Freitag, 27. November 2020
Freitag, 16. Oktober 2020

NORDSACHSEN

Jana Höhne: "Zeigen, was in ihnen steckt"

PBZ-Leiterin Jana Höhne. Foto: SWB

Von unserem Redakteurin Julia Sachse

Oschatz. Wer schon mal einen Termin mit ihr hatte, weiß: Jana Höhnes Herz schlägt im Takt der Schuluhr.

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Oschatz. Wer schon mal einen Termin mit ihr hatte, weiß: Jana Höhnes Herz schlägt im Takt der Schuluhr. Die bisherige stellvertretende Leiterin des Privaten Bildungszentrums übernimmt ab sofort die oberste Leitungsfunktion in der Mühlberger Straße von ihren Eltern und wirft anlässlich dieser Veränderung einen Blick nach vorn und einen zurück ...

SWB: Frau Höhne, für Sie muss es sich anfühlen wie die Übernahme eines Familienbetriebes. Wie geht es Ihnen und Ihren Eltern mit der neuen Situation?
Jana Höhne: Sehr gut! Dieser Schritt hat sich ja bereits vor drei Jahren angekündigt, wenn zunächst auch noch die Option im Raum stand, jemand externen auf den Leitungsposten zu holen. Doch dann waren wir drei der Meinung, dass es gut wäre, wenn auch nach ihrem Eintritt in den Ruhestand das PBZ im Sinne meiner Eltern weitergeführt würde. Und für ihr Vertrauen darauf, dass ich dies tun werde, bin ich ihnen unglaublich dankbar. Während der letzten Jahre habe ich den Schulbetrieb und die Bürokratie, die dahintersteckt, kennengelernt wie meine Westentasche – sie aber starten in einen ganz neuen Lebensabschnitt, den sie sich redlich verdient haben. Wann immer wir ihren Rat brauchen, haben sie mir versichert, stehen sie aber gern mit einem offenen Ohr zur Verfügung.


Vor 25 Jahren wurde das PBZ  quasi als Nachfolger des Bildungsinstituts gegründet. Welche Entwicklung hat es seither genommen?
Zuerst saß die Einrichtung ja noch in Terpitz und von da aus zog die Schule um in die Bahnhofstraße. Auch am heutigen Standort in der Mühlberger Straße hat sich viel verändert, weil wir einerseits mehr Möglichkeiten haben, verschiedene Berufszweige auszubilden und andererseits entsprechend mehr Schüler aufnehmen als 1995. Kaum zu glauben, aber seit 1995 haben meine Eltern und all die Dozenten schon circa 3000 jungen Menschen den Weg ins Berufsleben geebnet!  


Und das im sozialen Bereich, der auf dem Arbeitsmarkt großes Potenzial für Einsteiger birgt und gleichzeitig um jede Fachkraft ringen muss. Wie schaffen Sie es, Ihre Schüler dafür zu begeistern?
Mit Leidenschaft und Authentizität. Man muss ganz klar sagen, dass diejenigen, die hier bei uns eine Ausbildung anfangen, bereits eine gewisse Neigung zum Sozialen mitbringen. Das merken wir auch daran, dass sich viele für eine zweite Ausbildung bei uns bewerben, nachdem ihnen ein erster Job nicht die Erfüllung gebracht hat, die sie sich vielleicht erhofft hatten. Zu Beginn der PBZ-Geschichte haben wir Diätassistenten ausgebildet, inzwischen sind Erzieher, Altenpfleger, Sozialassistenten und Krankenpflegehelfer sowie jüngst auch Ergotherapeuten unter unseren Absolventen. Gemeinsam mit unseren Partnern in und um  Oschatz haben wir zahlreiche Gesetzesänderungen und damit verbundene Anpassungen bezüglich der Ausbildungsinhalte gemeistert. Und seit 1995 waren das eine Menge Neuerungen, die nicht selten schon mal die Frage aufkeimen ließen, ob der Aufwand noch dem Nutzen entspricht. Aber es war eben wie bei einem Zug auf einer Reise: Er nimmt Fahrt auf und muss dass bergige Land überwinden, um anderswo wiederum schneller ins ruhige Tal zu kommen, wo mit Sicherheit eine neue Herausforderung wartet ...


Sie kennen sich „auf der Strecke“ ja bereits aus. Was schätzen Sie an der Arbeit im Ausbildungsbereich besonders?
Es geht mir, wie meiner Mutti damals in den Neunzigern: Ich habe den Wunsch, anderen zu helfen, ihren Traum vom passenden Beruf zu verwirklichen und ihnen auch, wenn es mal schwer ist, zu zeigen, wie viel in ihnen steckt. Tatsache ist doch, dass wir immer mehr auf zum Beispiel Fachkräftenachwuchs im Pflegebereich angewiesen sein werden. Je angenehmer und vielseitiger, aber eben auch realistischer wir ihnen die Ausbildungszeit gestalten, desto mehr Elan bringen sie später an ihrer Arbeitsstelle ein. Um bei der Zugmetapher zu bleiben: es macht mir riesigen Spaß, dafür die Weichen zu stellen, dass sie zukünftig einen wertvollen Beitrag zum Gesellschaftsleben leisten können. Außerdem schätze ich meine Kollegen im Lehrerzimmer und all die Mitarbeiter unserer Schule sehr als Teil meines eigenen Alltags. Niemand hat bei uns einen einfachen Job, aber wir müssen ihn nicht jede Stunde des Tages übermäßig ernst nehmen. Deshalb ist nicht nur bei mir, sondern in jedem Büro und Klassenzimmer sowie in der nagelneuen Werkstatt Lachen ausdrücklich erlaubt! Ein familiärer Umgang gibt schließlich auch Energie für die nächsten Unterrichtsstunden.


Selbiges gilt auch für die Ferien, die ja bereits vor der Tür stehen. Was ist danach geplant?
Nun, ich hoffe, dass vielleicht der eine oder andere während der Ferienzeit einen Blick auf seine Bewebungsunterlagen wirft, diese optimiert und idealerweise bei uns in den Briefkasten wirft. Der Bewerbungszeitraum startet nämlich für das Jahr 2021/22 und erfahrungsgemäß tut sich bei vielen vor einer Bewerbung noch Beratungsbedarf auf. Deshalb an dieser Stelle auch das Angebot, ganz unkompliziert mal einen Termin mit mir zu vereinbaren, um Unklarheiten auszuschließen und sich Informationen zu den Voraussetzungen und Fördermöglichkeiten für eine Ausbildung bei uns abzuholen.


Wer wird jetzt eigentlich die rechtlichen Geschicke des PBZ leiten?
Das wird Herr Schröper tun. Er ergänzt mich als zweite Hälfte der neuen Doppelspitze und freut sich mit mir zusammen schon auf die Zusammenarbeit mit bekannten und neuen Partnern und Unterstützern.


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