Donnerstag, 5. August 2021
Samstag, 21. November 2020

Nach kurzer Zeit waren die Lücken geschlossen

Stefan Schieritz ist zu Recht stolz auf sein Unternehmen.Foto: PR

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Die Corona-Pandemie ist für den Elsniger Malermeister Stefan Schieritz gleichzeitig weit weg und ganz nah. Weit weg, weil die Geschäfte seiner Firma Plusmaler wieder auf vollen Touren laufen.

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„Zunächst gab es allerdings eine Schrecksekunde“, erinnert sich der Elsniger daran, wie es mit Verhängung des Lockdowns von einem Tag auf den anderen eine ganze Reihe von Auftragsstornierungen durch private Kunden gab, die aus Verunsicherung die Segel strichen. „Da fragt man sich kurzzeitig schon, wie es morgen weitergeht“, erinnert sich Stefan Schieritz an die Tage im März 2020 – und ganz sicher war er mit diesem Gedanken nicht allein. Es habe dann allerdings nur zwei, drei Wochen gedauert, bis der Plusmaler die Lücken mit neuen Aufträgen ausgeglichen und seine Planungen umdisponiert hatte. Heute sagt er: „Die Bücher sind voll.“
Abgehakt ist Corona für Stefan Schieritz damit aber noch nicht. Das FDP-Mitglied, in diesem Sommer zudem noch zum ehrenamtlichen Bürgermeister seiner Heimatgemeinde gewählt,  macht sich ernsthafte Gedanken über die Refinanzierung der Corona-Krise. „Die aktuellen Maßnahmen haben viel Geld gekostet, das muss der Staat irgendwie wieder einspielen.“ Natürlich setzt Schieritz als Liberaler ganz stark auf ein Wiedererstarken der Wirtschaft und die damit einhergehenden Steuereinnahmen. Doch sowohl als Kommunalpolitiker, als auch als erfahrener Handwerker treibt ihn die Sorge um, der Staat könne sich an der falschen Stelle Sparzwänge auferlegen. „Die Frage ist doch, in welchem Umfang wird die öffentliche Hand künftig noch investieren können?“ Bauvorhaben, Fördermittel für Kommunen, all das könne theoretisch auf den Prüfstand kommen. Für Stefan Schieritz ist jedoch klar: „Bund und Freistaat dürfen sich in dieser Situation nicht zurückziehen, sondern müssen sogar vorangehen. Sie stehen besonders unter Beobachtung und haben deshalb Vorbildfunktion.“
Mit Blick auf die anstehenden Monate erwartet der Plusmaler von der Politik, dass sie die Lehren aus der ersten Corona-Welle zur Anwendung bringt. „Beim ersten Hochwasser 2002 lief vieles noch unkoordiniert. Als die Flut dann aber zurückkam, waren alle viel besser vorbereitet.“ Statt Panik zu schüren, „erwarte ich von unseren Politikern, dass sie die aktuellen Probleme angehen und vor allem einheitliche Regeln festlegen“. Mit seinem Betrieb sei er auch für Kunden in anderen Bundesländern tätig und habe einige Erfahrungen diesbezüglich gesammelt. „Man muss doch innerhalb Deutschlands vernünftig arbeiten können, ohne Corona studiert zu haben“, macht Stefan Schieritz klar.
Auch wenn sein Unternehmen bislang gut durch die Corona-Zeit gekommen ist, macht sich Stefan Schieritz Sorgen um künftige Gründergenerationen. Die Aussicht, wegen einer Pandemie plötzlich ohne Einnahmen dazustehen, mache nicht gerade Lust darauf, in die Selbständigkeit zu gehen. Hier müssten staatliche Anreize geschaffen werden, wie zum Beispiel die Möglichkeit einer steuerfreien Rücklage, wo Unternehmen nicht nur Geld für Investitionen zusammenziehen können, sondern eben auch in Notsituationen ein Polster für ihr wirtschaftliches Überleben haben.

 

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