Montag, 30. November 2020
Sonntag, 15. November 2020

MOCKREHNA

"Wir machen das ja nicht nur für uns!"

Klein-Paul packte tatkräftig mit an und zeigte Papa, wo noch Lücken für weitere Zwiebeln waren. Foto: TZ/J. Sachse

von unserer Redakteurin Julia Sachse

Langenreichenbach. Sonntag, 9.50 Uhr: In Langenreichbach schläft noch, wer ausschlafen darf - auf der Straße sind nur wenige unterwegs. Diejenigen allerdings, die den aktiven Teil des Tages bereits eingeläutet haben, laufen und fahren alle in dieselbe Richtung...

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Langenreichenbach. ...Zur oberen Bushaltestelle, direkt neben dem Grundstück von Ortsvorsteher Detlef Bölke Am Heidelbach. Der hat bereits alles für die 18. Auflage des gemeinsamen Blumenzwiebelsteckens zusammen gepackt: In eine Schubkarre gestapelt, fährt er hundert Säckchen Zwiebeln vors Tor, begrüßt seine nach und nach eintreffenden Mitstreiter und erinnert nochmal daran, dass jeder den mitgebrachten „Schnutendeckel“ auch aufsetze, statt ihn nur bei sich zu tragen. „Guckt auch auf die Abstände, während ihr arbeitet.“, mahnt er an. Man könne es mit der Politik halten, wie man wolle - provoziert werde hier nichts.
Nachdem auch eine Karre mit etwas Versorgung für die Helfer bereitgestellt wurde, erklärt Bölke, wo auf den umliegenden Grünflächen noch von der Pflanzaktion des letzten Jahres Bestand durchkommen könnte und an welchen Stellen diesmal der Boden gelockert, die Zwiebeln in drei Reihen mit jeweils zehn Zentimetern Abstand zueinander in die Erde gebracht werden sollen. Konzentriert werde sich auf die Außenkanten der Grünflächen an der Straße, denn die seien gut sichtbar für den an dieser Stelle vorbeifahrenden Verkehr. „Wir machen das ja nicht nur für uns! Ein freundliches, weil bunt blühendes Örtchen wirkt auf die Durchfahrenden schließlich auch. Der Anblick macht gute Laune. Da haben alle was davon, die im Frühjahr hier unterwegs sind.“, erklärt Bölke, während er mit einem Spaten reihenweise Rasenfläche aufsticht.

Anfangs, ab 2002, da habe er die Zwiebeln noch von umliegenden Baumärkten abgeholt. Jene hätten sie sonst als nicht verkaufte Ware dem Abfall zugeführt. Eine Kiste Sekt habe er als Ausgleich jeweils als kleine Zugabe für bevorstehende Weihnachtsfeiern da gelassen. Heute sei so ein Handel leider nicht mehr möglich. Deshalb kaufe er die Säckchen im Vorfeld der Aktion mit Rabatt ein. Den Sekt gebe es (nach Corona) dann eben für die Helfer.

Dass es dieses Mal deutlich weniger Leute sind als sonst, liegt an der geltenden Allgemeinverfügung des Freistaates. Diese schreibt für Versammlungen unter freiem Himmel für alle Teilnehmer eine Mund-Nasen-Bedeckung und einen Mindestabstand zueinander von 1,50 Meter vor. Zudem dürfen sich nicht mehr als zehn Personen aus maximal zwei Hausständen gemeinsam in der Öffentlichkeit aufhalten, sprich auf derselben Grünfläche buddeln und stecken. Eine Familie aus der Nachbarschaft habe deshalb bereits vorfristig eine bestimmte Stelle bearbeitet, die jetzt von den anderen Freizeitgärtnern ausgespart werden könne, so Bölke. Noch bis kurz vor Mittag wird fleißig gegraben, gesteckt und zugedeckt. Dann wird es Zeit fürs Mittagessen - und die Vorfreude auf einen farbenfrohen Frühling!


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