Mittwoch, 20. Januar 2021
Montag, 4. Januar 2021

TORGAU

LaGa-Förderverein rückt Einzigartiges in den Fokus 

Von unserer Redakteurin Bärbel Schumann

Torgau. Der Förderverein Landesgartenschau Torgau 2022 zieht für das Jahr Bilanz und blickt auf die bevorstehende Zeit. Die Mitglieder haben bisher allerhand aufzuweisen.

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Die 2. Frühblüherausstellung im März, 27 bunte Blumenampeln in einigen Straßen Torgaus von Mai bis November, das Wochenende "Torgau leuchtet" mit dem offenen Apothekergarten Anfang Oktober und die Freilegung des historischen Wandfrieses am Kamin im Gartenhaus des Apothekergartens sind vier Meilensteine, wie der Förderverein Landesgartenschau Torgau 2022 in der Öffentlichkeit im Jahr 2020 wahrgenommen werden konnte.

Doch das ist nur ein Bruchteil von dem, was das Tun der über 80 Vereinsmitglieder in den vergangenen zwölf Monaten bestimmte. „Wir haben noch viele andere Dinge auf den Weg gebracht oder Kontakte geknüpft, um zur Vorbereitung der 9.Sächsischen Landesgartenschau 2022 in unserer Kreisstadt beizutragen“, erklärt Dr. Harald Alex vom Vorstand des Vereins beim Treffen im historischen Kräuter- und Apothekergarten nahe der Marienkirche. Im Gartenhaus fällt nicht nur der im Oktober der Öffentlichkeit präsentierte Wandfries am Kamin auf. An den übrigen Wänden befinden sich Stellen, wo die weiße Wandfarbe anderen Farbschichten, wenn auch nur minimal, gewichen ist. „Diese Stellen haben Experten vom Denkmalschutz mit einem Restaurator frei gelegt. Das ist echt eine Überraschung, dass der ganze Sockel rundherum derartige Schätze beherbergt. Da folgen wir den Empfehlungen der Denkmalschützer und wollen nun die komplette noch erhalte Bemalung frei legen lassen“, schwärmt Alex. Ohne Förderung könne der Verein das jedoch nicht, deshalb wurde ein entsprechender Antrag bei der Denkmalschutzbehörde gestellt. Das Ziel ist, diese Malereien bis zur LAGA 2022 für die Besucher erlebbar zu machen.

Nach dem Erfolg der 2. Frühblüherausstellung am gerade noch letzten Wochenende ohne Pandemieauflagen Anfang März 2020 mit über 2000 Besuchern hoffen alle vom Verein, dass die Entwicklung der Corona-Einschränkungen für das öffentliche Leben wieder zurück geht. „Es wäre schade, wenn es die Veranstaltung nicht gebe. Denn mit ihren vielen unterschiedlichen Angeboten hat sie nicht nur Besucher angelockt, sondern auch über Torgau hinaus schon für die Landesgartenschau geworben“, ist sich Dr. Volkmar Harzer, Vorsitzender des Fördervereins, sicher. Mit den ersten Frühlingsblühern hat sie zudem ein Thema, dass bisher keine andere Landesgartenschau aufgegriffen hat und so für die LAGA 2022 in Torgau zum Alleinstellungsmerkmal wird.Nicht nur das Gartenhaus soll 2021 aufgewertet und mit Aktionen belebt werden. Natürlich gehört dazu der historische Kräuter- und Apothekergarten an der Torgauer Stadtmauer, dessen Pflege der Förderverein übernahm. Der Garten verkörpere auf einzigartige Weise die Verbindung von Natur, Mensch und Geschichte – das Motto der Torgauer Landesgartenschau-Bewerbung. Der damalige Torgauer Mohrenapotheker Joachim Kraich hatte im 16. Jahrhundert vor dem Leipziger Tor eine so umfangreiche Pflanzensammlung in einem Kräutergarten zusammengetragen, dass dieser zu den vier bedeutendsten Gärten im deutschsprachigen Raum gezählt wurde. Der Torgauer Mediziner und Naturforscher Johann Kentmann erhielt aus dieser botanischen Sammlung Pflanzen für sein berühmtes "Kreutterbuch", von denen der Torgauer Künstler David Redtel viele der 600 Pflanzenaquarelle "nach lebenden gewechs" herstellte.

Über die Jahrhunderte ist der jetzige Kräutergarten an der Marienkirche erhalten geblieben, wofür der Familie Dr. Hancke für die Wiederherstellung nach der Wende besonderer Dank gebührt. Die Gestaltung mit dem buxbaumbegrenztem Wegekreuz lehnt sich an den ersten Botanischen Garten in Padua an, den Johann Kentmann während seiner Studienzeit vor 1550 kennengelernt und betreut hat.Noch in den letzten Tagen von 2019 weilten Mitglieder des Vereins in der Sächsischen Staatsbibliothek und konnten das einzige Exemplar des historischen Buches in Augenschein nehmen. Ein Erlebnis, dass Nachwirkung zeigt. Dieses Buch wurde 2017 von der SLUB in Dresden digitalisiert und steht seitdem öffentlich zur Verfügung. Seitdem wurde in renomierten Universitäten auch dazu geforscht und die farbigen Pflanzenbilder mit denen anderer Kräuterbücher von damals verglichen.

In der Universität Zürich hat man zum Beispiel herausgefunden, dass die Erstdokumentation einer Türkischen Tulpe nicht auf den Schweizer Gessner zurückzuführen ist, sondern diese bereits vorher von Johann Kentmann gezeichnet worden ist", so Harald Alex. Zusammen mit dem Torgauer Geschichtsverein sollte zu diesen neuen Erkenntnissen im Sommer 2020 mit Gästen unter anderem von den Universitäten in Cambridge und Zürich und weiteren Referenten aus Deutschland ein wissenschaftliches Colloquium stattfinden. Corona ließ es ausfallen. Nun hegen beide Vereine die Hoffnung, dass es in diesem Jahr oder spätestens zur LAGA 2022 stattfinden kann.

Die Einzigartigkeit des historischen Kräuterbuches und seine Fertigstellung in der Sächsischen Residenzstadt Torgau 1563 haben die LAGA-Förderer auch zum Nachdenken gebracht, ob man das historische Werk, oder auch nur Teile davon, drucken lassen könnte? Noch ein Traum? Ein Lächeln huscht in Harald Alex Gesicht. Doch Minuten später sagt er, dass dazu vieles erst noch geklärt werden müsse, eine Finanzierung voran.Wenn es die Bedingungen zulassen, so wollen die Vereinsmitglieder nicht nur den Apothekergarten pflegen, er soll mit geführten Besuchen in die Veranstaltungen vor und während der LAGA 2022 eingezogen werden. Die Bevölkerung Torgaus soll hier eingebunden werden und so auch Freude auf die Landeschau, Stolz Gastgeber zu sein, entwickeln. „Wenn uns das gelingt, dann haben wir eines unserer wichtigsten Ziele als Förderverein erreicht. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg und werden auch 2021 daran anknüpfen können“, so der Vorsitzende.


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