Sonntag, 27. September 2020
Freitag, 11. September 2020

OSTELBIEN

Gemeinderäte müssen über Solarpark entscheiden

Das Deponiegelände aus der Luft. Foto: privat

von unserem Redakteur Nico Wendt

Arzberg. Es gibt gleich zwei Interessenten, die auf der ehemaligen Deponie in Arzberg einen Solarpark errichten möchten. Bei der letzten Ratssitzung war das ein Thema und die zuständigen Ingenieurbüros hatten Gelegenheit, die Pläne der Investoren vorzustellen. 

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Arzberg. Es gibt gleich zwei Interessenten, die auf der ehemaligen Deponie in Arzberg einen Solarpark errichten möchten. Bei der letzten Ratssitzung war das ein Thema und die zuständigen Ingenieurbüros hatten Gelegenheit, die Pläne der Investoren vorzustellen. 

 

Kerngebiet 

Die rund 20 000 Quadratmeter Grundstücksfläche der Gemeinde Arzberg sollen jeweils Kerngebiet der betreffenden Anlage sein. Einmal steht die Neue Energie Ostelbien eG (NEO) in den Startlöchern, die den Solarpark gemeinsam mit den Stadtwerken Torgau und der envia THERM GmbH realisieren möchte. Andererseits sind es das Ingenieurbüro Pawlik aus Triestewitz und Reinhard Müller-Schönau, die diese und angrenzende landwirtschaftliche Flächen für eine noch größere Anlage erschließen wollen. Voraussetzung wäre, dass das Landratsamt Nordsachsen die Genehmigung erteilt. „Es ist ja klar, dass alle ihren Beitrag leisten müssen, wenn der Kohleausstieg bis 2038  klappen soll“, ging Bürgermeister Holger Reinboth auf Hintergründe ein. Beide Investorengruppen seien in der Gemeinde gut bekannt. Die NEO beispielsweise habe schon 2012 das erste Projekt in Arzberg umgesetzt. Damals wurden Solaranlagen auf dem Dach des Mehrgenerationenhauses installiert. Die Einwohner behalten den vorderen Teil der Deponie übrigens weiter als Anlaufpunkt. Diese Fläche von rund 500 Quadratmetern steht auch künftig zur Ablagerung von Grünschnitt, der dann vom Landkreis abtransportiert wird, zur Verfügung. 

 

In Eigenregie 

Die NEO e.G. stellte ihr Vorhaben so dar: Auf einer Fläche von rund 20 000 Quadratmetern soll ein Solarpark mit einer Leistung von 749 kWp (Kilowatt-Peak) entstehen. Eine Inbetriebnahme könnte im zweiten Halbjahr 2021 erfolgen. Der Ertrag (spezifisch) wurde mit 1092 kwh (Kilowattstunden) angegeben. Die NEO wolle den Solarpark Deponie Arzberg selber betreiben und in eigener Verantwortung behalten. Es sei eine unmittelbare wirtschaftliche Teilhabe für Bürger Arzbergs über den Erwerb von Genossenschaftsanteilen möglich. Die Projektpartner envia THERM und Stadtwerke Torgau unterstützen die NEO eG bei der Planung und Entwicklung des Vorhabens. Die Gemeinde Arzberg erhält Pachteinnahmen und fördert das Vorhaben durch Ausweisung im Bebauungsplan. 

Das Ingenieurbüro Pawlik und Reinhard Müller-Schönau erklärten folgendes: Es sei eine Solaranlage mit ca. 1300 kWp möglich. Diese Stromanlage soll durch eine weitere Anlage auf angrenzenden Grundstücken (Eigentum von Herrn Müller-Schönau) erhöht werden, so dass ca. 3500 kWp zur Produktion einer Gesamtstrommenge von jährlich ca. 3 500 000 kWp führt. Dieser produzierte Strom soll zunächst zur Versorgung der hiesigen Bevölkerung dienen. Hier sei angedacht, die Stromverteilung über die bestehende Energiegenossenschaft NEO durchzuführen. Dies bedeutet, dass alle interessierten Bürger sich als Mitglieder der Stromgenossenschaft bei der NEO beteiligen und den produzierten Strom über das Verteilernetz der Envia zugeführt bekommen. NEO erhält den Strom für ca. 6 Cent zzgl. Mehrwertsteuer und wird diesen Preis erhöhen, um die Netzgebühr, die EEG-Umlage sowie die Stromsteuer abzudecken. Dies werde dann bei den der Genossenschaft angeschlossenen Bürgern abgerechnet. Die produzierten Strommengen der beiden Solarfreilandanlagen übersteigt den Strombedarf aller Haushalte in Arzberg. 

 

Später auch in der Nacht 

Der überschüssige Strom soll in das öffentliche Netz eingespeist werden. Zunächst sei eine Stromversorgung nur bei Tage vorgesehen. Sobald 20 bis 30 Prozent der Haushalte sich für Solarstrom entschieden haben und der Genossenschaft beigetreten sind, soll eine Batteriespeicheranlage die Versorgung während der Nacht übernehmen. 

Bürgermeister Holger Reinboth: „Die Räte haben jetzt einen Monat Zeit, sich eine Meinung zu bilden. Dann kommt das Thema wieder auf die Tagesordnung und es ist ein Beschluss zu fällen.


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