Freitag, 27. November 2020
Mittwoch, 11. November 2020

TORGAU

Neues Logistik-Konzept macht Torgauer noch effektiver

Start Testbetrieb neuer Logistikbereich St. Gobain.Foto: Foto: TZ/S. Stöber

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Torgau. Nach rund einem Jahr Bauzeit ist am Mittwoch der neue Lager- und Versandbereich der St. Gobain Glass Flachglas Torgau GmbH offiziell fertiggestellt worden. Der rund 4000 Quadratmeter große Komplex soll jetzt den Testbetrieb aufnehmen.

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Dieser wichtige Tag hätte einen größeren Rahmen verdient gehabt: Nach rund einem Jahr Bauzeit ist am Mittwoch der neue Lager- und Versandbereich der St. Gobain Glass Flachglas Torgau GmbH offiziell fertiggestellt worden. Der rund 4000 Quadratmeter große Komplex soll jetzt den Testbetrieb aufnehmen. Rund vier Millionen Euro hat der  französische Konzern St. Gobain  in Gebäude, Technik und ein neues Firmenmanagement-System investiert.

Vier Millionen Euro

Dass dieser „wichtige Schritt für die Zukunftsfähigkeit des Standorts Torgau“, wie Geschäftsführer Uwe Naumann sagte,  mit einem innerbetrieblichen Glas alkoholfreiem Sekt und zum 11. 11. passenden Pfannkuchen gefeiert wurde, lag freilich an der gegenwärtigen Corona-Lage. Platz war für die diensthabende Schicht der Lager-Mannschaft. Eine offizielle Feier passt nicht in die Zeit.

Umso wichtiger war es Uwe Naumann, die Fertigstellung nicht komplett unter den Tisch fallen zu lassen. „Wir wollten zeigen, dass es gerade in Zeiten von Corona auch positive Entwicklungen gibt.“ In einer kurzen Ansprache schilderte der Flachglas- Geschäftsführer, welche Kraftanstrengung hinter dieser Erwei-
terung steckt. Zwölf Jahre habe der Überzeugungsprozess gedauert, an dessen Ende der Mutterkonzern 2019 schließlich die Mittel freigegeben hatte.

„In den vergangenen Jahren sind immer mehr Artikel dazu gekommen. Die begrenzten Lagerkapazitäten begannen uns auf die Füße zu fallen“, erklärte Uwe Naumann den Druck, der inzwischen auf dem Standort lastete.

4000 Tonnen Glas

Christian Kühne, Leiter des Glas-Großlagers, freut sich auf die Möglichkeiten der neu geschaffenen Infrastruktur. Nicht nur, dass dort künftig 4000 Tonnen Glas gelagert werden können – immerhin rund 15 Prozent der gesamten Lagerkapazität des Standorts. Der Komplex ist so angelegt, dass die Lager- und Logistikprozesse deutlich effizienter werden.

Das beginnt im Versandbereich, der über drei Doppelspuren verfügt: eine für das Abladen, die zweite fürs  Aufladen. Die großen Glas-Trucks, Inlader genannt, fahren künftig in die Halle, laden ein Gestell ab und nehmen das bereits vorbereitete neue Gestell wieder mit.

„Bislang wurde das Gestell entladen, ins Lager gebracht, das neue von dort geholt und eingeladen“, beschreibt Christian Kühne den neuen Prozess. Zweiter Baustein ist die sogenannte Funktionshalle, die direkt an den Versandbereich andockt. Sie dient künftig als Pufferzone zwischen Produktion und Versand. „Damit schaffen wir kurze Wege, die es uns erlauben, noch pünktlicher zu verladen und damit unsere Produkte schneller zum Kunden zu bringen“, erklärt der Großlager-Chef.

Genauso wie Uwe Naumann ist er stolz darauf, dass dieser Prozess nicht etwa akademischer Natur ist, sondern gemeinsam mit den Mitarbeitern des Transport- und Logistikbereichs entstand. Genauer gesagt in einem Auto auf der Fahrt von Köln nach Torgau – neben Christian Kühne rollten Marco Richter und Tommes Gerlach über die Autobahnen der Republik. „Wir hatten uns eine ähnliche Anlage im Schwesterwerk angeschaut. In diesen sechs Stunden ist aus einer Idee ein Konzept geworden, das ich am nächsten Tag Herrn Naumann präsentieren konnte.“ Der Rest ist Geschichte.

Boden wird getestet

An deren Fortgang waren maßgeblich auch Michael Haß und Heiner Krüchting beteiligt. Der eine koordinierte den Bauablauf für die Flachglas GmbH, der andere für die Firma Bührer+Wehling, die als Generalunternehmer den Hut für die Umsetzung des Projekts auf hatte. „So reibungslos haben wir ein Großprojekt lange nicht über die Bühne gebracht“, gab es von Uwe Naumann einen verbalen Blumenstrauß für beide.

Naumann hofft jetzt, dass die Reibung auf den letzten Metern nicht zunimmt. Zunächst startet im neuen Areal ein Testbetrieb. Unter realen Bedingungen werden verschiedene Spezifikationen getestet, so zum Beispiel die Belastbarkeit des Hallenbodens. Allesamt wichtige Punkte auf der großen Checkliste für die Endabnahme der Großinvestition in der Torgauer Solarstraße.

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