Dienstag, 26. Januar 2021
Freitag, 8. Januar 2021

NORDSACHSEN

Ricardo Thomas: "Fingerspitzengefühl gehört dazu"

Mit seiner Firma für Personen- und Krankenbeförderung hat sich Ricardo Thomas in eine ganz neue Branche vorgewagt: „Ich hab Spaß am Fahren!“, sagt der Wermsdorfer.Foto: privat

Von unserem Redakteurin Julia Sachse

Ricardo Thomas über ein turbulentes erstes Firmenjahr und besondere Fahrgastbedürfnisse

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Wermsdorf. Ricardo Thomas hat vor genau einem Jahr den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Dass ausgerechnet 2020 dann gleich eine wahre Feuerprobe darstellen würde, ahnte er natürlich nicht. Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch erzählt er, wie es für ihn und seine junge Firma lief.

 

SWB: Herr Thomas, Sie sind nun seit einem Jahr mit Ihrem Unternehmen am Markt. Viele sagen, das erste Jahr sei das schwerste und Sie hatten auch noch mit den Corona-Bestimmungen umzugehen. Wie würden Sie den Start beschreiben?
Ricardo Thomas: Das
erste Jahr war in der Hinsicht schwierig, als der erste Lockdown zum Tragen kam. Aber duch gute Kundenkontakte und zuverlässige Partner konnten wir es ziemlich gut überbrücken und durchweg am Ball bleiben.


Wie sähe der Alltag in Ihrer Branche normalerweise aus? Auf welche Fahraufträge haben Sie sich auch technisch besonders eingestellt?
In der Regel sind Aufträge von Krankenhäusern und Arztpraxen sowie Schülerverkehr an der Tagesordnung, aber aktuell sind diese aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19, die unsere Regierung beschlossen hat, rar. Normalerweise fahren wir also Patienten zu ihren Behandlungsterminen und wieder nach Hause, bieten den medizinischen Einrichtungen auch den Transport von Laborproben und -befunden an und können mit unserem speziell ausgerüsteten VW-T6-Bus ohne Probleme Rollstuhlfahrende von A nach B bringen. Neben diesen auf besondere Bedürfnisse ausgerichteten Leistungen fahren wir aber auch gern Fahrgäste zu privaten Feiern, Veranstaltungen oder zum Flughafen.


Sie erleben mit manchen Fahrgästen mitunter schwere Lebensphasen, sozusagen aus der Begleiterperspektive. Was macht es mit Ihnen persönlich, wenn Sie, wie vor dem Lockdown, kranke Gäste zur Dialyse oder zur Chemotherapie fahren und von da auch wieder zurück nach Hause bringen?
Wir treten jedem Fahrgast mit Respekt und Neutralität entgegen, um jedem zu Befördernden ein positives Gefühl zu vermitteln und manchmal auch im persönlichen Gespräch Mut zu machen.Ich selbst habe durch Krebs zwei wichtige Menschen in meinem Leben verloren, die mir sehr nahe standen und die ich bis zu ihrem Ableben begleitet habe. Daher kann ich mich gut in betroffene Patienten hineinversetzen beziehungsweise weiß ich, mit welchen Sorgen man sich herumschlagen muss, wenn man unter solchen Schicksalen leidet.


Verlangt das von Ihnen dann nicht besonderes Fingerspitzengefühl?
Nicht jeder möchte darüber sprechen oder öffnet sich, dies muss man akzeptieren. Und manchmal muss man auch verdrängen, wenn es einem nahe geht. Die Distanz zu wahren und trotzdem ein offenes Ohr zu haben, ist, glaube ich, die größte Herausforderung.


Welchem Impuls oder Bedarf folgend haben Sie vor einem Jahr den Entschluss zur Unternehmensgründung gefasst?
Ich habe den Entschluss nicht von heute auf morgen gefasst, mich selbstständig zu machen. Es kam eher schleichend, als ich in meiner Position als Abteilungsleiter in der Glasindustrie beim Versuch, etwas zu verbessern, um Erleichterungen für das Produktionspersonal zu schaffen und langfristig den Krankenstand zu vermindern, immer wieder an meine Grenzen kam. Es wurde immer schwerer, die Mitarbeiter nachhaltig zu motivieren. Meinem Wunsch, mich weiterzubilden und einen Meisterlehrgang auf meine bisherige Qualifikation aufzusetzen, konnte mein Arbeitgeber aus verschiedenen Gründen nicht nachkommen – das war für mich persönlich sehr schade. Das Kollektiv war außergewöhnlich gut und es haben sich daraus zum Teil Freundschaften entwickelt, die bis heute bestehen.


Klingt nach einem Plan B und einer schweren Entscheidung ...
Ja, in der Tat fiel es mir sehr schwer zu gehen, nicht nur wegen des Arbeitgebers, auch wegen der vielen guten Leute. Aber der Neustart musste sein.


Eine andere Frage: Busfahrer verweisen ja sehr gern auf ein Hinweisschild, das Fahrgäste zum Inruhelassen auffordert. Fahrer beispielsweise von Taxen hingegen scheinen ganz dankbar für kommunikative Mitfahrer zu sein – haben Sie das auch schon erlebt und woran könnte das liegen?
Ich bin grundsätzlich gegen-über Gesprächen mit Fahrgästen sehr aufgeschlossen, insofern es die Situation zulässt, also auch wirklich Gesprächsbereitschaft besteht, aber ich zwinge es niemandem auf.


Geben Sie privat, zum Beispiel auf längeren Touren in den Urlaub, das Steuer auch mal ab? Oder ist der Fahrersitz generell der Ihre?
Prinzipiell gebe ich das Steuer nicht gern ab, egal ob Kurz- oder Langstrecke, ich bin ein schlechter Beifahrer, muss ich zugeben.Außerdem fahre ich sehr gern Auto und hab Spaß dran.


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