Freitag, 27. November 2020
Freitag, 11. September 2020

OSTELBIEN

"Kaspers Welten entdecken"

Ralf Uschner lädt ins Mitteldeutsche Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda ein, Kaspers Welten zu entdecken. Foto: Anna Thiere

Von unserem Redakteur Anna Thiere

Bad Liebenwerda. Ralf Uschner, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum in Bad Liebenwerda, spricht über interaktive Angebote des Museums.

 

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SWB: Herr Uschner, schön ist es hier geworden.
Ralf Uschner:
Danke, wir hoffen sehr, dass es unseren Besuchern gefällt. Wir haben in Brandenburg mit der Tradition der mitteldeutschen Wandermarionettentheater und dem damit verbundenen Puppenspiel ein Alleinstellungsmerkmal und das möchten wir natürlich auch angemessen präsentieren.


Was haben Sie verändert?
Die Ausstellung ist inhaltlich komplett neu ausgerichtet und gestaltet worden. Das Konzept stammt vom verstorbenen Dr. Olaf Bernstengel, die Gestaltung hat Tom Böhm aus Dresden übernommen, der umfangreiche Theatererfahrung mitbrachte. Außerdem haben wir unser Haus grundsaniert, und das fasst ausschließlich mit regionalen Unternehmen.


Wie ist die Ausstellung aufgebaut?
Alle Objekte sind Teil eines großen Puzzles, die gemeinsam ausgestellt, ein Bild ergeben und Geschichten erzählen sollen. Die drehten sich um die lustige Figur im Puppenspiel, die wir in Deutschland, Europa und Asien betrachten.
 

Wie entstand das Museum?
Das Museum selbst ist seit 1953/54 als kreisliche Einrichtung am Burgplatz 2 unterhalb des Lubartturmes im Areal der einstigen Burg- und Schlossanlage, der Lubwartburg, zu finden. Die stetig gewachsene Puppentheatersammlung ist 2016 durch den Erwerb der internationalen Puppentheatersammlung von Karin und Uwe Brockmüller aus Schweinfurt maßgeblich bereichert worden. Dies ermöglichte die Erweiterung der bisherigen Ausstellung, die sich auf die Geschichte des traditionellen Wandermarionettentheaters im Elbe-Elster-Land konzentrierte, mit Objekten zur Geschichte der lustigen Figur im Puppenspiel Europas und Asiens unter dem neuen Ausstellungstitel „Kaspers Welten“.
 

Wird das Wachstum des Museums gefördert?
Seit Ende der 1990er-Jahre unterstützt uns das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. Daneben haben wir auch noch weitere und treue Unterstützer an unserer Seite, zum Beispiel die  Kulturstiftung der Länder, die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Elbe-Elster.
 

Welche Neuerungen erwarten die Besucher bei Ihnen?
Es gibt interaktive Angebote, um Puppenspiel im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. Neben   dem Verkleiden und den Narrenkostümen kann man den eigenen Schattenriss zeichnen, eine Marionettenbühne besteigen und eine Marionette beziehungsweise Figur führen, einen Jahrmarkt besuchen und in einer  Kaukautzky-Figur ein Erinnerungsfoto machen. Man kann im Jeu de Massacre den Lumpenball fliegen lassen, Hör- und Filmstationen laden zum Vertiefen der Informationen ein – kurzum, es ist für jeden etwas dabei.
 

Waren Sie schon immer mit dem Museum verbunden?
Anfang der 1980er-Jahre kam ich zum Jugendklub am Kreismuseum Bad Liebenwerda. Wir stöberten in alten Büchern, Urkunden, organisierten Feldlager mit archäologischen Ausgrabungen und renovierten das Mühlberger Museum. Das hat mir gefallen und so blieb ich bis auf mein Studium an der Humboldt-Universität Berlin immer in Sichtweite der Kirchturmspitze.
 

Was macht das Marionettentheatermuseum so besuchenswert?
Wir sind das erste deutsche Museum mit Puppentheatersammlung, das seine Pforten wieder öffnet. Lübeck, Dresden und München werden folgen. Insofern sind wir mittendrin im Geschehen und führen den Reigen an.  Wir stellen unsere Puppenspiel-Figuren nicht als Kunstobjekte aus, sondern betten sie ein in volkskundliche und kulturgeschichtliche Szenen – dadurch werden sie lebendig und erzählen ihre Geschichten. Der Gast geht auf eine Reise, nicht nur ins Museum.
 

Welche Veranstaltungen erwarten uns nun?
Am 12. und 13. September kann man bei uns Kaspertheater erleben, das im Rahmen des Internationalen Puppentheaterfestivals stattfindet. Diverse Veranstaltungen beweisen – Puppenspiel ist bei uns lebendig und nicht nur museales Objekt.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.museumsverbund-lkee.de

 


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