Dienstag, 26. Januar 2021
Freitag, 27. November 2020

OSTELBIEN

"Brauchen mehr Miteinander"

Miriam Fricke möchte die christilichen Werte im Landkreis vermitteln und erhalten. Foto: Anna Thiere

von unserer Redakteurin Anna Thiere

Bad Liebenwerda. Miriam Fricke, Gemeindereferentin der katholischen Kirche in Elbe-Elster, spricht über die Menschen und das, was sie bewegt, wie wichtig es ist, zuzuhören und dass auch kleine Gesten Großes bewirken können.

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SWB: Frau Fricke, welche Aufgabe haben Sie?
Miriam Fricke:
Ich bin die Gemeindereferentin der katholischen Kirche. Nachdem ich katholische Religionspädagogik studiert habe, war ich zwei Jahre Gemeindeassistentin in Bad Liebenwerda. Am 20. Juni wurde ich vom Bischof des Bistums Magdeburg, Dr. Gerhard Feige, dann beauftragt. Mein Job ist es, für die Menschen des Landkreises da zu sein. Ich besuche Sie, nehme mir Zeit, kümmere mich um Kranke und Einsame, löse Probleme, höre einfach zu – kurz: Ich bin da, wo man mich braucht, versuche Begegnung zu ermöglichen und Menschen das Gefühl der Einsamkeit zu nehmen. Nicht zuletzt stellt 2020 uns alle vor große Herausforderungen.
Wie haben Sie das Corona-Jahr bis jetzt erlebt?
Schwierig. Anfang des Jahres war noch ein gewisser Optimismus bei den Menschen zu spüren. Sie waren positiver gestimmt, sicher nicht zuletzt, weil wir alle dachten, dass wir die Pandemie Ende des Jahres überstanden haben und dann wieder Normalität einkehrt. Da die Fallzahlen nun aber wieder ansteigen, kippt verständlicherweise die Stimmung. Die klare Perspektive fehlt.  Viele haben beruflich mit Einschränkungen zu kämpfen, während manche Bereiche ganz schließen müssen, darf anderes nur unter Auflagen weiterhin stattfinden und geöffnet bleiben. Das alles ist zwar nötig, zerrt aber doch sehr an den Nerven. Es herrscht viel Unzufriedenheit und Wut. Die Menschen sind müde und ausgelaugt.
Was können wir dagegen tun?
Solidarität wäre schon ein großer Schritt. Wir sollten mehr füreinander statt gegeneinander arbeiten. Viele fühlen sich bevormundet oder eingeschränkt, was aber, meiner Meinung nach, nicht maßgeblich der Fall ist. Ja, wir haben Regeln, an die wir uns im Moment halten müssen. Das Ziel ist dabei ja aber, die Risikogruppen zu  schützen und die Krankenhauskapazitäten nicht zu überbeanspruchen.  Wir sollten mit Zuversicht und Geduld versuchen, auch aus dieser Zeit das Beste zu machen.
Wie setzt die Kirche das um?
Indem wir im Rahmen dessen, was möglich ist, Netzwerke schaffen und den Zusammenhalt stärken. Die katholische Kirche arbeitet eng mit der evangelischen Kirche zusammen. Wir sind alle Christen und die Ökumene ist ein schönes Beispiel dafür, was man zusammen schaffen kann. Wir schauen, was bewegt die Menschen, schaffen den Rahmen für Kommunikation, schenken schöne Momente und bringen Freude. Wir versuchen, Menschen zu ermutigen, ihr Leben trotz allem aktiv zu gestalten und zu schauen: Was braucht vielleicht mein Nächster? Gerade in der Situation, die wir jetzt gerade erleben, ist es wichtig, sich selbst und auch anderen eine Freude zu machen. Selbst kleine Dinge bringen schon eine große Wirkung. Rituale sind eine tolle Stütze im Alltag. Das kann eine Dusche am Morgen,  der Kaffee am Nachmittag oder die Gute-Nacht-Geschichte für die Kinder am Abend sein. So etwas stützt uns und gibt Halt.
Was wir haben, wertschätzen.
Wir sollten ein Bewusstsein dafür entwickeln, was möglich ist, statt immer und überall nur die Beschränkungen zu thematisieren. Wir verlieren den Blick dafür, was wir im echten Leben, direkt vor unseren Augen, für Schätze haben.  Wir müssen wieder lernen, die Aufgaben, die uns das Leben stellt, anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Hoffnungsvoll zu sein, auf andere zu achten,  ist immer besser, als Verunsicherung zu verbreiten und gegeneinander zu sein. Wir müssen uns nicht gegenseitig das Leben schwer machen. Diese Werte sollten wir schon den Kleinsten vermitteln.
Wie möchten Sie das umsetzten?
Wir haben uns etwas für Groß und Klein ausgedacht – das Hoffnungs-Wichteln! Dabei geht es darum, einander Gutes zuzusagen und zu überlegen, was wir eigentlich konkret in diesem Jahr von Weihnachten erwarten. Wir gehen da mit der Zeit und nutzen die digitalen Medien – ganz Corona-gerecht und doch mit viel Nähe zueinander.

¦    Sie wollen einen Hoffnungsbrief schreiben und einen erhalten? Dann melden Sie sich bis zum 31. 12.  über den QR-Code an oder bei Miriam Fricke, Telefon: 0163 8794473 oder per E-Mail an miriam.fricke@bistum-magdeburg. de, Internet: http://www.kirche-bad-liebenwerda.de

 


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