Samstag, 17. April 2021
Mittwoch, 30. Dezember 2020

Stichtag 11. Januar

Drei Impfstrassen wurden in der Belgeraner Stadthalle errichtet.

von unserem Redakteur Christian Wendt

Belgern/Mockrehna. Das Belgeraner Impfzentrum wird (Kenntnisstand Mittwoch) am 11. Januar seinen Betrieb aufnehmen. Bereits am 4. Januar soll von hier aus ein mobiles Impfteam des Malteser Hilfsdiensts Alten- und Pflegeeinrichtungen der Region aufsuchen. 

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Bis voraussichtlich Mitte Januar könnten nach Angabe des DRK-Landesverbands (der DRK-Kreisverband Torgau-Oschatz ist mit dem Betrieb des Belgeraner Impfzentrums beauftragt) indes noch keine individuellen Termine für Impfungen gegen das Corona-Virus vergeben werden. Hintergrund ist, dass dem Bundesland Sachsen nach Angabe von Dr. Kai Kranich nicht genügend Impfstoff zur Verfügung steht. „Es werden jetzt zuerst die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeiter in den stationären Pflegeeinrichtungen und das medizinische Personal in den Krankenhäusern geimpft“, betonte der Pressesprecher des DRK-Landesverbands.

Laut dem statistischen Landesamt gibt es in Sachsen 970 stationäre Pflegeeinrichtungen mit 50997 betreuten Personen und 41311 Beschäftigten. In den 77 Krankenhäusern arbeiten weitere 53183 Menschen. Um gegen das Corona-Virus geschützt zu sein, braucht es zwei Impfungen im Abstand von exakt drei Wochen. Daher werden von jeder Impfstofflieferung, die Sachsen erreicht, die Hälfte der Dosen für den Zweittermin zurückgestellt. Rein rechnerisch werden für die erste impfberechtigte Personengruppe über 290000 Impfdosen benötigt, wenn alle einer Impfung zustimmen. Mit Stand 30. Dezember (11 Uhr) sind nach Sachsen 68250 Impfdosen geliefert worden. Bis zum avisierten Eingang von weiteren 34125 Dosen bis Mitte Januar, sind alle Impfdosen bereits verteilt oder verplant.

Der Großteil der Impfdosen (55,7%) wurde mit Eintreffen der Lieferungen am 26., 28., und 30. Dezember durch das Deutsche Rote Kreuz an die Krankenhaus-Cluster in Leipzig, Chemnitz und Dresden übergeben. Diese führen die erste und zweite Impfung in Eigenverantwortung durch. Mit der Entscheidung, den Krankenhäusern prioritär Impfdosen zur Verfügung zu stellen, soll die angespannte Personal-Situation entlastet werden.

Nach dem Start der Impfungen am 27. Dezember wurden bisher in den Landkreisen Zwickau, Bautzen und Görlitz Impftermine durchgeführt. Ab dem 31. Dezember werden weitere vier mobile Impfteams in den Städten Dresden, Chemnitz, Leipzig, und dem Landkreis Meißen in stationären Pflegeeinrichtungen unterwegs sein.

Ohne Unterbrechungen über den Jahreswechsel sind am 1. Januar weitere sechs Impftermine geplant. An den darauffolgenden Tagen jeweils bis zu acht Einsätze in Pflegeeinrichtungen. Ab dem 4. Januar sollen dann alle 13 zur Verfügung stehenden mobilen Impfteams täglich zum Einsatz kommen. Ziel ist bis zum 12. Januar sachsenweit etwa 14000 Erstimpfungen durch die mobilen Impfteams begleitet zu haben. Die Teams werden von der Johanniter-Unfall-Hilfe, dem Arbeiter-Samariter-Bund, dem Malteser Hilfsdienst und der Bundeswehr gestellt. Unter Berücksichtigung, dass die Hälfte der gelieferten Impfdosen für den Zweittermin der Corona-Schutzimpfung eingelagert bleiben, sind daher bis zum Eintreffen einer neuen Lieferung des Impfstoffes alle Impfdosen verplant.

Derzeit laufen in den Senioren- und Pflegeeinrichtungen die Vorbereitungen für die Impfung auf Hochtouren. So zum Beispiel auch im Mockrehnaer Seniorenheim „Am Gutspark“. Diese Einrichtung war durch einer Corona-Infektion im Dezember betroffen und unter Quarantäne gestellt worden. Mittlerweile sei jene schwierige Situation überstanden, sagte Geschäftsführer Bernhard Wagner. Obgleich wegen des überstandenen Infektionsgeschehens die Bereitschaft zur Impfung unter den Bewohnern noch spürbar zurückhaltend sei, würden bereits Einverständniserklärungen zur Impfung eingeholt. Gegen einen erneuten Ausbruch stelle sich die Einrichtung zudem mit regelmäßigen PCR-Tests.

Nachdem nun auch die K&S-Seniorenresidenz in Belgern in dieser Woche einen Corona-Ausbruch vermeldete und voraussichtlich bis zum 6. Januar unter Quarantäne gestellt wurde, drängte sich in diesem Zusammenhang die Frage auf, inwiefern mobile Impfteams unter solchen Rahmenbedingungen überhaupt ihrer Aufgabe nachgehen können. Wie Anne Lissner vom DRK-Kreisverband Torgau-Oschatz gegenüber der Torgauer Zeitung erklärte, würden zunächst keine Senioren geimpft, bei denen in den vergangenen Monaten per Labortest eine Corona-Infektion nachgewiesen worden sei beziehungsweise die aktuell unter einer Corona-Infektion litten. „Das ist keine Entscheidung des DRK, sondern dies gibt die Impfstoffzulassung aktuell nicht her“, sagte Lissner. Der Einsatz von mobilen Impfteams in unter Quarantäne stehenden Einrichtungen könne – nach individueller Überprüfung der Situation – dennoch erfolgen. Soll heißen, dass in jedem Einzellfall geprüft werden muss, inwiefern ein Impfeinsatz noch sinnvoll erscheint. Unterdessen untersteht die Einsatzkoordination der mobilen Impfteams einer zentral gesteuerten Terminkoordination über das DRK-Führungs- und Lagezentrum in Dresden.

Artikel mit ähnlichen Schlagwörtern suchen:

CoronaNordsachsenBelgernImpfzentrumStadthalle


Das könnte Sie auch interessieren

TZ-ePaper

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de