ist die Flatterulme mit im Portfoilio, weil sie die Elbauen repräsentiert, der Weißdorn ist besonders für Tiere eine wertvolle Pflanze und die Wilde Karde kommt besonders gut mit der Trockenheit klar. „Außerdem haben alle acht Pflanzen eine besonderes Heilwirkung,“ sagt Ulrike Barth vom LPV.

Wichtig war außerdem noch, dass die verschiedenen Gewächse auch verschiedene Standortansprüche haben. „Die eine mag feuchten Boden, die andere eher trockenen. Manche sind für den Garten gut geeignet, manche kann man sich auch in einem Kübel auf das Fensterbrett stellen. Es gibt für jeden eine geeignete Pflanze, wer eine will, der findet auch eine,“ erklärt Anne Reyer von Fernwasser.

Heimische Natur in den Garten

Dieser Gemeinschafts-Gedanke spielt eine wichtige Rolle bei dem Projekt NaturSchatzElbe. Man möchte so viele Menschen damit erreichen und so die heimische Natur in deren Garten bringen. Das sei nämlich oftmals nicht der Fall. Viele Menschen wüssten gar nicht, dass nicht jede Pflanze auch gut für das heimische Ökosystem ist und viele gezüchtete Gewächse dort auch gar nicht hingehören. Daher sind die Pflanzen, die im Rahmen des Projektes verteilt werden, nicht nur in der Region heimisch, sondern wurden auch in regionalen Gärtnereien gezogen.  Hier arbeitet der LPV unter anderem mit der Staudengärtnerei Manig in Uebigau, der Fürst Püchler Baumschule in Zeischa und dem Pflanzenhof Voigt in Blumberg zusammen.

Der offizielle Startschuss für das Projekt fällt am kommenden Freitag, 4. September, zum 4. und in diesem Jahr letzten Torgauer Abendmarkt.   17 Uhr werden hier Vertreter des LPV und Fernwasser das Projekt vorstellen und die ersten kostenlosen Pflanzen an interessierte Bürger verteilen. Wer danach Interesse daran hat, sich eine der acht Pflanzen (die allesamt auf der ab Freitag freigeschaltenen Website www.naturschatz-elbaue.de zu finden sind; Anm. d. Red.), der meldet sich dafür ganz einfach beim landschaftspflegeverband und bekommt von diesem alle Infos dazu, wie er an ein Pflänzchen kommen kann.

EIne Ausstellung für die Laga

Begleitet wird NaturSchatzElbaue von einem Wettbewerb, welcher sich über die kompletten zwei Jahre bis zur Landesgartenschau ziehen soll. Dieser ist mit dem Aufruf verbunden , das Wachsen und Gedeihen der Pflanze in Fotos, Bildern, Basteleien, Gedichten oder Geschichten zu dokumentieren. So sollen alle Teilnehmer symbolisch am Werden und Entstehen der Laga teilhaben, die Ergebnisse werden am Ende auf der großen Blumenschau im Rahmen eine Ausstellung präsentiert.

Die Vorfreude von Ulrike Barth und Anne Reyer ist, so kurz vor dem offiziellen Start ihren Projektes, kaum in Worte zu fassen. Ein Jahr lang haben LPV und Fernwasser nun bereits an NaturSchatzElbaue gearbeitet und sind nun schon gespannt, wie es bei den Menschen ankommt. Wer mitmachen möchte, kann sich am kommenden Freitag von 16 bis 21 Uhr auf dem Torgauer Abendmarkt einfinden oder sich telefonisch unter der Nummer 03421/7785026 oder per Mail an info@lpvto.de an den Landschaftspflegeverband wenden.


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