Sonntag, 20. September 2020
Freitag, 11. September 2020

TORGAU

"Wertet die gesamte Region auf"

Holger Reinboth: „Eine kleine Festveranstaltung für alle acht aktuell in Piestel wohnhaften Einwohner.“Foto: SWB

Von unserem Redakteur H. Landschreiber

Arzberg. Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch erklärt Holger Reinboth, Bürgermeister der Gemeinde Arzberg, warum das ländliche Leben während Corona durchaus Vorteile hat.  

 

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SWB: Wie haben Sie Ihre Gemeinde samt Ortsteile durch die Corona-Krise gesteuert?
Holger Reinboth:
Arzberg befand sich seit dem 16. März, als die Allgemeinverfügung erlassen wurde, im Corona-Modus. Mit den Rahmenbedingungen in Sachsen konnte man gut umgehen. Die Herausforderung war, alle gesundheitlichen Aspekte zu berücksichtigen und dennoch das nomale Leben aufrechtzuerhalten. Wir entschlossen uns, die Gemeindeverwaltung in Arzberg nicht zu schließen, um weiter präsent zu sein.
 

Wie haben die Bürger auf den Lockdown reagiert?
Verständnisvoll. Das Leben im ländlichen Raum hatte im Vergleich zu Großstädten durchaus Vorteile, um aktiv an der frischen Luft sein zu dürfen und besser Abstand halten zu können.
 

Welcher Eindruck oder welches Erlebnis hallt am Eindrücklichsten nach?
Es war sehr schade, dass das Leben in unseren 16 Vereinen zum Erliegen kam, keine Veranstaltungen wie Bauernmarkt in Pülswerda oder Dorffest in Stehla durchgeführt werden durften. Im zweiten Halbjahr möchten wir die Aktivitäten wieder ankurbeln.
 

Wie verlief die Zeit während des Lockdowns?
Wir fällten den Entschluss, unsere Ratssitzung im April abzusagen. Ich versorgte die Gemeinderäte mit den notwendigen Grundinformationen und bin froh, dass wir in der Gemeinde keinen Corona-Fall hatten, was auch auf das besonnene Verhalten der Bevölkerung zurückzuführen ist. Persönlich blieb ich am Ball, um allen Jubilaren während dieser Zeit zu gratulieren, damit sie das Gefühl hatten, nicht vergessen zu werden.
 

Wie konnten Sie der Grundschule, der Kita oder den Vereinen unter die Arme greifen?
Mit den Leiterinnen der Grundschule und der Kita, Silke Dolecek und Ute Höhne, haben wir die schwere Zeit gut gemeistert. Wir waren regelmäßig in Kontakt, um die Vorgaben von Kultus- und Sozialministerium umzusetzen. Das war nicht immer leicht, sondern eine große Herausforderung. Aber mein Dank gilt auch den Eltern, die verständnisvoll und einsichtig reagiert haben. Das war vielleicht der Schlüssel, um  sagen zu können, dass wir gut durch die Corona-Krise gekommen sind. Mitte Mai konnten wir das Mehrgenerationenhaus in Arzberg wieder öffnen, der Bürgerbus übernahm auch Versorgungsfahrten.
 

Die Staatsstraße 25 zwischen Packisch und Stehla wird endlich saniert. Wie ist der Stand der Dinge?
Die vorbereitenden Arbeiten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes sind beendet. Mittlerweile haben die Arbeiten am Knotenpunkt Blumberg/Stehla begonnen. Der erste Abschnitt soll bereits Ende Oktober übergeben werden. Danach folgen noch die Ortsdurchfahrten in Packisch und Stehla. Im Jahr 2025 soll alles abgeschlossen sein.
 

Piestel feiert am 18. September das 800-jährige Bestehen. Was gibt es über den kleinsten Ortsteil der Gemeinde Arzberg zu sagen?
Piestel ist in der Tat der kleinste und gleichzeitig älteste Ortsteil, der im Jahr 1220 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Leider ist nur wenig Material zur Historie vorhanden. Am 18. September beginnt um 14 Uhr im Mehrgenerationenhaus Arzberg in einem kleinen Rahmen eine Festveranstaltung. Alle acht aktuell in Piestel wohnhaften Einwohner sind eingeladen. Wir wollen uns über die Geschichte und Aktuelles austauschen, auch einen Ausblick wagen.
 

Steht Piestel sinnblidlich für das ländliche Leben in Ostelbien?
In gewisser Weise schon, ja. Piestel ist der kleinste Ort in ganz Ostelbien, ländlich geprägt, aber gleichberechtigt wie alle anderen Ortsteile auch. Hier zieht bald das schnelle Internet ein. Ziel ist es, wenn wir ins Fördermittelprogramm aufgenommen werden, die Zuwegung nach Piestel zu sanieren.
 

Was steht in nächster Zeit auf der Agenda in der Gemeinde?
Am 3. Oktober wollen wir den Ostelbischen Apfeltag im Altertümlichen Bauernhof Kathewitz feiern und am 11. Oktober einen Bauermarkt in Pülswerda veranstalten. Vor Kurzem wurde in Triestewitz ein neuer Spielplatz übergeben, unsere Grundschule in Arzberg erhielt 55.000 Euro für die Digitalisierung sowie für die Ausstattung und neue Technik. In Arzberg wird der Kinderfestberg saniert. Die Sanierung der Kegelbahn in Triestewitz über das LEADER-Programm ist für den kommenden Herbst geplant. Des Weiteren hoffen wir, die Außenhülle und Heizung des Dorfladens in Arzberg erneuern zu können, außerdem werden zwei Straßen in Pülswerda ausgebessert.
 

Beilrode profitiert vom Park & Ride-Parkplatz und der Buslinie Torgau–Herzberg. Kann Arzberg auch partizipieren?
Ja. Viele Arzberger pendeln von Beilrode aus mit dem Zug. Ich freue mich, dass die Buslinie zwischen Torgau und Herzberg in Beilrode haltmacht. Ziel ist es, künftig eine Anbindung mit dem Bürgerbus möglich zu machen. Der Park & Ride wertet die gesamte Region auf.


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