Donnerstag, 5. August 2021
Sonntag, 22. November 2020

Sondermaschinen von der Elbe bleiben gefragt

Blick in die Produktionshalle: Hier erfolgt die Endmontage, außerdem werden Maschinen transportfertig gemacht.Foto: TZ/Sebastian Stöber

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

„Ohne globale Arbeitsteilung geht es nicht“, da ist sich Eckhard Knöchelmann sicher. Der Geschäftsführer des Torgauer Maschinenbaus (TMB) spricht aus Erfahrung. Seit 1991 ist sein Unternehmen am Markt.

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Mit Sondermaschinen für die Glasindustrie haben sich die Torgauer eine lukrative Nische erarbeitet. Kunden in mehr als 60 Ländern schätzen das Knowhow von der Elbe. Zahlreiche Kooperationen sind in den zurückliegenden fast drei Jahrzehnten entstanden.
Dass mit der Aufarbeitung der Corona-Folgen über punktuelle Alternativen zur grenzenlosen Globalisierung nachgedacht wird, halte er dennoch für richtig, sagt Knöchelmann. Ganz neu seien diese Überlegungen überdies nicht. „Wir beobachten auf der globalen Bühne schon lange, dass sich Unternehmen zurückorientieren und beispielsweise nicht mehr in China fertigen. Die Preise dort sind enorm gestiegen“, konstatiert der Ingenieur.
Seine Analyse: „Was Ingenieure in den chinesischen Großstädten an der Ostküste verdienen, ist nicht weit weg von unseren Gehältern. Selbst ein Dreher dort verdient inzwischen um die 1200 Euro. Nimmt man den Aufwand für Kontrollen, Transport und die Zeitverzögerung dazu, verliert China stark an Attraktivität.“  

Preise sind für die Torgauer allerdings nicht der ausschlaggebende Punkt. „Unser großer Vorteil ist vielleicht auch, dass wir Sondermaschinen herstellen und die speziellen Teile vor allem in Deutschland kaufen“, erklärt Eckhard Knöchelmann für den Fortgang der Arbeiten trotz Pandemie. „Es gab bei der Vielzahl an Projekten nur zwei, bei denen Teile fehlten. Und das waren die aus Norditalien.“  Bei den großen Lieferanten, wie Siemens oder SEW, habe es keine Engpässe gegeben.
Dass es mit der Auftragslage eng werden könnte, ließen zumindest die ersten Wochen der Pandemie befürchten. Knöchelmann erinnert sich an einen dramatischen Nachfrageeinbruch. „Viele Projekte, die wir noch bis Ende Januar angeschoben und vorbereitet hatten, sind nun nicht gekommen. Vielfach wurde erklärt, dass Investitionen zunächst zurückgestellt worden sind, um Liquidität zu sichern.“ Parallel dazu stiegen Ersatzteilanfragen. Ein Zeichen dafür, dass vielerorten in Anbetracht der unübersichtlichen Lage zunächst auf Erhaltung und nicht mehr auf Investitionen gesetzt wurde.
Gravierende Folgen für TMB hatte aber auch das nicht. Wie die meisten Industriebetriebe haben auch die Torgauer Spezialisten einen vielmonatigen Produktionsvorlauf. Schwierigkeiten gab es aber durch die Pandemie-Bestimmungen mit der weltweiten Montage. Inzwischen hat die Nachfrage wieder leicht angezogen. Zwar schaffen vor allem in China immer mehr Unternehmen einen echten Qualitätssprung und setzen der deutschen Industrie hart zu – die Torgauer Sonderlösungen sind für viele Kunden aber nicht ohne weiteres ersetzbar.  
TMB wird deshalb auch weiterhin daran arbeiten, Kundenprobleme zu identifizieren und passgenaue Lösungen zu erarbeiten. Das Team um den Geschäftsführer hat in den vergangenen Jahren die internen Abläufe so agil gestaltet, dass dieser Prozess binnen kurzer Zeit abgebildet werden kann.
Als Spezialist mit großem Erfahrungsschatz, nationaler sowie internationaler Vernetzung und ausgestattet mit einem ambitionierten Team, ist der Torgauer Maschinenbau bestmöglich auf die Entwicklungen am globalen Markt vorbereitet.

 

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