Mittwoch, 20. Januar 2021
Dienstag, 29. Dezember 2020

NORDSACHSEN

30 jähriges Jubiläum und eine stolze Bilanz 

Roland Einsiedel. Foto: TZ-Archiv

von unserem Redakteur Nico Wendt

Torgau/Bad Düben. Roland Einsiedel ist stolz und traurig zu gleich. Stolz, dass sein Verein SIGÖL in 30 Jahren eine solche Erfolgsgeschichte geschrieben hat. Traurig, dass die Jubiläumsfeier wegen Corona nun gänzlich ins Wasser gefallen ist.

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Torgau/Bad Düben. Roland Einsiedel ist stolz und traurig zu gleich. Stolz, dass sein Verein SIGÖL in 30 Jahren eine solche Erfolgsgeschichte geschrieben hat. Traurig, dass die Jubiläumsfeier wegen Corona nun gänzlich ins Wasser gefallen ist. Am 1. Dezember 1990 wurde die „Sächsische Interessengemeinschaft Ökologischer Landbau (SIGÖL) an der damaligen Agraringenieurschule Dahlen-Döbeln aus der Taufe gehoben. Dipl.-Landwirt Roland Einsiedel aus Kossa war einer der Gründungsväter. Gemeinsam mit dem ehemaligen Ehrenvorsitzenden Prof. Dr. D. Schilling, der 2012 verstorben ist. 

Zwei Hauptaufgaben 

Der Verein hatte sich zwei Hauptaufgaben auf die Fahnen geschrieben: „Die eine ist die Förderung des Ökologischen Landbaus im Osten Deutschlands – insbesondere im Freistaat Sachsen – im Sinne der Öko-Richtlinien aller Verbände und der EU - Verordnung zum ökologischen Landbau. Die andere ist die Aus- und Fortbildung in verschiedenen Formen“, zählt Roland Einsiedel im Gespräch mit TZ auf. Selbst im Alter von 80 Jahren hat sich der Rentner noch nicht zurückgelehnt und betätigt weiter alle Stellschrauben. Die Bilanz ist eindrucksvoll: In der Aus- und Weiterbildung veranstaltete der Verein bis zum 35. Kurs zweitägige hochaktuelle wissenschaftlich niveauvolle Fortbildungskurse im Frühjahr und im Herbst jeden Jahres für Fachleute des Ökologischen Landbaus. Seit dem 36. Fortbildungskurs werden nur eintägige Kurse durchgeführt, die aber an Qualität nicht gelitten haben. Diese Veranstaltungen werden seit März 1990 regelmäßig organisiert und durchgeführt. Bis zum heutigen Tag fanden 61 Fortbildungskurse mit über 8000 Teilnehmern statt, gestaltet durch 580 kompetente und namhafte Referenten aus Wissenschaft und Praxis des Ökologischen Landbaus aus dem In- und Ausland. 

20 Broschüren 

Die Gemeinschaft hat zudem mit Unterstützung von Sponsoren und Mitveranstaltern wie der Naturland Öko-Beratungs-Gesellschaft mbH oder der Landesstiftung Natur und Umwelt nicht nur Veranstaltungen initiiert, sondern auch die Herausgabe von 20 Tagungsbroschüren ermöglicht. Roland Einsiedel hätte diese Fakten und Zahlen gerne selber einem große Publikum präsentiert. Der Bad Dübener Heide-Spa-Saal war gebucht, die Referenten vertraglich gebunden, die Anmeldelisten prall gefüllt. Dann kam das Aus. Der zweite Corona-Lockdown zwang die Organisatoren des Öko-Kurses der SIGÖL schon im November zur Absage. Die 62. Auflage soll nun im März nachgeholt werden. Dann hoffentlich mit einer kleinen Nachfeier. Der Vorsitzende ist heute froh, damals so schnell reagiert zu haben. Die Erfolgsgeschichte des Vereins begann schon in der Wendezeit, als man in der damaligen DDR noch gar nicht wusste, was Ökologischer Landbau bedeutet. Nämlich die Herstellung von Nahrungsmitteln und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen durch möglichst naturschonende Produktionsmethoden. Der Umweltschutz sollte immer im Vordergrund stehen. Das Schonen von Ressourcen, das Nutzen von Kreisläufen. „Boden - Pflanze - Tier - Mensch - Boden“. Dieser Slogan gilt bei jedem Fortbildungskurs und steht für dieses Zusammenspiel. 

Fester Besucherstamm 

Roland Einsiedel ist übrigens in der Torgauer Region kein Unbekannter und kann auch hier auf einen festen Besucherstamm und Interessenten bauen. Von 1993 bis 2005 hat er als Ausbildungsberater für alle Landwirtschaftsberufe im Staatlichen Amt für Landwirtschaft Mockrehna gearbeitet. Dabei betreute Einsiedel bis zu 750 Lehrlinge pro Jahrgang. Der Kossaer stammt ursprünglich aus dem Erzgebirge, hat später an der Fachschule in Trossin studiert (staatlich geprüfter Landwirt/Diplom-Agraringenieur) und dort seine Frau Rosemarie kennengelernt. Später studierte er erneut in Leipzig – einmal Diplom-Landwirt und einmal Pädagogik/Hochschul-Dozent. Der ökologische Landbau bleibt auch im Ruhestand sein intensivstes Hobby. Auf über 500 Volksfesten war die Interessengemeinschaft mit einem Öko-Verkaufs- und Präsentationsstand vertreten und warb für den naturbewussten Landbau und dessen Produkte. Von 1993 bis 2003 war die SIGÖL auch anerkannter Träger des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) im Freistaat Sachsen. Hier wurden rund 150 Jugendliche für ein Jahr auf Öko-Höfen, in Naturkostläden und ähnlichem eingesetzt und durch den Verein pädagogisch betreut. Die ehrenamtlichen Mitglieder sind zudem ständig bemüht, neue Verbindungen zwischen Anbauern, Vermarktern und Verbrauchern herzustellen sowie die Interessen der ehemaligen Agraringenieurschule Dahlen fortzusetzen. Hier wurden im Osten Deutschlands ab September 1990 zum ersten Mal Staatlich geprüfte Landwirte mit Vertiefung „Ökologischer Landbau“ ausgebildet.

Öko-Lehrgarten 

Von 2005 bis 2013 betreute die SIGÖL in Kossa (Gemeinde Laußig) ehrenamtlich eine öffentliche Öko-Bibliothek – die erste in Nordsachsen – und einen ehemaligen Schulgarten als Öko-Lehrgarten, wo vor allem die Kinder des hiesigen Kindergartens die Natur beobachten und kennenlernen konnten. Nach der Schließung wird diese Umweltbildung – ohne Bibliothek – im benachbarten Kindergarten bis heute regelmäßig weiter fortgesetzt und seit 2010 in der Evangelischen Grundschule Bad Düben für die 1. und 2. Klasse analog gestaltet.


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