Sonntag, 20. September 2020
Montag, 31. August 2020

TORGAU

Ein Ort des Trostes direkt in der Altstadt

In kompletter Eigenregie hat Claudia Hennig das Trauercafé gestaltet und eingerichtet. Das Material dafür bekam sie hauptsächlich von Sponsoren. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Der Seniorenselbsthilfeverein eröffnet demnächst sein Trauercafé. Das soll ein Ort der Begegnung und der Gemeinschaft sein.

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Der Raum ist in warmes, grünes Licht getaucht. An den Wänden hängen kleinere Bilder und Regale mit Pflanzen darauf, in der Mitte steht ein Tisch, ein paar Stühle und zwei gemütliche schwarze Sessel. Er lädt zum Verweilen ein, zum Runterkommen. Und zum Wohlfühlen. Den Raum, dessen Fenster direkt zur Pfarrstraße führen, hat Claudia Hennig in den vergangenen Wochen gestaltet. Sie ist die Hospizkoordinatorin des Seniorenselbsthilfevereins in Torgau und seit Juli damit beschäftigt, ein Trauercafé auf die Beine zu stellen. Dessen Räumlichkeiten sind nun fertig, nur die Besucher fehlen noch.

Trauernde kommen zusammen

Die Idee für das Trauercafé hatte Claudia Hennig bereits an ihrem ersten Tag als Koordinatorin im Selbsthilfeverein. Nachdem sie dort ein Jahr lang ihren Bundesfreiwilligendienst absolviert hatte, begann sie am 1. Juli ihr Festanstellung und wusste direkt, dass sie nicht nur ihre Kollegen koordinieren, sondern auch selbst mit den Trauernden in Kontakt treten möchte. Zusammen mit dem Vorstand des Vereins erarbeitete sie das Konzept der Trauercafés und setzte es dann nach und nach um. Unterstützt wurde sie bei ihrem Vorhaben nicht nur vom Vereinsvorstand, sondern auch von mehreren Sponsoren wie dem Torgauer Obi Baumarkt, den Torgauer Malern sowie privaten Sponsoren aus Annaburg und Strehla.

„Die Idee ist es, den Trauernden einen Ort zu bieten, an dem sie nicht allein sind. Wir werden das Café zwei Mal im Monat öffnen und dann können die Menschen kommen und unter Gleichgesinnten sein. Sie können sich austauschen oder einfach nur ein wenig die Gemeinschaft und den Trost, den sie bietet, genießen.“ Ein komplett offener Treff soll das Café sein. Jeder darf kommen, niemand wird ausgeschlossen. „Und falls jemand ein persönliches Gespräch mit mir oder einem unserer Hospiz-Helfer sucht, kann er sich natürlich auch abseits dieser zwei offenen Tage im Trauercafé verabreden.“

Bedarf ist vorhanden

„Es geht einfach nur darum, die Menschen zusammenzubringen, die die gleichen Sorgen haben“, erklärt Claudia Hennig den Hintergrund. „Wenn ein Trauender während seiner Trauerphase in seinem gewöhnlichen Umfeld bleibt, kann es sein dass er sich nach und nach von diesem entfernt und es zu einem Bruch kommt. Um dies zu verhindern, wollen wir hier für Gemeinschaft sorgen.“ Ob dies bei einem gemütlichen Nachmittag bei Café und Kuchen oder bei einer Lesung oder einem Vortrag ist, kann dabei variieren. Claudia Hennig hat jede Menge Ideen, die sie in den kommenden Monaten umsetzen möchte.

Den ersten Versuch, ein Trauercafé in Torgau zu etablieren, hat der Seniorenselbsthilfeverein bereits vor fünf Jahren unternommen. Damals konnte sich das Konzept jedoch noch nicht etablieren, es fehlte einfach an der nötigen Bekanntheit. „Der Bedarf ist da, man muss den Leuten nur mitteilen, dass es ein solches Angebot auch gibt“, weiß Claudia Hennig, die guter Dinge ist, dass das Projekt diesmal besser verlaufen wird. Hierbei sei der Schlüssel zum Erfolg vor allem die Vernetzung. Sowohl mit anderen Hospizdiensten, die es in Torgau wie auch in Oschatz, Delitzsch und Eilenburg gibt, als auch mit anderen Stellen wie zum Beispiel den Kümmerern im Landkreis. Besonders mit dem Ökumenischen Hospizdienst der Caritas möchte man in Zukunft enger zusammenarbeiten, ein erster Schritt dafür ist die terminliche Abstimmung beim Hospizbegleiterkurs, welchen Claudia Hennig im kommenden Frühjahr durchführt.

Trost ist die Berufung

Vorher möchte sie aber noch das Trauercafé ins Rollen bringen und ist schon ganz gespannt darauf, wie es dann im Oktober, wenn das Projekt startet, angenommen wird. „Das Feedback, dass ich bisher bekommen habe, ist toll. Ich für meinen Teil freue mich schon und bin absolut glücklich, hier in dieser Position angekommen zu sein. Das Trost spenden und die Arbeit mit den Trauernden ist meine Berufung.“


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