Freitag, 27. November 2020
Freitag, 16. Oktober 2020

TORGAU

"Hauptproblem sind 1000 Kormorane"

Thomas Plate, Teichwirtschaft Wermsdorf. Foto: TZ/Archiv

von unserem Volontär Thomas Keil

Torgau. Steigendes Wasser im Schwarzen Graben im Oktober – ein erstes Zeichen für baldigen frischen Fisch aus Torgaus Teichen. Im Gespräch mit der TZ erläutert Thomas Plate, Torgauer Betriebsleiter der Teichwirtschaft Wermsdorf, die Lage im aktuellen Jahr.

 

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SWB: Bei welchem Fisch erwar- ten Sie die größten Mengen?
Thomas Plate:
Die Hauptfischart sind auch dieses Jahr die Karpfen, wobei wir am Großen Teich teilweise sehr große Fische erwarten.
Von wann bis wann fischen Sie die Teiche ab?
Dies wird sich in diesem Jahr län- ger hinziehen, da wir in unserer Hälteranlage kaum Frischwasser haben, um die geernteten Fische quasi lebend zu lagern. So wird immer nur nach Bedarf abgefischt.
Was waren dieses Jahr die Hauptschwierigkeiten hinsichtlich der Fischzucht?
Unser Hauptproblem ist absolut aktuell – seit etwa 14 Tagen hal- ten sich ungefähr 1000 Kormo- rane auf dem Großen Teich auf, so viele wie noch nie. In diesem Jahr haben dort sehr viele Karp- fen gelaicht und auch der Nach- wuchs bei den Wildfischen ist offensichtlich sehr gut. Abgesehen davon, dass die Kormorane sich satt fressen, verstecken sich die Jungfische im Schilf und den Gräben. So sind Tausende Fische im Zulaufgraben Richtung großes Verteilerbauwerk aufgestiegen. Gleichzeitig hatte der Biber im Südumfluter seinen Damm so hoch gestaut, dass Wasser am Wehr den aufsteigenden Fischen entgegenfloss. Das wirkt wie ein Lockstrom. Im Endeffekt sind sehr viele Jungfische an Sauerstoffmangel gestorben, die wir in mehreren Etappen beseitigt haben. Wir haben auch einen Teil lebende Fische am Verteilerbauwerk abgefischt. Aufgrund der Örtlichkeiten ist das aber nicht zufriedenstellend durchführbar. Sehr bedenklich ist dabei aber, dass Bilder der toten Fische in verschiedenen Medien auftauchten, noch bevor wir davon wussten. Eine rechtzeitige Info an uns hätte vielleicht Schlimmeres verhindert. Das ist ja auch so eine Art unterlassene Hilfeleistung den Fischen gegenüber.
Die Trockenheit hatte keine Auswirkungen?
Doch, neben Teichen ohne Wasser plagen uns die Kosten für die Hälteranlage. Wir geben inzwischen jährlich einen hohen vierstelligen Betrag nur für Pump- kosten und Sauerstoff in der Hälteranlage aus.
Welche Rolle spielte Corona mit seinen Folgen?
Das hat uns natürlich auch getroffen – wir mussten das Horstseefischen absagen und das Fischerfest am Großen Teich wird in einer veränderten Form stattfinden. Aufgrund der Coronaregeln darf der Imbiss nur einzeln betreten werden. Trotzdem war die Gästezahl an unseren Fischimbissen bisher stabil. In der kälteren Jahreszeit wird sich zeigen, ob die Fischesser auch bei kühlerer Witterung geduldig draußen warten.
Wie wird das Abfischen dieses Jahr aussehen?
Das Abfischfest findet am 7. und 8. November statt. Wir werden die Besucherströme lenken und die einzelnen Stände weiter auseinander stellen. So sollen Menschenansammlungen reduziert werden. Statt eines Festzeltes sollen Schirme und Stehtische aufgestellt werden. Wir hatten schon oft Sonnenschein an diesem Wochenende – es wird auch in diesem Jahr klappen.


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