Montag, 30. November 2020
Dienstag, 27. Oktober 2020

DOMMITZSCH

Eine 40-Stunden-Woche wird oftmals nicht ausreichen

Bürgermeister Stefan Schieritz ganz in Familie mit Ehefrau und zwei Kindern bei der Pflanzaktion am Wochenende.Foto: Kristin Engel ?

von unserem Redakteur Nico Wendt

Elsnig. Stefan Schieritz hat seine erste Woche als offizieller Bürgermeister der Gemeinde Elsnig hinter sich. TZ sprach mit ihm über seine Amtseinführung, über große Herausforderungen in den kommenden Monaten und darüber, wie er sein Ehrenamt mit seiner beruflichen Tätigkeit als Malermeister und Firmenchef der Plusmaler GmbH in Einklang bringen möchte: 

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Elsnig. Stefan Schieritz hat seine erste Woche als offizieller Bürgermeister der Gemeinde Elsnig hinter sich. Mit 41 Jahren zählt er zugleich zu den jüngeren Oberhäuptern in Nordsachsen. TZ sprach mit ihm über seine Amtseinführung, über große Herausforderungen in den kommenden Monaten und darüber, wie er sein Ehrenamt mit seiner beruflichen Tätigkeit als Malermeister und Firmenchef der Plusmaler GmbH in Einklang bringen möchte: 

TZ: Herr Schieritz, seit wann genau sind Sie offiziell im Amt? 

Stefan Schieritz: Wenn man so will, seit der Vereidigung am vergangenen Dienstag durch den stellvertretenden Bürgermeister Dr. Michael Berger. Aber die Dienstgeschäfte führe ich ja schon länger in der Gemeinde Elsnig. Insofern hatte sich mit diesem symbolträchtigen Augenblick in der Realität wenig geändert. 

Dann gab es für Sie ja eine lange Einarbeitungs- und Vorbereitungszeit?

 Ja ich bin eingearbeitet und weiß somit auch, was mich konkret erwartet. Schon im November mit der Krankheit von Karlheinz Herrmann habe ich als Stellvertreter die Aufgaben übernommen. Als nach seinem Tod die Neuwahlen anstanden, konnte ich mir ein gutes Bild von der Bürgermeister-Tätigkeit machen. Ich habe die Herausforderung gerne angenommen.

 Wie sah nun die erste offizielle Woche aus? 

Ich durfte natürlich viele Glückwünsche entgegen nehmen, ob von Bürgermeister-Kollegen oder von anderen Behördenvertretern und Partnern der Gemeinde. Ansonsten herrschte Alltag. Mit Regina Borkenhagen, Mitarbeiterin in der Gemeindeverwaltung Elsnig, habe ich jemanden, der mich kräftig unterstützt. Ansonsten ist mir auch eine gute Zusammenarbeit mit den Elsniger Gemeinderäten und mit der Stadt Dommitzsch sehr wichtig. Das hat bisher sehr gut geklappt. 

Sie bekleiden den Bürgermeister-Posten nur ehrenamtlich. Wie sieht Ihre Zeiteinteilung aus? Sind Sie jeden Tag im Gemeindeamt? Oder nur stundenweise? 

Also montags, dienstags und donnerstags bin ich tatsächlich den ganzen Tag in der Verwaltung. Hinzu kommen auch noch Abendtermine, Versammlungen und Veranstaltungen beispielsweise. Ich denke schon, dass ich 25 bis 30 Stunden pro Woche für das Bürgermeisteramt einplanen muss. 

Da bleibt aber nicht mehr viel Zeit für ihre Firma? Oder treten Sie da kürzer? 

Nein, auf keinen Fall. Ich denke, dass ich beides zur Hälfte bewältigen kann. Mir ist auch bewusst, dass dann oftmals eine 40-Stunden-Woche nicht ausreichen wird. Es dürfte deutlich mehr Zeit draufgehen. 

Wie reagiert Ihre Familie auf diese Aussichten? 

Meine Frau stärkt mir den Rücken und zeigt Verständnis. Meine Familie kennt mich: Sie wissen, dass ich sehr ehrgeizig bin und immer aktiv sein muss. Natürlich wird es nicht einfach. Unser Dreiseithof muss auch bewirtschaftet werden. Aber die Wochenenden will ich möglichst für die Familie, für meine Frau und für meine zwei Kinder freihalten. 

Was sind derzeit wichtige Vorhaben in der Gemeinde? 

Momentan laufen noch die Arbeiten am Gemeindehaus in Mockritz. Wir haben das Dach saniert, die Fenster erneuert – konnten dafür Fördermittel aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“ erhalten. Nächste Woche müsste alles fertig werden. Dann wollen wir dieses Jahr noch die Bushaltestelle in Neiden barrierefrei umgestalten. Für die Haltestellen in Drebligar, Mockritz und Döbern laufen die Planungen. Das soll nächstes Jahr gemacht werden. Die Arbeiten am Spielplatz in der Waldsiedlung sind bereits abgeschlossen. Zum Bauamt in Dommitzsch gibt es übrigens einen engen und guten Draht.  

Was wird die größte Herausforderung in naher Zukunft für Sie sein? Die endgültige Anbindung der Gewerbestraße bei Dommitzsch an die B 182 dürfte nochmals ein Kraftakt werden – auch finanziell (Gemarkung Elsnig d.Red) . Die Auftragsvergabe zur Umbindung der Trinkwasserleitung ist erledigt. Auch die Archäologen werden bald beginnen. Im Frühjahr folgen dann Ausschreibung und Vergabe für die eigentlichen Bauarbeiten. Dann liegt mir am Herzen, unsere Gemeinde für die nächste Generation zukunftsfähig zu machen, sprich enkeltauglich. 

Was meinen Sie damit?

 Wir müssen Kita und Hort stärken, die Infrastruktur anpassen, aber auch gesellschaftlich viel bewegen durch Veranstaltungen und Initiativen. Unsere Baumpflanzaktion am Wochenende beispielsweise war generationsübergreifend und hat allen viel Spaß gemacht. Wir haben ein breites Spektrum an Vereinen, die derzeit aber auch unter der Corona-Krise leiden, weil viele Einnahmen wegbrechen.

 Apropos Corona: Welche Einschränkungen gibt es im Gemeindeamt?

 Wir führen den Sprechtag am Dienstag bis 18 Uhr trotzdem durch, bitten aber um vorherige Anmeldung. Naturlich sind Mundschutz zu tragen und Hygieneregeln zu beachten. Verfügt die Gemeinde Elsnig noch über einen eigenen Bauhof? 

Ja. Die zwei Mitarbeiter haben derzeit reichlich mit Bäume verschneiden, Laub beseitigen und Instandhaltungsarbeiten zu tun. Wir sprechen jede Woche genau ab, was zu tun ist.


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