Montag, 30. November 2020
Freitag, 13. November 2020

TORGAU

"Digitaler, schneller und lokaler"

Oben v. l.: Geschäftsführer Andreas Plaul, Auszubildender Jonas Richter, Ausbildungsbeauftragte Angelika Geiler. Unten v.l.: Auszubildende Sophie Richter, ehemalige Auszubildende Vanessa Bahns, Geschäftsführer Christian RöhmFoto: TZ/Thomas Keil

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Als sich Ende Februar 2020 andeutete, dass Corona auch Deutschland treffen würde, hatte auch das Führungsteam der TZ-Mediengruppe keine Vorstellung, was in den folgenden Wochen und Monaten auf das Unternehmen zukommen würde.

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Sehr klar war aber die Mission: Egal was kommt, das Torgauer Medienhaus wird für seine Leser und Kunden da sein.
Binnen kürzester Zeit wurden Pläne erarbeitet und die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, die Kernprodukte Torgauer Zeitung und Sonntagswochenblatt dezentral zu produzieren. In den Druckhäusern Halle und Beckwitz entstanden komplexe Dienstpläne, die die Mitglieder verschiedener Schichten auf Abstand hielten, damit im Falle einer Infektion immer ein Team einsatzfähig sein würde.

Mit dem Lockdown am 15. März leerte sich auch das Haus der Presse in der Elbstraße. Redaktion, Gestaltung, Verkauf arbeiteten von da an aus dem Homeoffice. „Natürlich waren wir zunächst unsicher, ob das reibungslos funktioniert, schließlich gab es Null Erfahrungswerte. Aber die Kolleginnen und Kollegen haben sich reingehängt und es gab tatsächlich keine gravierenden Probleme“, berichtet TVG-Geschäftsführer Andreas Plaul unter dessen Führung auch die Druckerei in Beckwitz zuverlässig das Sonntagswochenblatt durch die Rotation jagte.
Allerdings, und diese Entwicklung bescherte dem Heimatverlag dann doch enormes Kopfzerbrechen, wurde das Wochenblatt von Erscheintag zu Erscheintag dünner. Die unsichere Situation hatte viele Werbekunden zu Zurückhaltung veranlasst. Denn die gesamte Wirtschaft war durch Corona stark verunsichert.
„Inzwischen erkennen wir wieder einen positiven Trend, die Unternehmen haben einen Neustart vollzogen und wir verschaffen ihnen die nötige Aufmerksamkeit“, ist Andreas Plaul inzwischen wieder optimistisch gestimmt. „Wir verstehen uns als Partner der Wirtschaft in unserer Region – das gilt ganz besonders in Krisenzeiten. So haben wir im Juli und August 50 000 Euro investiert, um Werbeaufträge unserer Kunden mitzufinanzieren. Nur wenn die Unternehmen der Region erfolgreich sind, haben auch wir Erfolg.“

Lokale Nachrichten besonders wichtig in der Krise

Große Aufmerksamkeit bekam während der Corona-Zeit die Tageszeitung. Die Redakteure der TZ standen vor der Herausforderung, dem immensen Informationsbedarf ihrer Leser und der Internetnutzer gerecht zu werden. „Die Verantwortung, fundierte, seriöse Fakten aus und für die Region zu liefern, hat in der Krise besondere Bedeutung. Dabei standen wir vor zwei Herausforderungen: Erstens mussten wir die Kommunikation untereinander neu strukturieren – schließlich sehen wir uns normalerweise jeden Tag. Zweitens waren Außentermine zunächst gar nicht, später nur mit erheblichem Aufwand möglich. Eigentlich lief die gesamte Kommunikation mit Recherchepartnern telefonisch oder per Mail“, berichtet TZ-Chefredakteur Sebastian Stöber.
Die Kommunikation innerhalb der Redaktion und auch mit dem Team der Mediengestaltung wurde in eine WhatsApp-Gruppe verlagert – auch die morgendliche Themenbesprechung für die aktuelle Ausgabe fand darin statt. Ansonsten wurde natürlich sehr viel telefoniert. „Die Koordinations-Gruppe gibt es nach wie vor, auch wenn wir uns wieder regelmäßig sehen“, sagt Sebastian Stöber, und auch das Arbeiten im Homeoffice gehört inzwischen – wenn auch nur tageweise –  zum neuen Alltag im Haus der Presse. Dazu gehört auch die Investition in neue Soft- und Hardware, die das Ganze erst ermöglicht.

Aus der Krise wächst Innovation

TVG-Geschäftsführer Dr. Christian Röhm nennt diesen Alltag nach Corona das neue Jetzt. „Wir sind in dieser Zeit digitaler, schneller und lokaler geworden“, verdichtet er die Entwicklung auf einen Kernsatz. Aufgabe des gesamten Hauses sei es nun, das Gelernte in neue Produkte zu übersetzen.
„Die tägliche Kolumne ,In Zeiten von Corona’ von Chefredakteur Sebastian Stöber, die das Geschehen in der Region einordnete, kam bei unseren Lesern sehr gut an. Auf der Basis starten wir in Kürze einen neuen Newsletter, der über die wichtigsten Themen des Tages informiert. Außerdem steht unsere neue ePaper-App unmittelbar vor dem Start mit diversen interaktiven Zusatzfunktionen. Das neue ePaper wird ein völlig neues Leseerlebnis bieten.“  
Getüftelt wird im Werbemarkt der TZ-Mediengruppe auch an neuen digitalen Werbeformaten. Da insbesondere noch nicht absehbar ist, wann das Messegeschäft wieder anläuft, wird hier über virtuelle Alternativen nachgedacht. „Wir spielen mit dem Gedanken einer digitalen Immobilienkonferenz“, verrät Werbemarktleiterin Rommy Illmann.
Dahinter stecke ein gut zweieinhalbstündiger Livestream über die reichweitenstarken Online- und Social-Media-Kanäle der TZ-Mediengruppe. „Dabei werden in kurzen Filmen Immobilienangebote vorgestellt und Experten halten Vorträge beispielsweise über Finanzierungen – via Chat können sie sogar Zuschauerfragen beantworten“, erklärt Rommy Illmann die Idee. Weitere Ideen werden folgen, denn das neue Jetzt verlangt vom Medienhaus in der Elbstraße noch mehr Innovationskraft als zuvor, um auch weiterhin für Torgau und die Region da zu sein.

Arbeitgeber für die Zukunft

„Auch als Arbeitgeber konnten wir unheimlich viel lernen“, so Dr. Christian Röhm. Corona hat auch bei der TZ-Mediengruppe viele über die Jahre gewachsenen Prozesse und Strukturen durchgerüttelt und lange Etabliertes auf den Kopf gestellt. „Flexiblere Arbeitszeiten, fließender Wechsel zwischen Homeoffice und Arbeit vor Ort sowie noch flachere Hierarchien sind bereits eingeführt und machen uns schneller und flexibler.“ Über die kommenden Monate werden neue Systeme eingeführt, die diese Arbeitsweise unterstützen. So zum Beispiel die intelligente Buchhaltungssoftware oder ein Multi-channel-Redaktionssystem, mit dem Nachrichten gleichzeitig und ohne Schnittstelle gedruckt, auf eigene digitale Kanäle und Social Media ausgespielt werden können.
Dabei legt die TZ-Mediengruppe großen Wert auf Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, betont Dr. Christian Röhm. „Nur so erreichen wir eine ständige Weiterentwicklung des gesamten Unternehmens. Die letzten Monate haben unsere Arbeit aber auch uns selbst verändert. Ich freue mich darauf, zu erfahren, was wir im neuen Jetzt für Torgau erreichen können.“Sebastian Stöber

 

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