Dienstag, 26. Januar 2021
Freitag, 8. Januar 2021

NORDSACHSEN

Alexandra Bauer:"Die Motivation nicht verlieren"

Alexandra Bauer, stellvertretende Schulleiterin der Grundschule Wahrenbrück, koordiniert vom Schreibtisch aus das „Lernen Zuhause“

von unserer Redakteurin Anna Thiere

In dieser Woche spricht Alexandra Bauer, stellvertretende Schulleiterin der Grundschule „Erich Schindler“ in Wahrenbrück und Gritt Schäfer, Lehrerin in den ersten Klassen, über die besondere Situation.

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SWB: Frau Bauer, Frau Schäfer - das sind ja besondere Zeiten, auch für die Kleinsten.
Alexandra Bauer: Da haben sie Recht. Wir mussten uns an die Situation in der Schule erst gewöhnen. Der erste Lockdown im März war ein Sprung ins kalte Wasser und wir mussten uns schnell überlegen, wie wir den Stoff zu den Schülern bringen.
Gritt Schäfer: Wir haben alles so aufgearbeitet, dass wir den Eltern eine möglichst gute Grundlage geben konnten, den Kindern alles Nahe zu bringen. Die Motivation war riesig. Wir haben viel Rücksprache halten können, bei Problemem geholfen und so weiter verfeinert wie wir bestmöglich, auch über die Distanz beim Lernen unterstützen können. Das war oft nicht einfach. Es war für uns neu und wir mussten den Eltern quasi einen Crashkurs geben, jetzt Lehrer zu sein.

Wie kamen denn die Eltern an die Unterrichtsmaterialien?
Alexandra Bauer: Wir haben das im ersten Lockdwon auf zwei Wegen gemacht. Einige Eltern, mit denen wir schon im Vorfeld in E-Mailkontakt standen, bekamen die Materialien per Mail. Die, die noch nicht per Internet mit uns verbunden waren, haben Pakete gepackt bekommen, die sie dann bei uns kontaktlos abholen konnten. Jetzt, im zweiten Lockdown verfügen alle über E-Mailadressen und wir können auf kurzen Wegen miteinander Kontakt halten, und gegebenenfalls Hilfestellung geben. Komplett auf Onlineunterricht umzustellen war nicht möglich, da weder wir als Schule, noch viele Eltern ausreichend ausgestattet sind.

Wie stellen wir uns den Inhalt dieser E-Mails vor?
Gritt Schäfer: Die Mails beinhalten den Stoff für eine Woche. Wir versuchen den Fokus auf die Hauptfächer zu legen. Die Kinder bearbeiten die Aufgaben und bei Fragen sind wir jederzeit für Sie ansprechbar. Die Größeren, ungefähr ab der dritten Klasse, haben dann die Möglichkeit, die Aufgaben bearbeitet zurück zu schicken und wir kontrollieren diese dann. So kann man auch direkt auf Probleme eingehen und den Eltern sagen, worauf sie eventuell besonders achten sollen.

Klappt dieser „Unterricht auf Distanz“ denn?
Alexandra Bauer:
Die Zusammenarbeit mit den Schülern und Eltern funktioniert sehr gut. Alle sind motiviert diese Situation bestmöglich in den Griff zu bekommen. Auch die Zusammenarbeit mit unserem Hort klappt hervorragend! Uns ist bewusst unter welcher Belastung die Familien jetzt stehen. Sie müssen  unsere Arbeit als Lehrer, zu einem großen Teil mit übernehmen, oft neben dem eigenen Beruf und allem, was im Leben sonst noch anfällt. Wir haben großen Respekt vor der Leistung die jeder erbringt. Nicht nur die Eltern, auch die Kinder zeigen uns wie großartig sie es schaffen, selbst zu lernen, obwohl sie ihre Freunde nicht sehen zu können, keine Struktur haben wie sie es vorher kannten und wie klaglos sie die Einschränkungen hinnehmen.

Was haben Sie als Lehrkräfte aus dieser Zeit gezogen?
Gritt Schäfer: Interessant war für uns, dass wir jeden Schritt des Lehrens, der für uns alltäglich ist, hinterfragen und für die Eltern verständlich weiter geben mussten. Gerade solche Dinge wie zum Beispiel den Kindern das Schreiben beibringen. Wie hält man den Stift, welche Schwünge werden in welcher Reihenfolge gemacht, wie formt man die Laute, die Aussprache - das sind Dinge die wir jeden Tag tun, die Eltern kamen mit so etwas, abgesehen von der eigenen Schulzeit, nie  in Berührung. Diese kleinen Schritte haben wir nicht mehr gesehen. Ich denke das Verständnis beiderseits ist gewachsen und auch wenn die ein oder andren Eltern manchmal an den Rand der Überfordung kommen, machen sie das wirklich toll. Gerade die kleinsten Schüler können nicht ohne Hilfe lernen.

Was hat sich seit dem ersten Lockdown, im Vergleich zum Zweiten gebessert?
Alexandra Bauer: Wir haben ganz klar eine bessere Struktur gefunden. Die Abläufe sind viel besser organisiert, wir wissen worauf wir achten müssen, wie wir den Stoff am besten aufarbeiten und weitergeben. Aus Sicht der Ausstattung sind wir im Digitalisierungsprozess. Der Digitalpakt sieht vor die Schulen mit besserer Technik auszustatten. Wir fangen da bei den Kinderschuhen an. Der erste Schritt, die Vernetzung der Schule und die darauf folgenden, starten nach der Ausschreibung im Laufe des Jahres. Auch gibt es viele Fortbildungen der Lehrkräfte, die allerdings aufgrund der Pandemie momentan nur erschwert statt finden oder sogar ausfallen müssen.

Also ist es auch so möglich zu lernen.
Alexandra Bauer: Im Grunde ja, wir sind aber trotzdem froh wenn wir Schule wieder so leben können, wie es vor Covid-19 mögich war. Auch wenn wir ein tolles Feedback der Eltern bekommen, wir stetig voneinander lernen und die Abläufe immer besser werden, ist es schwer die Motivation zu erhalten und den Kindern das zu geben was in der Klassengemeinschaft möglich ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass das Zusammensein in der Schule auch einen erheblichen Mehrwert am Lernen darstellt. Wir sind zuversichtlich - Bald haben wir es sicher geschafft.


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