Freitag, 27. November 2020
Sonntag, 1. November 2020

TORGAU

Neun Tore im Hartenfelsstadion

Torgaus Christian Scaruppe beim Kopfball.Foto: TZ/Stöber

von SPB

Torgau. Was für ein Spiel! Unsere Analyse mit Trainer-Stimme zur Partie der Landesklasse Nord/Männer: SC Hartenfels 04 Torgau – Rotation 1950 Leipzig 5:4 (1:2) lest ihr hier.

 

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Nach der Auswärtsschlappe bei Tapfer Leipzig merkte man den Hartenfelsern vom Anpfiff weg an, dass sie zuallererst auf Fehlervermeidung, auf ein möglichst risikoarmes Spiel aus waren. Trotzdem konnten eine Reihe von Fehlabspielen nicht vermieden werden, wollte einfach keine Struktur ins Spiel einziehen. Da die Gäste aus Leipzig sehr früh anliefen, die Platzherren oft schon in deren Hälfte unter Druck setzten, standen nicht nur dem Trainerteam bei der Betrachtung des Spiels des Öfteren die Haare zu Berge.

Als schließlich „Mister Zuverlässig„, Kapitän Sebastian Zinke nach reichlich zehn Minuten den Ball ohne Not im eigenen Strafraum vertändelte, bedeutete das die erste Krönung des bis dato schwachen Auftretens der Torgauer. Der Gästestürmer sagte „danke“ und schob das Leder problemlos am chancenlosen Krost vorbei ins Torgauer Gehäuse.

Nun häuften sich bei den Gastgebern die Abspielfehler. Immer wieder gab es Missverständnisse im Abwehrverbund, stimmte weder die Zuordnung noch die Präzision beim Spiel hinten raus. Und so stand es wenige Minuten später nach inkonsequenter Zweikampfführung auf der linken Abwehrseite plötzlich 0:2.

Tolles Solo brachte Hoffnung

Nur gut, dass sich Freymuth wenig später ein Herz fasste und bei einem energischen Dribbling in den Rotation-Strafraum hinein gleich mehrere Abwehrspieler vernaschte. Sein präzises Abspiel brauchte der völlig freistehende Spinn nur noch zum Anschlusstreffer einschieben. Auch wenn danach noch immer viele Anspiele nicht den eigenen Mann fanden, so merkte man doch den Gastgebern an, dass sie wieder begannen, an sich zu glauben.

Und so ergab sich knapp zehn Minuten später nach einem gelungenen Angriff der Bachmann-Schützlinge eine gute Schussgelegenheit für Näke. Der traf den Ball allerdings nicht voll und bereitete so dem Hüter der 1950er keine Probleme. Das Abwehrverhalten des SCH blieb jedoch nach wie vor eine wackelige Angelegenheit.

Die Gäste nutzten den ihnen gebotenen Freiraum immer wieder für pfeilschnelle Gegenstöße, vor allem über ihren starken Linksaußen. So hätte in der 35 Minute eigentlich das dritte Tor für Rotation fallen müssen, zumal Meißner beim Abwehrversuch noch ausrutschte.

Doch 1950 bekam das Leder trotz zweimaliger freier Schussbahn einfach nicht ins Tor der Kreisstädter. Wenige Minuten vor der Pause machten es die Torgauer allerdings auch nicht besser und scheiterten zunächst durch Näke und im Nachschuss durch Leutnitz am Gäste-Hüter.
Durch Freund und Feind hindurch

In Halbzeit Zwei kam eine spürbar selbstbewusstere Hartenfels-Elf auf den Rasen. Nach einer gut getimten Flanke von Lehmann auf den langen Pfosten des Gästetores war Leutnitz mit dem Kopf zur Stelle und versenkte das Leder im kurzen Eck.

Der Ausgleich schien die Leipziger aufgeschreckt zu haben. Sie verstärkten jetzt wieder ihre Angriffsbemühungen und gingen wieder energischer ins Pressing. Doch Torgau wirkte jetzt konzentrierter, sorgte mit zahlreichen engagierten Zweikämpfen dafür, dass sich der Kontrahent keine nennenswerten Chancen erarbeiten konnte.

Als sich nach einer runden Stunde Freymuth aus 35 Metern ein Herz fasste und das Leder Vollspann in Richtung 1950-Tor jagte, stand es plötzlich 3:2. Durch Freund und Feind hindurch, es gab wohl zwei, drei Zwischenberührungen des Leders mit den vor dem Kasten versammelten Kickern, landete der Ball am verdutzten Keeper vorbei im Tor der Gäste.

Und es sollte noch besser kommen. Nach schnellem Umkehrspiel über die rechte Torgauer Angriffsseite  setzte sich Spinn im Strafraum durch und hämmerte den Ball humorlos ins Netz. War es in Halbzeit Eins die Torgauer Abwehr, die teilweise vogelwild agierte, wirkte in dieser Phase der Defensivverbund der Gäste wie ein aufgescheuchter Vogelschwarm. Dazu passte dann auch der fünfte Torgauer Treffer weitere fünf Minuten später, der den Deckel auf die Partie legen sollte.

Fast noch schief gegangen

Das dachten, wie Coach Bachmann nach der Partie gegenüber der TZ verriet, auch die Mannen seines Trainerteams. Drei Wechsel in dieser Phase sollten den vermeintlichen Sieg nach Hause bringen. Allerdings stellte sich bald heraus, dass dadurch der Spielfluss, der Offensivdruck beim Gastgeber verlustig ging. Als den Gästen eine Viertelstunde vor Ultimo mit einem Sonntagsschuss aus 20 Metern der Anschluss zum 3:5 gelang, witterten die auf einmal wieder Morgenluft.

Jetzt war sie auch wieder da, die Unsicherheit im Torgauer Abwehrverhalten. „Unsere bis dato als Abteilung Zuverlässig geltende Abwehr kam dadurch wieder ins Schwimmen“, sah Bachmann mit den Wechseln eine Mitschuld daran, dass es am Ende noch einmal eng wurde für die Seinen. Das 4:5 war dann auch wieder von einer Inkonsequenz in der 04er Abwehr begünstigt und eröffnete den Schlussspurt der Gäste.

Zumal die Torgauer zwei Minuten später eine eigene gute Chance zur dann wohl endgültigen Entscheidung überhastet liegen ließen. Mit unbändigem Einsatz, den mitgehenden Fans im Rücken und auch mit ein wenig Glück brachten die Gastgeber dann aber den so wichtigen und letztlich verdienten Sieg über die Zeit.

„Wir sind froh, dass wir den vor der erneuten Saisonunterbrechung für uns so wichtigen Sieg eingefahren haben“, zeigte sich Bachmann erleichtert. „Ich hatte die Jungs vor dem Spiel und auch in der Pause noch mal darauf hingewiesen, dass wir mit drei Punkten aus dieser Partie gerade in der aktuellen Situation viel für unser Selbstwertgefühl tun können. Sie haben es zum Glück umsetzen können“, war der Übungsleiter vor allem mit großen Teilen der zweiten Spielhälfte zufrieden.


Torgau: Krost; Gerlach, Zinke, Meißner, Scaruppe, Nowack (ab 61. Tänzer), Näke, Spinn, Lehmann (ab 73. Michalari), Freymuth (ab 72. Ghavamzadeh), Leutnitz; TF: 0:1 Richter (12.); 0:2 Jähn (16.); 1:2 Spinn (19.); 2:2 Leutnitz (50.); 3:2 Freymuth (63.); 4:2 Spinn (67.); 5:2 Leutnitz (71.); 5:3 Seidel (77.); 5:4 Jähn (86.); SR: Carl Schumann; ZS: 42.

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