Donnerstag, 21. Januar 2021
Freitag, 8. Januar 2021

TORGAU

Entscheidung erfolgte erst nach Prüfung und Abwägung

Bahnhof Torgau – die Container als Übergangslösung stehen seit Donnerstag an Ort und Stelle. Foto: Thomas Keil

Presseinformation

Torgau. Die Stadt Torgau bezieht Stellung zur aktuellen Kampagne gegen den beschlossenen Abriss des Bahnhofsgebäudes Torgau.

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Es kommt Bewegung in die Entwicklungen rund um den Torgauer Bahnhof. In der kommenden Woche soll der Stadtrat laut Tagesordnung die Aufträge sowohl für den Abriss des alten Bahnhofsgebäudes als auch den Bau des künftigen neuen Objektes per Beschluss vergeben. Die Entscheidung zum Abriss des alten Bahnhofs und Neubau eines modernen kleinen Gebäudes hatten die Abgeordneten bereits im Dezember 2018 mehrheitlich gefasst, also vor mehr als zwei Jahren. 

Kein Kulturdenkmal
Ausschlaggebend war unter anderem die Einschätzung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen, dass es sich bei dem aus dem Jahr 1872 stammenden Gebäude nicht um ein Kulturdenkmal handelt. Das bestätigte Dr. phil. Hartmut Ritschel, damaliger Leiter der Abteilung Fachdienste im Landesamt, auch im März 2019 noch einmal in einem Schreiben an Oberbürgermeisterin Romina Barth. 

„Sicherlich kann auch eine gewisse orts-, verkehrs-, wirtschafts- und baugeschichtliche Bedeutung festgestellt werden. Jedoch lässt sich nicht mit der gebotenen Überzeugungskraft darlegen, dass wegen dieser Bedeutungsebenen auch ein öffentliches Erhaltungsinteresse besteht“, heißt es darin. Vor allem die starken Veränderungen am Gebäude im Lauf seiner Geschichte widersprächen dem unbedingten Erhaltungsgedanken, so Ritschel damals sinngemäß. „Ihm fehlt das erforderliche Maß an Originalität und Integrität. Und selbst dann, wenn der durch historische Fotografien belegte einstige Wandaufbau aus Fachwerk und Ziegeln noch in Teilen … vorhanden wäre, wäre damit nicht automatisch eine Bestätigung des öffentlichen Erhaltungsinteresses verbunden“, so die konkrete Formulierung. Neben dieser Einschätzung beeinflusste natürlich auch die Kostenschätzung für die Sanierung des Objektes im Vergleich zu dem Kosten für Abriss und Neubau die Entscheidung der Räte. Hier standen etwa 3,7 Millionen Euro für eine Sanierung den 2,24 Millionen Euro für Abriss und Neubau gegenüber. Selbst die von den derzeitigen Petitionseinbringern aktuelle vorgelegte Nutzungskonzeption bringt keine neuen Erkenntnisse. 

Das Gros der darin unterbreiteten Vorschläge ist bereits Bestandteil des bestehenden Betreibungskonzeptes für den geplanten Neubau. Demnach ist die Betreibung eines Informationscenters mit Gepäckservice, Tourismusservice und Reiseagentur bereits fest eingeplant. Sowohl eine Außenstelle des Torgau-Informationscenters als auch eine Reiseagentur sollen im Neubau Platz finden. Auch ein Info-Punkt in Bezug auf die Landesgartenschau ist vorgesehen. 

Service für Radfahrer
Und für den Außenbereich sind bereits jetzt ein Fahrradservice und -verleih mit sicherer Unterstellmöglichkeit sowie Ladestationen für E-Bikes im Plan der Verwaltung. Einzig die Einrichtung eines Museums für Bahnhofsgeschichte und Militärtechnik hat die Stadt nicht vorgesehen, da ein solches Projekt im Zusammenhang mit dem Bahnhofsneubau nicht förderfähig ist. Zudem könne von einem Museum keine Mieteinnahme erzielt werden, um die dadurch entstehenden Investitionskosten wieder einzuspielen. „Für die Konzeption zum möglichen Erhalt des Torgauer Bahnhofes gab es dazumal einen Ideenwettbewerb. Sowohl die daraus entstandene Konzeption als auch die Zustandsanalyse, die Fördermittelsituation und ebenso die wirtschaftliche Betrachtung sind in die Entscheidung der Stadträte im Dezember 2018 eingeflossen. Eine umfangreiche Prüfung und Abwägung hat vor diesem Beschluss also stattgefunden“, betont Oberbürgermeisterin Romina Barth und erklärt, dass die Betreibung eines Informationscenters am Bahnhof Torgau keine kommunale Pflichtaufgabe sei, der Bahnhof als eines der Eingangstore zur Stadt aber ein bedeutendes Element ist. „Und deshalb haben die Stadträte im Dezember 2018 auf Basis der sensiblen und knappen Haushaltskasse mehrheitlich eine weitsichtige und bedachte Entscheidung getroffen.“ 

Der Historie bewusst
Darüber hinaus sind sich sowohl der Stadtrat als auch die Verwaltung der Großen Kreisstadt der historischen Substanz vieler bedeutender Bauwerke im Stadtgebiet sehr wohl bewusst. Oft genug sind deshalb in der Vergangenheit eigene Immobilien nach den höchsten Ansprüchen des Denkmalschutzes saniert worden – auch dann, wenn sich das jeweilige Projekt als absolut unwirtschaftlich erwies. Bestes Beispiel dafür ist die im vergangenen Jahr eingeweihte Jugendherberge. Die Sanierung des dafür genutzten historischen Gebäudes hat schlussendlich knapp neun Millionen Euro verschlungen. 

Auch das Objekt, in dem sich heute die Stadtbibliothek befindet, wurde mit einem Kostenpunkt von gut fünf Millionen Euro umfangreich saniert. Nicht zu vergessen die Oberschule „Katharina von Bora“ mit einem Investitionsvolumen von etwa neun Millionen Euro und auch die Grundschule „An der Promenade“, deren Sanierung ebenfalls reichlich 2,5 Millionen Euro kostete.


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