Montag, 29. November 2021
Montag, 21. Dezember 2020

Rechnungsflut nach Waldbrand: Jetzt über 300 000 Euro an Einsatzkosten

Die Waldbrand-Bekämpfung war offenbar auch eine Materialschlacht. Foto: TZ-Archiv

von unserem Redakteur Nico Wendt

Beilrode. Der Großbrand in der Beilroder Falkenstruth ist auch knapp fünf Monate später nicht zu den Akten gelegt und beschäftigt die Beilroder Verwaltung noch immer fast täglich.

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Der Großbrand in der Beilroder Falkenstruth ist auch knapp fünf Monate später nicht zu den Akten gelegt und beschäftigt die Beilroder Verwaltung noch immer fast täglich. Mittlerweile steht eine Summe von rund 311 000 Euro an Einsatzkosten zu Buche. Und Bürgermeister René Vetter glaubt, dass der Endstand damit noch längst nicht erreicht ist.

Scheibchenweise 

„Wir haben etwa 291 000 Euro aufgearbeitet, geprüft und der Deutschen Bahn in Rechnung gestellt. Davon hat das Unternehmen bereits etwa 100 000 Euro beglichen“, gibt der Gemeinde-Chef einen Überblick. Das passiere alles „scheibchenweise“, so wie die Rechnungen eintreffen. Die Kommune trete in Vorkasse. 

Mittlerweile schätzt René Vetter ein, dass das ganze Thema seine Mitarbeiter wohl noch bis zum Frühjahr beschäftigen wird. Der Großbrand Anfang August hatte eine Fläche von 17 Hektar vernichtet. Es war wohl das größte Feuer der vergangenen zwei Jahrzehnte in der Region. 495 Kameraden von 75 Wehren aus drei Bundesländern rückten zum Löschen an. Dazu waren drei Einsatzzüge der Hilfsorganisationen zur Essenversorgung  vor Ort. Die Männer und Frauen benötigten mehrere Tage, um die Gefahr endgültig zu bannen. Teilweise hatten sich Glutnester bis tief in die Erde gefressen. In der akuten Phase wurden bis zu 35 Tanklöschfahrzeuge in der Falkenstruth gezählt. Zwei Hubschrauber der Bundespolizei und Räumpanzer unterstützten die Arbeiten. Landwirte mit Traktoren, Lkw und großen Behältern standen den Kameraden zur Seite. Rund 400 Schläuche waren in Benutzung. Das alles verursachte natürlich immense Kosten – auf die niemand sitzen bleiben möchte. Und so dauerte es nicht lange, bis die ersten Rechnungen in der Gemeinde Beilrode eintrafen. Als Brandursache gilt ein  Heißläufer (feststehende Bremse) eines Güterzuges. 

Starke Belastung 

Rund 120 000 Euro für die Löschhubschrauber der Bundespolizei sowie für den Bergepanzer eines privaten Unternehmens zahlte die Deutsche Bahn direkt an die jeweiligen Rechnungsleger. Der Rest wird über die Gemeindeverwaltung Beilrode abgewickelt, was zu einer starken Belastung führt. „Unsere Mitarbeiterin für Feuerwehrwesen, Laura Cielas, war in den vergangenen Wochen fast ausschließlich mit dieser Aufarbeitung beschäftigt“, bedauert Bürgermeister René Vetter. Glücklicherweise gäbe es mit der Deutschen Bahn eine sehr gute Zusammenarbeit. Man erhalte als Kommune große Unterstützung und so manches Problem könne auf kurzem Wege geklärt werden, lobte der Gemeinde-Chef. Dass manche Rechnungen  so lange auf sich warten lassen, liege zum Teil an den nötigen Ersatzbeschaffungen, die ihrerseits Zeit in Anspruch nehmen. Da waren erst Bestellungen auszulösen, dann gab es Lieferzeiten und es dauerte auch manchmal, bis exakte Kosten feststanden. Bei 75 Feuerwehren aus dem gesamten Großraum Nordsachsen ein aufwendiger Prozess. „Für eine kleine Gemeinde wie uns eine Mammutaufgabe“, befindet Vetter. 

Es gab deshalb Gespräche mit dem Sächsischen Brandschutzdirektor. Der Bürgermeister hofft auf die angekündigte Novellierung des Sächsischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes. Hier sollen Erfahrungen aus Beilrode mit einfließen. 

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