Sonntag, 25. Oktober 2020
Freitag, 18. September 2020

TORGAU

Torgaus Homöopathen sagen "Tschüss"

Am kommenden Dienstag, von 13 bis 16 Uhr, haben Interessierte ein letztes Mal die Gelegenheit, sich die Ausstellung im Internationalen Hahnemannz-Zentrum anzuschauen. Foto: Thomas Keil

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Nach sechs Jahren Arbeit zieht das Internationale Hahnemann-Zentrum Torgau einen Schlussstrich – zumindest in der Elbestadt.

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„Jedes Ding hat seine Zeit. Manchmal freut man sich darüber, dass es vorbei ist, manchmal trauert man ihm nach. Manchmal fürchtet man sich vor dem ‚danach‘ und manchmal kann man den nächsten Schritt vor lauter Vorfreude kaum erwarten.“ So beginnt ein offener Brief, der am gestrigen Donnerstag die Torgauer Zeitung erreichte und nur mit dem Titel „Tschüss“ überschrieben war. Absender dieses anderthalbseitigen Briefes war das Internationale Hahnemann-Zentrum Torgau (IHZT), dass nun nach sechs Jahren seine Arbeit in Torgau einstellt und sich nach Meißen verabschiedet.

Nicht mehr willkommen

Man sei seit 2015 in Torgau nicht mehr willkommen, heißt es in den Zeilen, in denen das IHZT die schwerwiegende Entscheidung versucht zu erklären. „Seine Bemühungen, Leben und Werk des berühmten Torgauer Bürgers Dr. Samuel Hahnemann angemessen zu präsentieren und so einen Beitrag für den örtlichen Tourismus zu leisten, wurde nur von wenigen Menschen unterstützt. Diese Bürger Torgaus haben erkannt, welches bislang – und offensichtlich auch künftig – ungenutztes Potential in Torgau schlummert …“

Trotzdem habe man sich sechs Jahre lang bemüht, „allen Anfeindungen, aller Polemik und Intrigen zum Trotz“ seine Bibliothek und Ausstellung ständig zu erweitern, Einheimischen wie auch internationalen Touristen eine Fülle an spannenden Exponaten zu bieten und die Geschichte des Urvaters der Homöopathie zu verbreiten. „Die Fachwelt verfolgt die Entwicklung des IHZT und längst werden die Ressourcen, die sich hier vorfinden, von Schulen, Universitäten und Homöopathen genutzt, um Fragen zur Geschichte und den Grundlagen der Homöopathie zu beantworten.“

Trotzdem sei das Engagement, dass die insgesamt 30 Mitglieder des Vereins in dessen Entwicklung steckten, in Torgau nicht auf fruchtbaren Boden gestoßen.  „Nun ist es Zeit, das wachsende Bäumlein von dem steinigen Boden, auf dem es spross, zu trennen und es in eine fruchtbare Erde zu verpflanzen.“ Und diese fruchtbare Erde, von der das IHZT hier spricht, befindet sich in Meißen. Auch in der Geburtsstadt Samuel Hahnemanns befindet sich ein Verein, der sich dessen Vermächtnis verschrieben hat und mit dem die Torgauer zukünftig eng zusammenarbeiten werden. Man freue sich über einen Neuanfang in Meißen und hoffe, dass das „wachsende Bäumchen größere und saftigere Früchte wachsen lassen kann“.

Der Blick nach vorn

Dass dies auch so kommen wird, davon ist man überzeugt. Schließlich bestehe in Meißen eine deutlich bessere Verkehrsanbindung. „Somit ist Leipzig nicht mehr die Grenze für viele Aktivitäten, wie sie für uns relevant sind, sondern sie können vor Ort in bereits be- und gegenwärtig entstehenden geeigneten Räumlichkeiten stattfinden.“

Doch noch ein weiterer Grund bringt das Internationale Hahnemann-Zentrum dazu, seine Zelte in Torgau abzubrechen und sich an neue Ufer zu begeben. Die Atmosphäre in Torgau. Seit dem erzwungenen Auszug des IHZT aus dem Hahnemannhaus in der Pfarrstraße im Jahr 2015 bestanden Spannungen zwischen den Homöopathen und dem Kentmann-Verein, der das ehemalige Wohnhaus Hahnemanns noch heute bewohnt und jüngst seinen Mietvertrag noch einmal um zehn Jahre von der Stadt Torgau verlängert bekam. Nun tausche man beim Internationalen Hahnemann-Zentrum „mit dem Umzug eine frustrierte und pessimistische Grundstimmung gegen eine fröhlich positive, optimistische und dynamische ein. In Meißen sind wir willkommen.“

Über 250 Exponate hat das Internationale Hahnemannzentrum in seiner Ausstellung präsentiert. Diese wird mit nach Meißen umziehen und nach dem Umzug, welcher in den kommenden Wochen über die Bühne geht, dort zu sehen sein. Auch die umfangreiche Bibliothek wird verschwinden. Man habe auch in Zukunft vor, die Ausstellung noch zu erweitern  und damit dem Meißener Tourismus einen weiteren Anziehungspunkt zu geben.

Bedauern in Torgau

Darüber freut sich, zumindest in Teilen, auch die Stadt Torgau. Auf TZ-Nachfrage erklärte Oberbürgermeisterin Romina Barth, dass man die Entscheidung des Vereins, Torgau zu verlassen, zwar sehr bedaure, sich jedoch freue, dass die umfangreiche Bibliothek weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich bleibt, wenn auch künftig an einem anderen Standort. „Dem Verein wünschen wir alles Gute für die Zukunft. Im Hahnemannhaus hier in Torgau  wird es auch künftig eine kleine Ausstellung über das Leben und Wirken Samuel Hahnemanns geben. Darum kümmert sich der Kunst- und Kulturverein Johann Kentmann.“

Wie es mit den Räumlichkeiten in der Wintergrüne 4, in denen das IHZT seit fünf Jahren auf zwei Etagen untergebracht war, weitergeht, steht bislang noch in den Sternen. Schon jetzt läuft der Umzug, Ende Oktober läuft der Mietvertrag aus. Wie die Räume danach genutzt werden sollen, darüber konnte vonseiten des Besitzers der Immobilie keine Auskunft gegeben werden. Man wolle nun erst einmal den Auszug abwarten und kümmere sich dann um die weitere Nutzung.


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