Dienstag, 3. August 2021
Donnerstag, 7. Januar 2021

Besondere Erinnerung an einen Ex-Dautzschener 

Kalender- Deckblatt Foto: Repro TZ

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dautzschen. Toll ist er geworden – der Dautzschener Heimatkalender 2021. Viele Einwohner haben ihn inzwischen gut sichtbar irgendwo in ihrer Wohnung platziert. 

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Toll ist er geworden – der Dautzschener Heimatkalender 2021. Viele Einwohner haben ihn inzwischen gut sichtbar irgendwo in ihrer Wohnung platziert. 

Jubiläumskalender 

Was besonderes ist er außerdem noch: Zum zehnten Male hat der Förderkreis Kirche Dautzschen jetzt ein solches Druckwerk herausgebracht. Und: Der Jubiläumskalender ist diesmal ganz und gar Fritz Martin gewidmet, der im vergangenen Jahr „90“ geworden wäre. Der Heimatpreisträger, Naturliebhaber, Hobbyfotograf und langjähriger freie Autor der TZ ist gebürtiger Dautzschener. Er hat zu Lebzeiten immer wieder gezeigt, wie tief seine Wurzeln in Ostelbien liegen. Selbst als er schon lange in Torgau lebte. „Wir haben den Kalender jetzt ausnahmsweise mit dieser Erinnerung verbunden und zusätzlich für Fritz Martin eine ganze Seite eingeräumt, auf der sein Werdegang und sein Wirken beschrieben werden“, erklärt Volker Theilemann. 

Wegen Corona geplatzt 

Geplant sei es eigentlich anders gewesen: Normalerweise wollte der Verein im vergangenen Sommer eine umfangreiche Ausstellung mit Fotos in der Kirche Dautzschen organisieren. Entsprechende Absprachen mit dem Torgauer Kunst- und Kulturverein „Johann Kentmann“, der über eine solche Sammlung aus dem Besitz von Fritz Martin verfügt, waren schon erfolgt. „Wir hätten es mit einer Auftaktveranstaltung in der Kirche verknüpft, hatten auch schon ein Programm und einen Künstler zur Hand. Doch wegen der Corona-Krise klappte es nicht“, schildert Volker Theilemann das Problem. 

Kontakt aufgenommen 

Neben der Absprache mit dem Torgauer Kunst- und Kulturverein waren die Dautzschener noch bemüht, einen persönlichen Kontakt zur Ehefrau von Fritz Martin herzustellen. Das gelang durch Vermittlung der Torgauer Zeitung. Im vergangenen Januar traf man sich in den Räumen der Redaktion. Dabei gab es für Volker Theilemann und seine Mitstreiter noch eine erfreuliche Überraschung. Die Witwe erklärte sich nämlich bereit, das Archiv – das mehrere Tausend Negative, Dias und Schwarz-Weiß-Aufnahmen umfasst – zu diesem Anlass zur Verfügung zu stellen. Ein wahrer Bilderschatz. Denn Fritz Martin hatte über Jahrzehnte versucht, das Leben in der Region widerzuspiegeln. Er drückte bei Dorf- und Stadtfesten, bei den unterschiedlichsten kulturellen Veranstaltungen, bei Umzügen und Wettbewerben auf den Auslöser. Er lichtete aber auch den normalen Alltag ab. Landwirtschaft, Jagd, Baustellen. Besonders hatte es ihm jedoch die Tier- und Pflanzenwelt angetan. Hier zog es den gebürtigen Dautzschener immer wieder in die Annaburger Heide, wo er beeindruckende Motive einfing. „Wir konnten im Sommer eine große Kiste mit über Tausend Dias und Negative abholen. Die galt es dann zu sichten“, so Volker Theilemann. Eine aufwendige Arbeit, zumal dazu ein Projektor nötig war. „Wir Vorstandsmitglieder des Förderkreises haben uns aufgeteilt, jeder erhielt etwa 200 Dias“, beschreibt der Vereinschef das Vorgehen. Letztlich kamen 30 bis 40 Motive in die engere Auswahl. In einer finalen Zusammenkunft wählten die Mitglieder dann 28 Aufnahmen, die es in den Kalender schafften. Zu sehen sind Tier- und Naturfotos genauso wie historische Bilder aus dem dörflichen Leben. Angepasst an die jeweilige Jahreszeit – Frühling, Sommer, Herbst und Winter. 

Hochzeit ist Tradition 

Eine Tradition hat sich in der zehnjährigen Geschichte des Dautzschener Kalenders eingebürgert. „Wir bringen immer ein Bild von einer Hochzeitsgesellschaft mit hinein, ohne nähere Beschreibung. Und das sorgt im Dorf jedes Mal für Gesprächsstoff und für Rätselraten“, schmunzelt Volker Theilemann. Die jetzige private Aufnahme stammt aus dem Jahr 1937. Ein Gruppenfoto mit vielen Personen, feierlich herausgeputzt. Die Gestaltung und Produktion des Kalenders übernahm wieder Enrico Hilgers von der Firma Elbtalfotografie. Die 75 Exemplare sind mittlerweile allesamt vergriffen. Ein Teil wurde an Sponsoren und Mitglieder vergeben, der größte Teil verkauft. Vom Erlös kann der Verein in etwa die entstandenen Unkosten decken.

Immer im September 

„Wir befassen uns jedes Jahr im September mit der Kalender-Herstellung. Ende November muss er fertig sein, damit wir die Exemplare beim Dautzschener Weihnachtsmarkt anbieten können“, schildert der Vorsitzende. 

Weil der Markt diesmal wegfiel, erfolgte der Verkauf über die Blumenboutique von Marieluise Kynast. Der Förderkreis Kirche Dautzschen hofft, eine Fritz-Martin-Ausstellung vielleicht im kommenden Sommer nach der Corona-Krise nachholen zu können. 

Neben den Kalendern hat der Verein übrigens in der Vergangenheit auch schon fünf Broschüren und zwei Flyer zur Heimatgeschichte veröffentlicht.

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