Mittwoch, 21. Oktober 2020
Montag, 31. August 2020

DOMMITZSCH

"Kein Luxus, nur ein Zweckbau"

Von links nach rechts: Minister Sebastian Gemkow, Vize-Wehrleiter Dietmar Harth, Wehrleiter Bernd Schlobach, Kreisbrandmeister Ingo Weber, Bürgermeisterin Heike Karau und Landrat Kai Emanuel, der den Förderbescheid übergibt. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch. Solcher Besuch könnte öfter kommen. Vor allem, wenn es aus diesem Anlass geschieht. Landrat Kai Emanuel höchstpersönlich hatte sich am Donnerstagnachmittag mit einem dicken Briefumschlag auf den Weg nach Dommitzsch gemacht.

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Dommitzsch. Solcher Besuch könnte öfter kommen. Vor allem, wenn es aus diesem Anlass geschieht. Landrat Kai Emanuel höchstpersönlich hatte sich am Donnerstagnachmittag mit einem dicken Briefumschlag auf den Weg nach Dommitzsch gemacht. Und als er eintraf, war sogar noch von einem Überraschungsgast die Rede, der noch einige Minuten auf sich warten ließ. 

Zuschuss 

Schließlich konnten Bürgermeisterin Heike Karau und Wehrleiter Bernd Schlobach sowie dessen Stellvertreter Dietmar Harth den Sächsischen Staatsminister für Wissenschaft und Mitglied des Sächsischen Landtags, Sebastian Gemkow, im Rathaus begrüßen. Satte 429 000 Euro erhält die Stadt Dommitzsch als Zuschuss für die technische Ertüchtigung des Gerätehauses in der Bahnhofsstraße. Weil eine solche Summe nicht jeden Tag fließt, herrschte nahezu feierliche Atmosphäre. Nordsachsens Kreisbrandmeister Ingo Weber komplettierte die Delegation am Donnerstagabend.  

Gesetzliche Vorgaben

Wehrleiter Bernd Schlobach betonte, dass es sich bei den Arbeiten um dringend notwendige Umgestaltungen handelt, auch um den gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen. „Das Gerätehaus ist 26 Jahre alt. Es war eines der ersten in der Nachwendezeit, die fertig wurden. Leider ist es nicht so konform und DIN-gerecht gebaut worden wie es sollte“, informierte Bernd Schlobach über die Hintergründe. Tore, Absauganlage, Heizung, Beleuchtung und Druckluftanlage sollen ersetzt und die Außenanlage entsprechend der Vorgabe der Unfallkasse neu gestaltet werden. Dazu gehört eine getrennte Zu- und Abfahrt. „Wir wollten erst noch drei neue Stellplätze zusätzlich schaffen. Aber das wird erst in einem zweiten Schritt realisiert, vielleicht 2021/22“, so der Wehrleiter. 

Moderne Rolltore 

Bei den Türen gelten bestimmte Anforderungen bezüglich Verschlusssicherheit. Und auch bei den Toren setze man künftig auf moderne Rolltore, so dass kein Kamerad mehr nach dem Herausfahren aussteigen und das Schließen per Hand vornehmen muss. Das kostet im Einsatz alles Zeit. Die Heizung sei von Anfang an zu „schwach“ dimensioniert worden. „Da fehlten 80 KW, so dass es immer Probleme mit der nötigen Wärme im Gebäude gab. Die neue Anlage ist energetisch auf dem modernsten Stand, so dass es perspektivisch sogar noch preiswerter in der Unterhaltung wird“, führte der Feuerwehr-Chef aus. Mit der Zusammenlegung der Wehren Proschwitz und Wörblitz werde man die Kräfte in Dommitzsch konzentrieren und dafür den einen Standort besser ausbauen. Seit zwölf Jahren arbeiten die Wehren ohnehin zusammen und werden auch gemeinsam alarmiert.  „Wir liegen hier im Dreiländereck mit der Elbe als natürliche Grenze. Die nächste größere Feuerwehr befindet sich in Torgau. Die benötigten im Schnitt 26 bis 30 Minuten bis zum Eintreffen. Die Kräfte aus Sachsen-Anhalt können wir mit einbringen. Aber in der Praxis ist das doch schwierig. Die Funkverbindungen sind nicht gleich“, erklärte Schlobach. Trotzdem klappe die Zusammenarbeit mit Bad Schmiedeberg und Prettin gut. Seit zwei Jahren gibt es eine vertragliche Vereinbarung zur gegenseitigen Hilfe.

Rund um die Uhr 

 In Dommitzsch eine schlagkräftige Feuerwehr zu haben, sei aber immens wichtig. Bernd Schlobach spielte hier gleichzeitig auf die Verpflichtungen innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft mit den Kommunen Elsnig und Trossin an. „Wir halten hier einen kompletten Löschzug vor, haben 52 Aktive. Davon sind im Schnitt 15 bis 20 rund um die Uhr greifbar – meist immer in anderer Konstellation. Deshalb sei auch die Ausbildung wichtig. Rund 500 000 Euro kostet die Technische Ertüchtigung des Gerätehauses. Davon trägt die Stadt rund 70 000 Euro als Eigenanteil. „Wir halten alles im Rahmen, schaffen keinen Luxus. Es bleibt ein Nutzbau“, ordnete der Wehrleiter die Investition ein. 

Arbeiten laufen schon 

Die Stadt bekam einen vorzeitigen Baubeginn genehmigt, so dass ein Großteil der Umbauarbeiten bereits läuft. Die Hälfte soll noch in diesem Jahr geschafft sein. Nächstes Jahr folgt die Umgestaltung des Vorplatzes, was bei laufendem Betrieb schwierig wird. Denn die wasserführenden Fahrzeuge dürfen nicht draußen stehen. „Wir finden eine Lösung“, beteuerte der Feuerwehr-Chef. Bis Juni/Juli 2021 könnte das Projekt abgeschlossen sein. Landrat Kai Emanuel und Minister Sebastian Gemkow dankten den Dommitzscher Kameraden gleichermaßen für ihren Einsatz. Immerhin funktioniert die Feuerwehr hier zu 100 Prozent ehrenamtlich. Als Landtagsabgeordneter konnte sich Gemkow gleich selber davon überzeugen, dass die im Kabinett beschlossenen und vom Sächsischen Städte- und Gemeindetag bewilligten finanziellen Mittel an der Basis sinnvoll eingesetzt werden. 


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