Sonntag, 25. Oktober 2020
Dienstag, 29. September 2020

TORGAU

"Die Corona-Krise hat uns im Nachgang brutal erwischt"

In den Sommermonaten waren solche Schiffstransport nur selten auf der Elbe zu beobachten. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Torgau. Wer in den zurückliegenden Sommermonaten ein Güterschiff auf der Elbe bei Torgau sehen wollte, der brauchte schon eine gehörige Portion Glück. Denn auf dem Fluss herrschte mal wieder überwiegend gemächliche Ruhe.

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Torgau. Wer in den zurückliegenden Sommermonaten ein Güterschiff auf der Elbe bei Torgau sehen wollte, der brauchte schon eine gehörige Portion Glück. Denn auf dem Fluss herrschte mal wieder überwiegend gemächliche Ruhe. Den Paddlern, Ruderern und Motorbootfahrern gehörte der Strom nahezu allein. Von der Berufsschifffahrt war nur vereinzelt etwas zu bemerken. 

„Das lag gar nicht mal so sehr an den niedrigen Wasserständen. Die Corona-Krise hat uns heftig getroffen“, erklärte Heiko Loroff, Geschäftsführer der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH, gestern den Hauptgrund. Bis April und Mai habe es relativ gut ausgesehen. Im Monat März – also einen Monat zuvor – gab es sogar noch eine Erfolgsmeldung an die Medien, weil die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO)  im Lockdown wegbrechende Transportwege auf der Straße zu Wasser ausgleichen konnte. „Die Schifffahrt boomt wie lange nicht“, berichtete unsere Zeitung am 27. März. Der Elbepegel war in jenen Tagen mit 2,50 bis 3,00 Meter nahezu ideal und Containerschiffe und Schubverbände fuhren fast  stündlich an Torgau vorbei. Es sah so aus, als habe die Corona-Krise den Transport zu Wasser kräftig beflügelt. Damit war es dann doch schnell vorbei. „Es traf uns sozusagen im Nachgang. Schlagartig ab Ende Mai/Anfang Juni war Schluss, da fuhren viele Industriebetriebe ihre Produktion runter. Die Aufträge für den Waren- und Güterumschlag blieben aus. Das betraf alle Hafenstandorte“, räumt Heiko Loroff ein. Er spricht rückblickend von einem katastrophalen Jahr für die SBO. Man habe Einbußen von 80 bis 90 Prozent hinnehmen müssen. Tschechien habe alles komplett gedrosselt, das bedeutete einen Totalausfall. „Glücklicherweise sind wir in vielen Bereichen aufgestellt von Logistik, Vermietung bis hin zu Verpackung. Das rettet uns“, so der Geschäftsführer. 

Der Güterumschlag aber sei in allen Belangen eingebrochen. So könne es auch für den Hafen Torgau keine guten Nachrichten geben. Obwohl die Aussichten bis zur Corona-Krise vielversprechend gewesen seien. „Wir hatten wirklich sehr positive Gespräche, von HIT-Holz über Saint Gobain bis in die Region Leipzig. Da standen ein paar gute Verträge kurz vor dem Abschluss, was den Umschlag bis nach Torgau beziehungsweise ab Torgau betrifft. Aber mit Corona herrschte plötzlich Funkstille“, ärgert sich Heiko Loroff. Er hofft, dass mit einer Entspannung der Krise und mit vielleicht guten Wasserständen im nächsten Jahr Besserung eintritt. „Nach den Gesprächen ist unser Optimismus auch für den Standort Torgau völlig begründet“, so der Firmenchef. 

Jetzt müsse man erst einmal „das Tal“ durchstehen. „Wir bewegen uns langsam wieder nach oben. Aber das geht nur sehr mühselig. Es dauert, bis in allen Industriezweigen Normalität zurückgekehrt ist. Das wirkt sich brutal auf die Transport-Branche aus“, so Loroff. Der Pegel der Elbe selbst sei nach den zwei Dürre-Jahren 2018 und 2019, in denen zu Wasser über Monate nichts ging, gar nicht mal das Problem gewesen. „Es gab keine Not, dass Schiffe wegen Niedrigwasser irgendwo liegen geblieben sind. Wir hätten alle Transporte realisieren können. Aber es gab eben keine Aufträge. Da hätte auch ein höherer Elbepegel nichts bewirkt“, so der Geschäftsführer.

Roland Siering, Leiter des Außenbezirkes Torgau des Wasser- und Schifffahrtsamtes, drückte gestern gleichfalls seine Hoffnungen aus, dass sich die Lage entspannt und dass die Güterschifffahrt wieder dauerhaft Fahrt aufnehme. Nach den jüngsten Niederschlägen werden derzeit  steigende Pegelstände an der Elbe verzeichnet.


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