Samstag, 27. Februar 2021
Freitag, 22. Januar 2021

Nicht nur neue Räume, sondern auch neues Gesamtkonzept 

Leselounge für Erwachsene. Foto: Bibliothek Dommitzsch

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch. Die neue Bibliothek ist nicht wiederzuerkennen. Wer lange nicht in den Räumen im Keller des Landambulatoriums war, wird aus dem Staunen kaum herauskommen.

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Die neue Bibliothek ist nicht wiederzuerkennen. Wer lange nicht in den Räumen im Keller des Landambulatoriums war, wird aus dem Staunen kaum herauskommen. Alles ist modern, hell, freundlich. Durch weitere Fördermittel gab es jetzt noch einmal besonderen Anlass zur Freude. Wie schon berichtet, erfolgte im Frühjahr 2020 der Umzug in die neu sanierten, von Architekten geplanten Räume. Nachdem der Eingangsbereich komplett neu ausgestattet wurde – wobei hier eine Förderung vom Kulturraum Leipziger Raum zum Tragen kam – behielten allerdings die anderen Nutzer-Lese-Bereiche das alte Bestandsmobiliar. 

Antrag genehmigt 

„Da kam das Soforthilfeprogramm für Bibliotheken im ländlichen Raum zur rechten Zeit“, sagt Martina Linke, Leiterin der Einrichtung. Die Bewerbungsfrist fiel genau in den ersten Lockdown (April/Mai 2020). Nichtsdestotrotz: Das Projekt „Bibliothek Dommitzsch – Neue Räume entdecken“ beeindruckte die Jury. Der Antrag wurde genehmigt. Martina Linke erklärt: „Das neue Konzept der Bibliothek Dommitzsch legt den Fokus eindringlich auf die Bibliothek als ,Dritter Ort’: das heißt zeitgemäße Angebote, multifunktionale Nutzungsmöglichkeiten, eine hohe Aufenthaltsqualität, ein breites Lern- und Bildungsangebot. Es soll die Wandlung vom Ort der Ausleihe zum Ort des Verweilens erfolgen, zum Ort des Austausches, des Lernens, der Weiterbildung. Wir wollen einen generationsübergreifenden Zugang und Teilhabe ermöglichen“, geht die Leiterin ganz konkret auf Schwerpunkte ein. 

Unterstützung bei den doch recht umfassenden Bewerbungsunterlagen leistete die Landesfachstelle für Öffentliche Bibliotheken in Sachsen (Chemnitz), in Person von Dr. Robert Langer. Der zeigte sich übrigens vom Engagement der Dommitzscher sehr beeindruckt. In einer Fachzeitschrift zum Thema „Lesesaal ländlicher Raum“ führte er die Gänsebrunnenstadt als positives Beispiel an. Mithilfe einer strategischen Verwendung von Fördermitteln aus dem Städtebauprogramm und der Wirtschaftsförderung sei es Bürgermeisterin Heike Karau nicht nur gelungen, das Landambulatorium aus den 1970er-Jahren zu erhalten, sondern es als Kombination von Gesundheitsversorgung und kultureller Bildung wiederzubeleben.

Zurück zum Projekt: Dafür sei es wichtig gewesen, die vorhandenen Räumlichkeiten als Besucherbereiche neu auszustatten und sie multifunktional herzurichten inklusive moderner Technik. Displayständer, Whiteboard, Beamer sowie Projektor-Tisch und eine moderne Suchstation als Multimedia-Arbeitsplatz gehören dazu. Somit verfügt die Bibliothek nun über einen vielfältig nutzbaren, modern eingerichteten und verwandelbaren Mehrzweckraum für Veranstaltungen aller Art. Die neu geschaffene Lese- und Aufenthaltszone im Erwachsenen- und Jugendbereich wurde als Rückzugsbereich gestaltet. Eine farblich auf das Gesamtkonzept abgestimmte Leselounge mit eingebauten Ablagen, Leseflächen, E-Anschlüssen für Tablet, Smartphone und Co. begeistert nun die Besucher.

„Für die neue und zum Antragszeitpunkt noch leere Fläche im Rückzugsbereich für Kinder konnten wir eine traumhafte Kinder-Erlebniskombination in Modulbauweise (Raum-in-Raum-Konzept) anfertigen lassen. Dabei handelt es sich um eine Lese-Bude mit Dach, Beleuchtung, farblich abgestimmten, transportablen Multimediatrögen und Anschlüssen für Tablets, Smartphones, Tonieboxen und anderes“, zählt Martina Linke auf. Die sogenannten Suchstationen in den einzelnen Bereichen wurden ebenfalls erneuert und fügen sich nun hervorragend in das Gesamtkonzept ein. Zusätzlich konnte neue Technik angeschafft werden und die Computerarbeitsplätze für die Nutzer erneuert und erweitert werden, „Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Anschaffung von fünf Tablets und einer Teamlizenz ,ONILO-Boardstories’, um hier neue Möglichkeiten für die Sprach- und Leseförderung im Kita- und Grundschulbereich zu schaffen“, so die Leiterin. 

Tolles Feedback 

Ihr Fazit fällt rundum positiv aus: „Es war ein tolles Projekt. Gerade für uns kleine Einrichtungen bestand die einmalige Möglichkeit, sich den neuen Erfordernissen hinsichtlich Digitalausstattung, EDV-Technik und neuer räumlicher Gestaltung anzupassen.“ Das neue Gesamtpaket wie die schon beschriebenen Sitzgelegenheiten und Rückzugsorte, die neuen PC-Arbeitsplätze, moderne EDV-Ausstattung, WLAN in allen Bereichen und ein Veranstaltungsraum mit flexiblen Nutzungsszenarien machen die Bibliothek nun um ein Vielfaches attraktiver. Leider konnten die Nutzer diesen modernen Begegnungsort durch die Coron-Pandemie noch nicht vollumfänglich nutzen. Die Bibliotheken in Sachsen sind bereits seit November geschlossen, es bestand lediglich die Ausnahme der Medienausleihe. 

In einem kurzen Zeitfenster von August bis Anfang November bestand aber die Möglichkeit, die Dommitzscher Bibliothek schon zu besuchen; es fanden auch einige Veranstaltungen im Kinderbereich unter strengen hygienischen Auflagen statt. „Die Besucher waren begeistert und die bis dahin bereits erfolgten Maßnahmen im Rahmen des Projekts fanden große Resonanz beim Publikum. Das Interesse war überwältigend und wir erhielten durchweg nur positive Feedbacks“, freut sich die Leiterin.

251 Bibliotheken bundesweit beteiligten sich am Projekt und wurden gefördert, davon 28 in Sachsen. Dommitzsch gehörte dazu.


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