Sonntag, 25. Oktober 2020
Donnerstag, 17. September 2020

TORGAU

Mord am Elberadweg bei Torgau lässt die Krimi-Fans erschauern

Titel-Cover des Krimis "Elbgold"Foto: Repro TZ

von unserem Redakteur Nico Wendt

Torgau. Es sind genau die richtigen Zutaten, die Krimifans frohlocken lassen.Der Autor Eckhard Bruns aus Mehderitzsch hat sich mit seinem Debüt-Roman „Elbgold“ ins Zeug gelegt und seine Phantasie ordentlich spielen lassen. 

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Torgau. Es sind genau die richtigen Zutaten, die Krimifans frohlocken lassen. Die Handlung spielt in der Region Torgau. Es geht düster zu, man muss sich in verschiedene Zeiten hineindenken. Und auch eine Brise Humor darf nicht fehlen. Der Autor Eckhard Bruns aus Mehderitzsch hat sich mit seinem Debüt-Roman „Elbgold“ ins Zeug gelegt und seine Phantasie ordentlich spielen lassen. 

Weckt Spannung 

Schon die Kurzbeschreibung weckt Spannung und macht Appetit:  Ein frisch und früh pensionierter ausgelaugter Hamburger Kriminalkommissar namens Klaas Tidemeyer findet auf seiner Reise des Vergessens am Elberadweg bei Torgau ein mittelalterliches Skelett mit umgeschnalltem Harnisch, daneben eine Truhe. Der eingeschlagene Schädel des Gerippes reaktiviert Klaas kriminalistische Fantasie und Energie.  Er durchforstet das Internet nach mittelalterlichen Ereignissen in Nordsachsen und lernt den Hofnarren Claus und die Torgauer Geharnischten kennen, eine der ersten Bürgerwehren Deutschlands. 

Bei seinen Recherchen sucht Klaas den Historiker Doktor Eberwein auf und findet ihn just inmitten einer Blutlache, aber immerhin lebend, in dessen Haus. 

Jetzt kommt Kommissar Rütter ins Spiel. Ein überforderter Provinzpolizist, der zu viele Western gesehen hat, und sofort erst einmal den weitgereisten Hamburger des Überfalls verdächtigt. Notgedrungen muss sich nun Klaas selbst an die Aufklärung der beiden fünfhundert Jahre auseinander liegenden, aber mutmaßlich miteinander zusammenhängenden Bluttaten machen. Auch um seine Unschuld zu beweisen. Hilfreich zur Seite stehen ihm: sein eigenwilliger Mischlingshund Stöver, die schnippische Kneipenwirtin Helena mit einer Vorliebe für Herrenoberhemden und das wieder genesene Überfallopfer, der linkische Doktor Eberwein mit seinen Verbindungen zum LKA, zur Uni Leipzig und dem Landesamt für Denkmalpflege. 342 Seiten packender Lesestoff. Mit vielen Stellen zum Schmunzeln und am Ende natürlich auch – wie es sich bei einem richtigen Krimi gehört – mit faustdicken Überraschungen. Autor Eckhard Bruns ist nun selbst neugierig, wie sein Produkt bei der Leserschaft ankommt. 

Lang gehegter Traum 

Mit dem Schreiben hat sich der gebürtige Bremer einen langen Traum erfüllt. Vor rund zwei Jahren griff er zum Stift, oder besser gesagt: zur Tastatur seines Rechners.  Der selbstständige Berater und Trainer für Prozessoptimierung im Autohaus, fokussiert auf unterschiedliche Automobilmarken, hatte gerade zwangsbedingt eine Schaffenspause im beruflichen Alltag. Die Diesel-Problematik zeigte Nachwirkungen. Und Corona tat sein Übriges. „Ich lese sehr viel, vor allem Krimis. Schon lange spielte ich mit dem Gedanken, mich selber mal dabei zu versuchen. Als der letzte Auftrag weggebrochen war, ich zuhause saß und nichts zu tun hatte, dachte ich: jetzt oder nie!“

Eckhard Bruns lebt seit vier Jahren in der Region. Er mag die Elbelandschaft sehr. So stand für ihn fest, dass die Handlung auch hier spielen sollte. „Regionalkrimis sind eh mein Ding“, lacht der 64-Jährige. Es machte ihm besonderen Spaß, mittelalterliche Begebenheiten einzuflechten, zum Beispiel die Torgauer Geharnischten oder Claus Narr einzubeziehen. „Ich habe einige Sachen im Internet recherchiert, um sie richtig wiederzugeben. Aber die Handlung ist frei erfunden“, betont Bruns. Weiterhin kommen die Elbfähre Belgern und die vielen roten Ampeln in Torgau vor. Die erwähnte Gaststätte dagegen existiere in der Wirklichkeit nicht. 

Komplett neu angefangen 

Beim ersten Krimi habe er relativ lange gebraucht und auch zweimal komplett neu anfangen müssen. „Ich hatte mich doch zu sehr in Nebensächlichkeiten verstrickt“, so der ledige Vater eines erwachsenen Sohnes. Sein Bekanntenkreis durfte Probelesen. Und hob bei der dritten Version den Daumen.Das beflügelte den Krimi-Schreiber so sehr, dass er gleich einen zweiten Roman drauf setzte. „Erbgut“ erscheint noch diesen Monat und spielt in einem Gestüt in der Nähe von Torgau. Darin geht es unter anderem um DNA-Material eines Pferdes in einer frischen Blutprobe. Seltsam nur, dass der dazugehörige Trakehner- Hengst vor über 80 Jahren gestorben ist... 

Und weil es einmal lief, begann Eckhard Bruns gleich noch mit einem dritten Werk. Hier wird sich alles um die Kiesgrube Eilenburg drehen. „Das Schwierigste überhaupt bei der Sache war, einen Verlag zu finden“, erzählt der Wahl-Mehderitzscher, der Sozialwissenschaften mit den Schwerpunkten Publizistik und Sozialpsychologie studiert hat. Als Automobilverkäufer suchte er nach der Wende in den neuen Bundesländern eine neue Herausforderung und hatte bis 2002 in verschiedenen Autohäusern leitende Funktionen als Verkaufsleiter, Betriebsleiter und Geschäftsführer. 

In Eigenregie 

Eckhard Bruns weiter: „Ich hatte dann in Bremen einen kleinen Verlag gefunden und  einen Autorenvertrag abgeschlossen. Aber als die ein dreiviertel Jahr gar nicht reagierten, habe ich gekündigt.“ 

Schließlich fand er im Internet eine Plattform. Dabei sind Buchsatz, Cover und Layouts selber zu gestalten. Auch die Rechtschreib-Korrektur erfolgt in Eigenregie – wobei sich der Roman-Schreiber hier fremder Hilfe wiederum aus dem Bekanntenkreis bediente. Gedruckt wird lediglich nach Bedarf. Sobald wieder sechs Bestellungen vorliegen, geht der nächste Auftrag raus. Rund 50 Bücher hat der Hobby-Autor auf diese Weise schon verkaufen können. Zusätzlich erfolgt die Vermarktung als E-Book. 

Eckhard Bruns ist außerdem dabei, gerade sämtliche Buchhandlungen in Torgau, Oschatz, Riesa und Eilenburg aufzusuchen, damit seine Werke auch dort in die Regale kommen. Es sei klar, dass man damit nicht Bestsellerautor wird, aber auch nicht schlimm. Genauso viel Spaß wie er selber an Krimis hat, sollen ihn auch andere mit seinen Geschichten finden. 


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