Sonntag, 27. November 2022
Freitag, 2. Oktober 2020

Kameradschaft statt Konkurrenz

Der Großwiger Tennisverein im Sommer 2019. Die Kameradschaft wird hier großgeschrieben und dementsprechend gut versteht man sich auch innerhalb des Vereins. Foto: TZ/ Archiv

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Großwig. Beim Großwiger Tennisclub steht der Spaß am Spiel und die Familienfreundlichkeit immer im Mittelpunkt. Wettkämpfe werden hier nur zum Spaß ausgetragen.

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Warum macht man Sport? Um sich fit zu halten? Erfolgserlebnisse zu fühlen? Sich mit Freunden zu treffen?  Der Tennisclub Großwig hat auf diese Frage eine ganz einfache Antwort: Um Spaß zu haben. 60 Mitglieder zählt der Verein aktuell und alle sind sich einig, hier herrscht Kameradschaft statt Konkurrenz. Willkommen ist im Verein jeder, egal ob jung oder alt, und auch Wettkämpfe gibt es nur dann, wenn sie als reine Spaß-Veranstaltungen angelegt sind.

Sport und Spaß für alle

Angefangen hat die bis heute fortlaufende Geschichte des Tennisclubs Großwig 1993 mit sieben begeisterten Tennisfreunden. 27 Jahre später hat sich die Zahl fast verzehnfacht und der Verein ist zu einem festen Bestandteil des Dreiheider Gemeindelebens geworden.  Besonders aus dem „Großwiger Paradies“ rund um das ehemalige Bad ist er mit seinem Tennisplatz und dem neu gebauten Vereinshaus nicht mehr wegzudenken. Hier ist bei gutem Wetter jeden Tag etwas los, an Leben und Engagement fehlt es den Tennisfreunden wahrlich nicht.

Das liegt vor allem an der stark gemischten Altersstruktur des Vereins, der sich neben der Kameradschaft vor allem die Familienfreundlichkeit auf die Fahne geschrieben hat. So sind allein 25 der 65 Mitglieder Kinder, die sich jede Woche mit Kinder- und Jugendtrainerin Beate Lausch auf dem Platz treffen und so schon in jungen Jahren den Spaß am Sport zelebrieren. „Wir haben viele Fälle, bei denen die komplette Familie bei uns im Verein mitspielt“, erzählt Heinz Pelc, Vorstandmitglied beim Tennisclub Großwig. „Aber trotzdem macht uns die Altersgruppe 20 bis 40 etwas Sorgen.“ Besonders an jungen Erwachsenen fehle es, da es diese nach dem Schulabschluss meist nicht in der Region halte. Trotzdem ist man ob der Mitgliederanzahl im Moment noch positiv aufgelegt und auch für die Zukunft optimistisch.

Denn das Modell, sich als reiner Spaßverein aufzustellen und niemanden mit wöchentlichen Wettkämpfen, knallharten Trainingseinheiten oder verbissener Disziplin abzuschrecken, scheint aufzugehen. Die Mitglieder fühlen sich wohl und stehen dann, wenn es um Freundschaftsspiele oder kleinere Spaß-Wettkämpfe geht, umso motivierter auf dem Court.

Freunde nicht nur im Verein

Von letzteren gibt es beim Großwiger Tennisclub über das Jahr verteilt einige. Denn nicht nur innerhalb des Clubs herrscht große Kameradschaft, auch außerhalb Dreiheides ist man vernetzt. Torgau, Beilrode, Falkenberg, Trossin sind dabei nur einige befreundete Tennisvereine, mit denen regelmäßig Freundschaftsspiele ausgetragen werden. Zuletzt war dies Mitte August der Fall, als man die Herren und Damen des TV Torgau zu sich eingeladen hatte. Absolutes Jahreshighlight ist jedoch das Dreiheide Open, das in diesem Jahr im November zum zweiten Mal ausgetragen wird. „Aber auch dabei geht es immer nur um den Spaß“, betont Heinz Pelc. Wer unbedingt in Wettkämpfen antreten möchte, der könne sich für diese über den Torgauer Tennisclub anmelden. Aktuell wird diese Option von drei Vereinsmitgliedern wahrgenommen.

Das Paradies mit Potenzial

Neben seiner sportlichen Rolle in der Region ist man sich beim Großwiger Tennisverein auch seiner Bedeutung für die Vereinslandschaft in Dreiheide bewusst. Als einer von insgesamt 14 Vereinen will man sich einbringen und das Leben der Gemeinde, auch außerhalb des Tennisplatzes, mitgestalten. So ist man zum Beispiel bei verschiedenen Dorffesten oder dem traditionellen Weihnachtsmarkt gerne vertreten und präsentiert sich. Um die positive Wirkung auf die Gemeinde in Zukunft noch weiter zu steigern, haben es sich die tennisbegeisterten Großwiger vorgenommen, ihre Zusammenarbeit mit der neuen Bürgermeisterin Karsta Niejaki zu intensivieren. Wie Heinz Pelc erklärt, habe diese Interesse daran, den Verein zu fördern und damit auch eine gewisse Wechselwirkung zu schaffen. „Wenn wir unterstützt werden, dann können wir noch mehr für die Kinder- und Familienarbeit in der Gemeinde tun und den Zusammenhalt weiter stärken.“

Dabei blickt man vor allem in Richtung Growßiger Paradies, das zwar jetzt schon eine idyllische Oase ist, jedoch auch in Zukunft noch weiter ausgebaut werden soll. „Die Bemühung, aus dem Paradies etwas richtig Schönes zu machen, gibt es schon lange und jetzt ist es an der Zeit, auch mal etwas umzusetzen. Aus dem Fleckchen hier lässt sich deutlich mehr machen.“ Konkrete Pläne gibt es zwar noch nicht, die Ambitionen sind jedoch groß.

Auf der Suche nach Mitspielern

Wofür es jedoch bereits jetzt konkrete Pläne beim Großwiger Tennisclub gibt, ist für den Rest des Jahres. Mit dem neuen Schuljahr will man unter anderem mit der Grundschule und den Kindergärten zusammenarbeiten und die Kinder für den Tennissport begeistern. Außerdem steht am morgigen Samstag, 3. Oktober, der Saisonabschluss mit einer kleinen Feierlichkeit zur offiziellen Einweihung des neuen Vereinshauses an. Danach wird, außer bei traumhaft schönem Wetter, nur noch in der vom Tennisclub gemieteten Halle am Ortsausgang trainiert. Hier wird dann auch im November das 2. Dreiheide Open abgehalten. Und zwischen Weihnachten und Neujahr findet dort dann auch das Jahresendspiel statt.

Um bis dahin so viele Mitspieler wie möglich zu haben, bemühen sich die Großwiger Tennisfreunde stets darum, neue Mitglieder zu finden und mehr Leute für ihren Sport zu gewinnen. „Wir freuen uns immer über neue Mitstreiter und können nicht oft genug betonen, dass man keine Scheu haben muss, uns beim Training zu besuchen. Irgendwelche Vorkenntnisse oder teures Equipment braucht man nicht, man muss nichts außer Sportbekleidung und guter Laune mitbringen.“

 

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