Mittwoch, 14. April 2021
Dienstag, 24. November 2020

Unverzichtbar für die Torgauer Region

Chefarzt Dr. Joachim MüllerFoto: KKH

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Mit Wumms aus der Krise: Diesen Claim hätte Finanzminister Olaf Scholz auch für das Torgauer Kreiskrankenhaus prägen können. Denn die Klinik in der Christianistraße hat das Innehalten der vergangenen Monate genutzt, um  eine Krachernachricht vorzubereiten.

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In die Öffentlichkeit tragen durfte sie der kaufmännische Geschäftsführer Mitte September. „Wir werden unsere medizinische Berufsfachschule neu bauen“, kündigte Jens Laser die Vier-Millionen-Euro-Investition im Kreistagsausschuss für Gesundheit und Soziales an. Moderner soll die neue Schule werden – und deutlich größer. Stehen heute 100 Plätze für die Ausbildung des medizinische Nachwuchses zur Verfügung, werden es ab voraussichtlich 2022 zwischen 160 und 170 sein.  „Damit leisten wir unseren Beitrag zur Sicherung der Fachkräftebasis“, freute sich Jens Laser anlässlich der Präsentation.
Dabei liegt hinter dem Krankenhaus eine Zeit mit wenig Freude, dafür mit jeder Menge Anspannung und ständig wechselnden Herausforderungen. Waren es zunächst die qua Allgemeinverfügung des Freistaates abgesetzten Operationen samt der daraus folgend fehlenden Bettenauslastung die ins Kontor schlugen, hat es der gesamte Gesundheitsbereich seit Monaten mit einer schwindelerregenden Preisspirale bei Mund-Nase-Schutzen, OP-Handschuhen, Kitteln und Desinfektionsmitteln zu tun. Diese Spirale kennt nur eine Richtung: nach oben!
Inzwischen sind sowohl die Lager als auch die OP-Pläne wieder gut gefüllt und die Botschaft der Krankenhausleitung ist eindeutig: „Es ist absolut sicher, sich in unserem Haus behandeln zu lassen“, verspricht Chefarzt Dr. Joachim Müller die Einhaltung höchster hygienischer Standards. Er ist stolz auf sein Team, das auch in den angespannten Frühlingsmonaten mit hoher Zuverlässigkeit und Motivation, immer dem möglichen Ernstfall ins Auge blickend, seine anspruchsvollen Jobs im Kentmann-Krankenhaus erledigt hat. Das Haus wiederum revanchierte sich, indem im Gegensatz zu anderen Kliniken keine Kurzarbeit eingeführt wurde. „Stattdesen haben Kollegen die Chancen genutzt, um ihre Stundenkonten auszugleichen oder Urlaub zu nehmen. Alle standen in diesen Tagen wahnsinnig unter Druck. Da kam diese Möglichkeit, mal herunterzufahren, vielen entgegen“, erinnert sich Dr. Joachim Müller.
Um alle Kollegen im Haus auf dem Laufenden zu halten, setzte die Klinik-Einsatzleitung (KEL) auf transparente Kommunikation. „Wir haben die tägliche Sitzung der KEL um eine zweitägliche Sitzung mit den Stationsleitungen ergänzt, die wiederum ihre Kollegen informierten; einmal pro Woche gab es die Chefarzt-Runde; im Intranet wurde ein internes Frage-Portal gestartet und zusätzlich erhalten die Mitarbeiter einen Newsletter“, so Dr. Müller.
Der Chefarzt freute sich auch über die demonstrative Verbundenheit der Bevölkerung mit „ihrem Krankenhaus“. Als die Schutzausrüstung knapp wurde, bekam das Krankenhaus von verschiedenen Seiten Masken-Spenden – Angehörige von Mitarbeitern bastelten Visiere.
„Wir haben in dieser Zeit aber nicht nur Anerkennung und Respekt von den Menschen der Region erhalten“, so Dr. Müller, „ich denke, dass auch die Politik endgültig verstanden hat, wie wichtig Häuser wie unseres im ländlichen Raum sind“.

 

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