Sonntag, 27. September 2020
Dienstag, 8. September 2020

NORDSACHSEN

Das dritte Jahr in Folge keine gute Mais-Ernte

Ernteeinsatz auf einem Feld bei Kreischau. Der Häcksler fährt, der Hänger eines Traktors wird befüllt. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Nordsachsen. Dieser Tage läuft – wenn man so will – die zweite große Ernteschlacht in diesem Jahr im Raum Torgau. Nach dem Einbringen des Getreides im Juli ist nun der Silomais an der Reihe. 

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Nordsachsen. Dieser Tage läuft – wenn man so will – die zweite große Ernteschlacht in diesem Jahr im Raum Torgau. Nach dem Einbringen des Getreides im Juli ist nun der Silomais an der Reihe. 

Eine Hauptfruchtart, deren Anbau in der Vergangenheit noch an Bedeutung gewonnen hat. Denn Maisilage ist nicht nur ein unverzichtbares Kraftfutter in der Rinderhaltung. Das Substrat wird auch häufig für die Biogaserzeugung eingesetzt. 

 

Standbeine 

„Viele Betriebe haben in den letzten Jahren versucht, sich weitere wirtschaftliche Standbeine zu schaffen und entsprechende Anlagen errichtet“, so Christine Richter, Geschäftsführerin des Regionalbauernverbandes Torgau. Bedeutet: Rund zehn Prozent der Anbaufläche im Landkreis ist mittlerweile mit Silomais belegt. Dafür gab es zuletzt weniger Flächen mit Raps und der Zuckerrübenanbau ist nach der Schließung des Südzucker-Werkes in Brottewitz bei Mühlberg ebenfalls rückläufig. Die Bauern müssen nämlich jetzt bis nach Zeitz (Sachsen-Anhalt) liefern, was erhebliche Transportkosten zur Folge hat. Laut Statistik wurden im vergangenen Jahr 14 700 Hektar Silomais in Nordsachsen angebaut. Die Zahl dürfte diesen Sommer ähnlich hoch sein. 

Vor rund 14 Tagen begann die Ernte in der Region. Dazu engagieren viele landwirtschaftliche Betriebe sogenannte Lohnunternehmen, so dass ein geballter Einsatz von Technik und Personal möglich wird. Ein Feldhäcksler fährt über die Flächen und die Traktoren mit Hänger werden parallel dazu befüllt beziehungsweise stehen schon in Warteposition, um die Masse abzutransportieren. So geht es ohne Pause. 

Beim Silomais wird die ganze Maispflanze in etwa 5 bis 50 Millimeter kleine Stücke zerkleinert. Anschließend kommen die Maishäcksel in sogenannte Fahrsilos. Nach dem Einbringen erfolgt das Verdichten – oft mit Hilfe schwerer Fahrzeugtechnik. Die Pflanzenmasse wird unter einer Folie luftdicht abgedeckt und bis zur Verwendung gelagert. Durch den in der Masse enthaltenen Restzucker der Maispflanzen und den Sauerstoffmangel beginnt eine Milchsäuregärung, die die Silage ansäuert und dadurch haltbar macht. 

Die Konservierung von Energiemais zur Verwendung in Biogasanlagen läuft ähnlich. „Leider muss man das dritte Jahr hintereinander von einer schlechten Maisernte sprechen. Im Durchschnitt fahren die Landwirte rund 30 Prozent Verlust zu normalen Jahren ein“, sagt Christine Richter und macht die Trockenheit dafür verantwortlich. 

 

Unterschiede 

Allerdings gibt es regional extrem große Unterschiede. Mancher Standort konnte von ausgiebigen Gewitterschauern profitieren. Dort sehen die Bestände entsprechend gut aus. Noch dazu wenn schwere Böden (laut Bodenwertzahl) vorhanden sind. Anderswo – wo weniger Regen fiel – hat der Mais kaum 50 Zentimeter Höhe. Vor allem auf leichten sandigen Böden. Diesmal habe der Torgauer Raum mehr Niederschläge abbekommen, so die Geschäftsführerin. „Ein Gewitterguss hat neulich sogar an einigen Standorten bis zu 50 Millimeter je Quadratmeter gebracht. Das sieht man den Kulturen auch an. Aber insgesamt ist das Niederschlagsdefizit im Boden noch lange nicht ausgeglichen“, schätzt die RBV-Geschäftsführerin ein. Etwa ein bis zwei Wochen werde es noch dauern, bis die Erntearbeiten abgeschlossen sind. 

 

Goldgelbe Körner 

Der Körnermais wird später – meist zwischen Ende September und Ende November –  eingebracht. Hier müssen erst die Kolben richtig ausreifen und es kommt wie beim Getreide dann ein Mähdrescher zum Einsatz, um die goldgelben Körner zu gewinnen. Rund einen Tag dauert es, bis der Mähdrescher zum Maisdreschen umgerüstet ist. Nicht nur das Schneidwerk wird getauscht, sondern es sind im Inneren auch andere Siebe einzusetzen und ein anderer Dreschkorb ist ebenfalls einzubauen. Das ist der Bereich, in dem die Körner von den Kolben getrennt werden. „Allerdings umfasst Körnermais nur etwa zwei bis drei Prozent der hiesigen Anbauflächen“, so Christine Richter. 

Mit Schädlingen gab es dieses Jahr weniger Probleme. Anders als beim Getreide und beim Grünland. Hier richtete eine hohe Population an Feldmäusen vielerorts große Schäden an.


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