Mittwoch, 14. April 2021
Mittwoch, 25. November 2020

Auf alles vorbereitet

Das Kreiskrankenhaus "Johann Kenntmann" mal aus einer anderen Perspektive.Foto: TZ/Archiv

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Die Corona-Chronologie des Torgauer Kreiskrankenhauses von Februar bis September 2020.

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Wenn eine Einrichtung in den zurückliegenden Monaten im Blickpunkt stand, dann war es das Kreiskrankenhaus „Johann Kentmann“. Als Zentrum der medizinischen Versorgung in der Region gingen von der Christianistraße Impulse aus, die vielen Menschen als Kompass in einer unübersichtlichen Zeit dienten. Das zeigt die folgende Chronologie:
29. Februar 2020
Die Klinik ist immer auf akute Ereignisse vorbereitet – auch auf größere, unterstreicht Chefarzt Dr. Joachim Müller. „Wir sind in der Lage, den Routinebetrieb innerhalb kurzer Zeit zu vermindern, um so Bettenkapazitäten bereitzustellen.“ Die entsprechenden Pläne der Klinik sehen vor, im Falle einer akuten Infektionswelle eine komplette Station zu isolieren. „Darüber hinaus gibt es auf unserer Intensivstation zwei Zimmer mit Schleusen, das ist nicht überall üblich.“

16. März 2020
Die Klinik befindet sich nun im sogenannten Aktivzustand für die Vorbereitung auf Corona-Patienten. „Wir haben eine Einsatzleitung gebildet, die aus Verwaltung, Pflege, Hygiene, Technik, Personalabteilung und ärztlicher Leitung besteht. Immer montags gibt es zudem eine gesonderte Beratung der Chefärzte, wo unter anderem die Auslegung und Umsetzung der Vorgaben von Bund, Land und Landkreis besprochen wird“, berichtet  Chefarzt Dr. Müller. Hausintern informiert ein Newsletter. Geplante Operationen werden weitgehend abgesetzt, sofern sie aus medizinischer Sicht aufschiebbar sind.

20. März 2020
Radiologie und KV-Praxis sind nicht mehr über das Foyer des Krankenhauses erreichbar, sondern über den Eingang an der Rückseite des Krankenhauses. Patienten, die die KV-Praxis aufsuchen wollen, müssen sich vorher telefonisch anmelden. Außerdem steigt die Nachfrage nach Corona-Tests – weder Krankenhaus noch KV-Praxis bieten diese ambulant an.

22. März 2020
Im Kreiskrankenhaus sind keine Besuche mehr gestattet. Nur noch in außergewöhnlichen Situationen gibt es Ausnahmen. Ziel ist es, sowohl Patienten als auch Mitarbeiter des Hauses bestmöglich vor einer Ansteckung zu schützen.

23. März 2020
Die verschärften Zugangsregeln für das Torgauer Krankenhaus haben nun auch Auswirkungen auf die Geburtsstation. Werdende Mütter müssen sich nun generell vor der Fahrt ins Krankenhaus dort anmelden.

24. März 2020
80 Betten wären sofort verfügbar, vier Beatmungsbetten stehen bereit. Chefarzt Dr. Müller berichtet erstmals von Engpässen bei Lieferanten für Schutzausrüstung. Den Torgauern legt er nahe, „nicht vor Angst in Panik zu verfallen. Wir alle müssen uns an die vorgegebenen Maßnahmen halten. Das ist der beste Schutz für jeden von uns.“

3. April 2020
„Alle Mitarbeiter sind angespannt und sehr sensibel, insbesondere auf jede Information, die mit der Pandemie in Verbindung steht. Schließlich arbeitet unser Haus daraufhin, für diesen Fall vorbereitet zu sein“, berichtet Dr. Joachim Müller. Nach wie vor angespannt ist die Versorgungslage. Die Wartezeit auf staatliche Lieferungen kann überbrückt werden, weil Angehörige von Mitarbeitern und externe Unterstützer Masken nähen und Visiere basteln.

30. April 2020
„An oberster Stelle steht für unser Haus und seine Mitarbeiter, die Patientensicherheit zu gewährleisten. Das bedeutet, wir weisen niemanden ab“, sagt Dr. Joachim Müller. Das Krankenhaus tariert Tag für Tag die Balance zwischen Infektionsschutz und Sicherstellung der ambulanten und stationären Versorgung der Region aus.
„Denn eins darf auf keinen Fall passieren: dass wegen ausgelassener Behandlungen vermeidbare Folgeschäden entstehen“, unterstreicht der Chefarzt. Die Versorgungslage bei Schutzausrüstung hat sich deutlich verbessert. Spürbar ist jedoch eine enorme Preissteigerung.

6. Juni 2020
Etwas Normalität kehrt zurück: Stationäre Patienten dürfen wieder Besuch empfangen. Möglich sind die Besuche zwischen 15.30 und 17.30 Uhr. „Wir wissen, wie viele Patienten und deren Angehörige auf diese Nachricht warteten und haben intensiv an einer Lösung gearbeitet, die alle Risiken möglichst gering hält“, sagt Chefarzt Dr. Joachim Müller. Zur Lösung gehören unter anderem das unbedingte Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowie die Erfassung der Besucherdaten.

17. September 2020
Im Gesundheits- und Sozialausschuss zieht der kaufmännische Krankenhaus-Geschäftsführer, Jens Laser, Corona-Bilanz. 328 negative und vier positive Covid-19-Tests hat es gegeben. Keine Mitarbeiter der Unternehmensgruppe und kein Bewohner der dazugehörigen Pflegeheime waren betroffen. Drei der Positiv-Fälle wurden in Leipzig weiter behandelt, der vierte ging symptomfrei in häusliche Quarantäne. Wirtschaftlich strebe die gGmbH eine schwarze Null an.

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