Dienstag, 9. März 2021
Donnerstag, 7. Januar 2021

Brücke ins 21. Jahrhundert

Torgauer Bahnhof mit abfahrtsbereiter S-Bahn. Foto: Thomas Keil

von unserem Volontär Thomas Keil

Torgau. Das aktuelle Gnadengesuch (unter www.openpetiton.de, TZ berichtete) Reinhard Wehners für das alte Bahnhofsgebäude sorgt nicht nur auf Facebook für Gesprächsstoff. So sandte der Freie-Wähler-Stadtrat Claus Höfner folgende Zeilen an die Torgauer Zeitung:

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Liebe Leser der Torgauer Zeitung, sehr geehrter Herr Reinhard Wehner!

Ich finde es bewundernswert wie auch Sie sich nun in der unendlichen Geschichte des Torgauer Bahnhofs engagieren. Nachdem über viele Jahre und Monate nach brauchbaren und umsetzbaren Konzepten gefragt und geforscht wurde, nachdem eine umfangreiche Besichtigung des Bahnhofgebäudes erfolgte und nachdem auf Veranlassung eines Torgauer Mitbürgers auch die Frage nach dem Denkmalschutz ausreichend erörtert und von Dresden negativ beschieden wurde, stand die Torgauer Stadtverwaltung und der Stadtrat der Stadt Torgau vor notwendigen Entscheidungen. Sie können sich sicher sein: Diese Entscheidungen wurden gewissenhaft unter Abwägung aller bekannten Für und Wider getroffen.

Auch wir Stadträte sind Torgauer. Für viele von uns besteht mit dem Bahnhofsgebäude auch eine emotionale Bindung. Ich selbst habe Torgau im September 1976 mit dem Zug aus Berlin kommend kennengelernt und wohne nun auch schon fast ebenso lange in dieser wunderbaren Stadt. Aber persönliche Befindlichkeiten oder das schöne Bauchgefühl sind leider keine Entscheidungshilfen oder Grundlagen dafür. Leider auch Ihre damals gemachten Vorschläge, mit Fahrradreparaturstützpunkt, kleinem Imbiss oder die Nutzung des oberen Stockwerks für Ansiedlung kleiner Unternehmen – alles war und ist nicht umsetzbar. Dass der Bahnsteig verlegt wird, ist eine Tatsache und wird ausschließlich von der Deutschen Bahn entschieden. Der Bahnsteig wird also so oder so verlegt, unabhängig, was für ein Bahnhofsgebäude vorhanden ist. Nur das Bahnhofsgebäude lässt sich nicht versetzen – das Alte nicht und das Neue auch nicht. Ich kann Ihnen versichern, dass ich, wie viele der Stadträte, bei allen Entscheidungspunkten persönlich anwesend war, ebenso an der Begehung des gesamten Gebäudes, insbesondere des oberen Stockwerks und des Dachbodens. Ich war auch zu Beginn der Besichtigung zur Prüfung durch die Denkmalpflege dabei und wurde, wie alle Stadträte, vom Ergebnis zeitnah informiert.

Erlauben Sie mir bitte noch eine weitere Feststellung: Erst nachdem es der Stadt Torgau gelungen war, das Bahnhofsgebäude käuflich zu erwerben, war es möglich, in gewissem Rahmen, für Sauberkeit und Ordnung zu sorgen. Dass das Bahnhofsgebäude und dessen Umland jedoch immer wieder verschmutzt angetroffen werden, liegt ein wenig an der heutigen Zeit. Keiner achtet mehr das Eigentum anderer und fast jeder meint, seinen Abfall einfach fallen lassen zu dürfen.

Versichern kann ich Ihnen auch, daß ich bei meinen als Stadtrat getroffenen Entscheidungen bleiben werde. Ja, ich freue mich auf ein neues, funktionales Bahnhofsgebäude, das die Brücke sein wird zwischen dem 21. Jahrhundert und dem historischen Stadtkern.

Mit freundlichen Grüßen

Claus Höfner


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