Montag, 30. November 2020
Samstag, 14. November 2020

NORDSACHSEN

Stillstand ist keine Option

Die Ergebnisse der Unternehmensbefragung präsentierte die IHK im Oktober in Delitzsch.Foto: IHK Leipzig

Von unserer Redaktion

„Standort kommt nicht von stehen bleiben“ – mit diesem Leitmotiv eröffnet IHK-Präsident Kristian Kirpal Anfang Oktober ein Wirtschaftsforum zur Standortzufriedenheit im Landkreis Nordsachsen.

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Auf Einladung der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig sind Unternehmerinnen und Unternehmer mit Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung zusammengekommen, um über Stärken und Schwächen des Wirtschaftsstandortes Nordsachsen zu sprechen.Die Intention ist deutlich: Nach Monaten im Krisenmodus will und muss die Wirtschaft wieder nach vorn denken und auch strategische Lösungen einfordern, die über die aktuelle Problemlage hinausreichen. „Stillstand ist für die Wirtschaft keine Option“, unterstreicht Kirpal.
 
Ausgangspunkt ist eine eindrucksvolle Studie zur Standortzufriedenheit in der Region, für die IHK und Handwerkskammer Unternehmen in Mitteldeutschland befragt haben – unter anderem auch in den sechs größten Städten Nordsachsens. Was die Kammern vorlegen, ist eine detaillierte Bestandsaufnahme zu insgesamt 48 Standortfaktoren auf lokaler Ebene. Die Daten stammen aus 2019 – aus Vor-Corona-Zeiten also – liefern aber dennoch oder gerade deshalb eine Steilvorlage, um aus dem aktuellen Krisenmodus herauszufinden.
 
Auf gute Standortbedingungen vor Ort hinzuwirken, die entscheidend für den geschäftlichen Erfolg von Bestandsunternehmen ebenso wie für Neuansiedlungen sind, ist ein Pfund, mit dem sich Kommunen im Standortwettbewerb hervortun können – und müssen. Nordsachsen kann sich da sehen lassen. „Der Landkreis Nordsachsen ist aus Sicht der Unternehmen ein guter Wirtschaftsstandort“, bekräftigt der IHK-Präsident mit Blick auf die Umfrageergebnisse. Was die Unternehmen hier besonders wertschätzen, sind Naherholungs- und Einkaufsmöglichkeiten, Angebote zur Kinderbetreuung, die Verfügbarkeit von Wohnraum, die Umweltqualität. Sehr hohe Zufriedenheitswerte erreichen auch die öffentlichen Verwaltungen – die Stadtverwaltungen insbesondere für ihre Erreichbarkeit und wirtschaftsfreundliche Einstellung. Auch um die Bearbeitungsdauer von Anträgen und Genehmigungsverfahren bei Städten und Kreisverwaltung ist es gut bestellt. Hier punktet Nordsachsen mit echten Standortvorzügen.
 
Mit Blick auf infrastrukturelle Defizite sind im Landkreis regionale Unterschiede unverkennbar. Während es zum Beispiel rund um den Flughafen Leipzig/Halle eine sehr positive Entwicklung gibt (Schkeuditz gehört zu den bestbewerteten Standorten in Mitteldeutschland), hat etwa Torgau mit der unzureichenden Verkehrsanbindung standortpolitisch nach wie vor das Nachsehen. Keine größere Stadt in der Region Leipzig/Halle liegt so weit entfernt zur Autobahn – es fehlt eine schnelle Verbindung. Hier besteht dringender Handlungsdruck.
 Die Studie zeigt auch: Ohne Mobilfunknetze und Breitbandanbindung wird künftig kein Standort im Wettbewerb bestehen. Beides hat für die ansässigen Unternehmen in der Region höchste Priorität – und wird auch für Neuansiedlungen zum entscheidenden Faktor.
Dass es beim Breitbandausbau in Nordsachsen vorangeht, honorieren die Unternehmen. Die Zufriedenheitswerte liegen höher als in anderen Regionen Mitteldeutschlands – gemessen an der enormen Wichtigkeit, die die Breitbandanbindung für die Unternehmen hat, müssen die Anstrengungen jedoch weiter intensiviert werden.

 
Die Fachkräftesicherung sowie Steuern und Abgaben vor Ort sind ebenfalls wichtige Handlungsfelder in Nordsachsen: Die Verfügbarkeit von Facharbeitern sowie von Auszubildenden führt sogar das Ranking der Faktoren mit der größten Unzufriedenheit an. Mit Blick auf den künftig wohl weiter zunehmenden Wettbewerb um Fachkräfte müssen alle politisch Verantwortlichen hier dringend aktiv werden, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.
 
Ideen zu entwickeln und Möglichkeiten aufzutun, um die Standortbedingungen für die Unternehmen vor Ort beständig zu verbessern, darin sieht Kristian Kirpal die Politik in der Pflicht. „Für den Landkreis Nordsachsen ergeben sich gerade mit dem Kohleausstieg auch neue Chancen. Die Region hat zukünftig noch stärker eine Brückenfunktion zwischen der Lausitz und dem mitteldeutschen Wirtschaftsraum. Viel Geld steht jetzt bereit, um – hier wie dort – sinnvolle Projekte ins Leben zu rufen.“
 
Dass es gerade in diesem Kontext bei weitem nicht nur um Infrastrukturprojekte geht, auch das zeigt die Standortumfrage der Kammern an. Infrastruktur ist notwendige Voraussetzung für eine gute wirtschaftliche Entwicklung. „Für die Region aber wird noch entscheidender sein, Projekte ins Leben zu rufen, die industrielle Arbeitsplätze vor Ort erhalten“, so der IHK-Präsident.Redaktion

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