Freitag, 30. Oktober 2020
Freitag, 2. Oktober 2020

OSTELBIEN

Arbeiten an größter Deichbaustelle abgeschlossen

Nur noch Restarbeiten laufen. Hier der neue Deichverteidigungsweg. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Köllitsch. Die erste Deichrückverlegung im Raum Torgau ist Geschichte. 11,5 Millionen Euro hat der Freistaat Sachsen in den Hochwasserschutz bei Köllitsch investiert. 

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Köllitsch. Es war die größte Baustelle in diesem Jahr an der Elbe im Landkreis Nordsachsen. Monatelang wurden tonnenweise Erdmassen bewegt, wuselten Bauleute und Maschinen wie auf einem Ameisenhaufen hin und her: Jetzt ist es geschafft, bis auf ein paar Restarbeiten. Die erste Deichrückverlegung im Raum Torgau ist Geschichte. 11,5 Millionen Euro hat der Freistaat Sachsen in den Hochwasserschutz bei Köllitsch investiert. 

Auf der alten Trasse 

Dazu gehörte die Ertüchtigung des Elbedeiches zwischen Ottersitz und Köllitsch auf einer Länge von 1,7 Kilometern. Das Bauwerk wurde auf der alten Trasse neu gebaut. Dazu kamen Spundwände ins Erdreich, ein Deichverteidigungsweg wurde gepflastert sowie die alte Deichscharte beseitigt und dafür eine normale Deichüberfahrt angelegt. 

Im darauffolgenden Abschnitt begann die eigentliche Deichrückverlegung. 43 Hektar Retentionsfläche entstanden. Auf rund zwei Kilometern Trasse zog das Bauunternehmen einen völlig neuen Deich in die Höhe. Eine alte Pumpstation wurde abgerissen. „Es ist jetzt alles fertig, auch das neue Siel“, freute sich gestern Axel Bobbe, Betriebsleiter der Landestalsperrenverwaltung in Rötha. 

Sämtliche Arbeiten klappten auch trotz Corona-Krise wunderbar. Es gab keinerlei Zeitverzug. Baustellenleitung und Ingenieurbüros konnten zum Teil im Home-Office alles steuern. Die Materialanlieferungen funktionierten reibungslos, sprich das Heranschaffen von Kies und Lehm. Auch bei der Errichtung des Siels  stand qualitativ hochwertiger Beton zur Verfügung, lobte Axel Bobbe.  Es wird nun lediglich noch der alte Deich zurückgebaut. 

Gräser bleiben erhalten 

Auf Drängen der Umweltschützer bleiben rund 200 Meter davon stehen, um seltene Gräser und Pflanzenarten zu erhalten. Auch der Bewuchs auf dem Damm, der abzutragen ist, wird übrigens umgesiedelt und verpflanzt. „Ich denke, dass die Arbeiten noch bis Jahresende andauern“, so der Betriebsleiter. Die Großbaustelle fand auch im Ministerium in Dresden große Beachtung. Umweltminister Wolfram Günther hatte eigentlich schon in den vergangenen Tagen vor, sich das Resultat vor Ort in Köllitsch persönlich anzuschauen. Es gab aber Terminprobleme, sodass der Besuch eventuell noch nachgeholt wird. 

Eine wichtige Deichbaustelle war im zurückliegenden Jahr auch der Bereich zwischen Elbbrücke Torgau und Lünette Zwethau. Hier wurden mit Hilfe einer 80-Tonnen-Spundpresse rund elf Meter lange Spundbohlen durch ein spezielles Verfahren erschütterungsfrei in den Boden eingedrückt, um die historischen Gebäude des Brückenkopfes zu schützen. Die alte Pflasterstraße und auch die Großbäume konnten erhalten bleiben. 

Auf die Deichkrone 

In einem weiteren Abschnitt folgte der Ausbau des Nachbardeiches an der Lünette in Richtung Zwethau. Auch hier kamen sieben Meter lange Spundbohlen ins Erdreich. Direkt an der Lünette musste der Deichverteidigungsweg aus Platzgründen auf die Deichkrone gesetzt werden. Das erforderte einen besonderen Materialaufwand, damit auch schwere Lkw die Stelle passieren können. 


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